Die Physik ist bei der Jagd nach der Weltformel in eine Sackgasse geraten. Der Autor zeichnet nach, wie die theoretische Physik vom Weg abkam und nun mit immer größeren Spekulationsblasen in die Esoterik abdriftet. Witzig-bissig und mit unterhaltsamen Anekdoten, aber auch fundiert bis ins Detail nimmt er die heutige Physik aufs Korn und erinnert an die unbeantworteten Fragen, die die wirklichen Größen der Physik bewegt haben. Trotz oder gerade wegen der kritischen Töne ein faszinierendes und nachdenklich machendes Plädoyer für die Wissenschaft.
Das Buch besteht aus den vier Teilen "Abkürzung", "Kreuzung", "Sackgasse" und "Wendekreis", die wiederum in einer einstelligen Anzahl an Kapiteln unterteilt ist. Die Kapitel selber sind in Sektionen gefasst, die selten mehr als eine Seite umfassen. Die im Buch verwendete Sprache ist verständlich und einfach.
Diese Unterteilung ermöglicht es, einen Faden schnell wieder aufzugreifen und somit kann man das Buch auch mal weglegen und später wieder aufnehmen ohne sich groß wieder einlesen zu müssen. Der Lesespaß ist durchaus gegeben. Der Autor versteht es die Verhalte in der Wissenschaft mit Anektoden und auf der Hand liegenden Gedanken ad absurdum zu führen.
Das Buch attestiert uns eine gewisse Physikgläubigkeit, die nicht unbedingt öffentlich hinterfragt, kritisiert und debattiert wird. Das wird anhand den "Dark"-Theorien, dem Weltall und der String-Theorie aufzeigt. Das Buch gibt dem Leser hierzu einen Stupser in eine Richtung, in die er sich sonst nicht bewegt hätte.
Schade ist, dass wenn der Autor schon "Star Trek" dissen will, er dieses nicht korrekt benennen kann ("StarTrek") und offenbart damit und dem Verständnis im Text doch eher eine Star Trek-Unkenntnis.
Für Physik-Interessierte Personen, die sich, über Magazine und auf Wissenschaft spezialisierte Portale, auf dem laufenden Stand der Forschung informieren lassen, ist dieses Buch sicherlich nicht verkehrt um einen eher kritischeren Blick auf die Nachrichten zu entwickeln.
Gelernt habe Ich, dass man dem Schönheitswahn Symmetrie nicht unbedingt hinterherlaufen muss, da die Schönheit im Auge des Betrachters liegt und sich durchaus zwischen Mensch und Natur unterscheiden kann, dass bestehende Theorien lieber erweitert werden, als neu zu denken, und dass man näher an Daten bleiben sollte, als wild rum zu spekulieren, wenn auch das gerne gesehen werden soll!
Mein Highlight des Buches ist aber die Ansicht des Autors, dass manchen Konstrukte doch nur reine Fantasy wären. Bang! Versenkt!