Adam von Trott zu Solz stand an der Seite Stauffenbergs im Zentrum der Verschwörung des 20. Juli 1944. Als zutiefst ziviler Mensch war er gegenüber dem NS-Regime von Anfang an ablehnend eingestellt. Seit 1940 nutzte er eine Stelle im Auswärtigen Amt als Basis, um Widerstand zu leisten. Trott engagierte sich im Kreisauer Kreis an programmatischen Entwürfen für die Zukunft und suchte auf Auslandsreisen den geplanten Regimesturz außenpolitisch abzusichern. Am 26. August 1944 wurde Adam von Trott in Berlin-Plötzensee im Alter von 35 Jahren hingerichtet. Sein kurzes und intensives Leben war geprägt von der Begegnung mit einer Vielzahl von Menschen und der Auseinandersetzung mit den drängenden sozialen und politischen Fragen seiner Zeit. Als Nachkomme eines alten hessischen Adelsgeschlechts und eines der amerikanischen Gründerväter war er weltoffen und nutzte seine Möglichkeiten. So erlebte er als Student in Oxford Mahatma Gandhi und hielt sich nach seiner juristischen Ausbildung über ein Jahr zu Studien in China auf, um für eine Weile dem politischen Druck in seiner Heimat zu entkommen. Welchen Handlungsspielraum ließ die nationalsozialistische Diktatur? Dies war eine zentrale Frage, der sich Trott stellte - vom Bemühen, sich unangepasst zu behaupten, bis zum aktiven Widerstand aus dem System heraus. Benigna von Krusenstjern legt die erste umfassende Biographie Adam von Trotts vor. Mit großer Akribie hat sie eine Vielzahl auch bislang unbekannter Quellen ausgewertet und schildert kenntnisreich und anschaulich Trotts Leben. So lässt die Autorin hinter dem Widerstandskämpfer den Menschen in allen seinen Facetten sichtbar werden, der uns in seinem Erleben und Handeln Zeitzeuge und Vorbild zugleich wird. (amazon.de)
Adam von Trott zu Solz was an incredible man whose legacy deserves to be reevaluated. Mostly forgotten today, von Trott was a young German intellectual born into a minor noble family from Hessen. He was part of the July 20, 1944 conspiracy to kill Hitler. A friend of Stauffenberg, had the conspiracy been successful, he would likely have become the foreign minister in the new government.
This remarkable biography details his privileged upbringing, his education that led to him becoming one of the first Rhodes Scholars (where he befriended the great historian of ideas, Isaiah Berlin), his travels around the world--through the United States and to China--as well as his decision to return to Germany after Hitler's ascent to power in order to resist from within and do his part to prepare Germany for the liberal democracy he was sure would follow the Third Reich.
Through his position in the foreign ministry, he was one of the few Germans who could travel outside the country. He traveled to the United States and Great Britain trying to convince authorities in those nations that there was a resistance in Germany working to set up a free government. He was met with suspicion on almost all fronts--including his old friend Isaiah Berlin. He also traveled frequently to then-neutral Sweden and met the young German exile Willy Brandt.
He paid for his decisions by being held in suspicion by the Allies. His efforts were ultimately stymied by the insistence of Churchill and Roosevelt for Germany's unconditional surrender. Following the unsuccessful July 20 assassination attempt on Hitler, he was soon arrested, faced a show trial before the notorious Nazi judge Roland Freisler and was executed at the Berlin prison Plötzensee, which was designated by the Nazi leadership as final stop for most captured members of German resistance. Among the last to see him alive was the remarkable chaplain of the Berlin Tegel prison, Harald Poelchau, who later took care of von Trott's widow and children.
This book deserves a wider audience. There is an English language book on Trott, A Good German by Giles MacDonogh, but von Krusenstjern's biography is more detailed and draws upon more primary sources.
Umfassende Biographie über Adam von Trott zu Solz - nicht unbedingt der erste Name, der einem einfällt, wenn man an den Widerstand rund um den 20. Juli denkt. Und dabei hat der Mann zusammen mit Moltke, Stauffenberg und wie sie alle hießen im innersten Kreis mitgemischt. Durch seine Verbindungen nach England und durch die überraschend vielen Auslandsreisen, die ihm durch seine Arbeit im Außenministerium möglich waren, war er einer der Verbindungsmänner zu den Alliierten - auch wenn es da nicht viel gebracht hat.
Sehr bemerkenswert: Wie offen sich der Mann schon vor und erst recht nach der Machtergreifung geäußert hat. Ein Vorwort zu einer Sammlung von Kleist-Gedichten läßt an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig.
Die Autorin wollte ausdrücklich eine sehr lebendige Biographie schreiben - ich würde sagen, das ist ihr gelungen.