Daniel, Benno und Christine – drei Liebende, ein Betrogener, die klassische Situation. Thommie Bayer erzählt sie auf grandiose, mitreißende Weise neu und erfindet dabei einen Helden, der in seiner Selbstlosigkeit ebenso berührend wie unzeitgemäß ist.
Benno und Daniel sind die besten Freunde, sie machen Musik und haben eine coole Band. Bis sie auf die hübsche Christine treffen, ich drei werden unzertrennlich und keiner weiß so recht wie alle zueinanderstehen. Benno kann diese Situation nicht mehr ertragen und flieht nach Amerika, dort geht er auf eine Reise. Er Sucht nach dem Leben und der Musik. Nach vierzehn Jahren wird er von Daniel zurückgeholt und viele Fragen werden wieder aufgedeckt.
Meine Meinung
Das Leben geht auf und ab, vieles kann man nicht beeinflussen und die meisten Momente sind lehrreich aber auch schmerzhaft. Was zählt ist Glück, Liebe und die Musik.
Benno ist ein cooler Typ, der seine Musik liebt und mit seinem besten Freund Daniel alles dafür tut. Die Musik und seine Gitarre sind die Sprache seiner Seele und die beiden Freunde vertrauen sich blind. Doch eine Frau ändert alles und wirft die Frage auf, welche Entscheidungen man treffen muss und wie viel Freundschaft Wert ist. Sollte man fliehen und alles hinter sich lassen und ist das wirklich die Lösung oder nur Verdrängung.
Das Buch erzählt die sehr ruhige Geschichte von Benno, der sein Leben lebt und vieles ohne Plan durchzieht. Er reflektiert oft sein Leben und fragt sich, was ihm alles Wiederfahren ist. Eine wichtige Rolle spielt die tiefe Freundschaft und die Leidenschaft für die Musik. Doch manchmal muss man etwas verändern und andere Wege einschlagen, doch die Vergangenheit ist trotzdem immer ein Teil von einem.
Das Besondere an dem Buch ist sind die Zeitsprünge, die Geschichte wird aus der Sicht von Benno erzählt aber in drei Zeitphasen. Sie spielt in der Vergangenheit mit Daniel und Christine, in seiner Zeit in Amerika und in der Gegenwart. Diese drei Zeitzonen springen beliebig, die einzelnen Abschnitte sind oft sehr kurz und geben nur einen kurzen Einblick. Die ganze Geschichte setzt sich so am Ende wie in Puzzle zusammen. Ich persönlich mag diesen Stil und fand es sehr interessant, allerdings ist es auch sehr gewöhnungsbedürftig, da es keinen linearen Verlauf gibt. Durch die vielen Zeitsprünge tauchen viele Personen auf, diesen zu folgen war teilweise etwas mühsam.
Die Geschichte für sich ist modern geschrieben aber auch etwas gefühlskalt, man bekommt einen direkten Einblick in das Innenleben von Benno. Man begibt sich mit ihm auf seine eigene Reise und lernt ihn in unterschiedlichen Lebensphasen kennen.Trotzdem wird eine Distanz zu ihm geschaffen, welche sich zum Ende etwas auflöst.
Mir hat Aprilwetter gut gefallen, es ist ein sehr ruhiges Buch, welches ein Einblick in das Leben eines Menschen gibt, ohne dabei ausladend oder actionreich zu sein. Die vielen Zeitsprünge fand ich einmal sehr interessant umgesetzt und trotzdem gut lesbar. Trotzdem könnte ich mir gut vorstellen, dass manche damit ein Problem haben. Ein Buch, das zwischen den Zeilen viel zu erzählen hat und von Freundschaft und dem Blick aufs Leben berichtet.
Jedes Leben hat seine Phasen und Menschen, mit denen du es teilst ...