Hei Ma ist das Pseudonym eines bekannten chinesischen Autors, Jahrgang 1960. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, schildert er auf ironische Weise das Pekinger Alltagsleben, angesiedelt zwischen ökonomischem Aufbruch und uralten Kulturtraditionen. Im Mittelpunkt stehen acht Familien und ihre Probleme: mit dem Wasser, den Kindermädchen, der Karriere, den Intrigen untereinander, dem Kampf um ein größeres Zimmer, der Zuzugsgenehmigung für die Ehefrau, mit alten und neuen Seilschaften am Arbeitsplatz und Verunsicherung durch wirtschaftliche Reformen.
Peking in der 90ern ist so unglaublich weit von heute entfernt, so dass sich dieses Werk als zeithistorisches Dokument über ein Land, dass sich gerade dem Kapitalismus öffnet, in dem die kommunistischen Organisationen aber noch dominieren und Fahrräder die Regel und Autos selbst für die Nomenklatura die Ausnahme sind.
So interessant die historischen Bezüge, so wenig überzeugt die schwatzhafte literarische Umsetzung.