Mozart, das große Musikgenie, dessen Namen wir mit Ehrfurcht aussprechen, war das berühmteste Wunderkind der Welt. Als ein fast unbegreifliches Wunder gilt seine Musik noch heute. Jugendliche, die gern Musik hören oder ein Instrument erlernen, werden sich bestimmt auch für die menschliche und private Seite dieses unvergleichlichen Komponisten interessieren. Anders als etwa der Hollywood-Film Amadeus versucht dieses Buch ein möglichst wirklichkeitsnahes Bild des musikalischen Superstars zu vermitteln. Die Grundlage dafür bilden Mozarts Briefe, aus denen u. a. hervorgeht, dass er sich mit seinem angeblichen Todfeind Salieri längst ausgesöhnt hatte, als er starb. Sein Lebensweg war auch bei realistischer Betrachtung abwechslungsreich und abenteuerlich genug, angefangen von den beschwerlichen Reisen des bestaunten Wunderknaben an die Fürstenhöfe Europas bis hin zu den Opernerfolgen der letzten Jahre, die unter mörderischem Zeitdruck zu Stande kamen. Neben dem äußerlichen Ruhm gab es so viel persönliche Not und Tragik in diesem kurzen Leben, dass man für die französische Originalausgabe dieser Biografie den Titel wählte: Die Leiden des jungen Mozart (Les souffrances du jeune Mozart). Aber auch Momente des Glücks, elegante und vulgäre Scherze werden in diesem Buch gezeigt. Jean-Jacques Greif beginnt in einem lebendigen Erzählstil mit fiktiven Dialogen und gibt den jungen Lesern dann mehr und mehr Gelegenheit sich anhand umfangreicher Briefzitate selbst zu informieren. Der Herausgeber begleitet dabei mit einfühlsamen Kommentaren und humorvollen Anekdoten. Man erfährt viel über den Lebensstil und die geschichtlichen Ereignisse jener Zeit und kann die Entstehung bekannter Werke mitverfolgen. Auch Jugendliche, die schon andere Mozartbücher (z. B. von Brigitte Hamann oder Eduard Mörike) gelesen haben, können hier noch Neues entdecken. --Stephan Schmidt
Jean-Jacques Greif lives in Paris. About writing The Fighter, he says, "I was born in Paris in 1944. My parents and their friends spoke French with a strong Polish accent. Some of them (including my father) had blue numbers tattooed on their arms. All they ever talked about in their faulty French was the war. How boring! But then, much later, when they had white hair and plastic knees and I met them at funerals, I thought their old heads were probably filled with great stories. I had become a journalist and writer. I started interviewing them. Five of my twenty published novels are based on what my parents and their friends told me. This is one of them."
Eine etwas eigenwillige Biographie, die viele persönliche Ansichten des Autors beinhaltet und in Teilen sehr salopp geschrieben ist. Gefallen hat mir jedoch die Nachsicht und das Verständnis, das Greif allen Akteuren entgegenbringt. Mozarts Briefe gestalten sich auf Dauer als eher mühsame Lektüre, ungeachtet dessen sind sie aber natürlich eine großartige Dokumentation seines Lebens und irgendwie auch seines Charakters.