„Ich verspüre nicht den geringsten Wunsch, mich zu läutern. Mein einziger Wunsch ist es, Menschen zu läutern, die versuchen, mich zu läutern. Und ich glaube, dass die einzige Möglichkeit, Menschen zu läutern, darin besteht, sie zu töten. Mein Motto Beraube sie alle, vergewaltige sie alle und töte sie alle.“ (Carl Panzram)
1902, im Alter von 11 Jahren, brach Carl Panzram in das Haus eines Nachbarn ein und stahl einige Äpfel, einen Kuchen und einen Revolver. Da er häufig Unruhe stiftete, beschloss das Gericht, an ihm ein Exempel zu statuieren und ihn in die Obhut der Minnesota State Reform School zu geben. Während seiner zweijährigen Haftzeit wurde Carl vom Schulpersonal wiederholt geschlagen, gedemütigt und vergewaltigt.
Mit 15 Jahren meldete sich Carl zur Armee, wobei er falsche Angaben bezüglich seines Alters machte, doch seine Karriere war nur von kurzer Dauer. Er wurde unehrenhaft entlassen, weil er Armeevorräte gestohlen hatte, und kam in das Militärgefängnis Fort Leavenworth, um die Höchststrafe für seine Verbrechen zu verbüßen.
Als Carl 1910 Fort Leavenworth verließ, hatte die Erfahrung ihn zu dem Mann gemacht, der er für den Rest seines Lebens bleiben sollte. Sein Hass auf die Menschheit saß tief und so begann er, anderen etwas anzutun, bevor sie ihm etwas antun konnten. Sein lebenslanger Feldzug des Schreckens konnte endlich beginnen ... und nichts konnte ihn mehr aufhalten.
Töte sie alle ist ein erschütternder und fesselnder Bericht über eine der brutalsten und grausamsten Kriminalfälle der amerikanischen Geschichte. Ryan Greens fesselnde Erzählung, die alle Elemente eines klassischen Thrillers ausweist, zieht den Leser in das reale Grauen hinein, das die Opfer ertragen mussten.
Dieses Buch enthält anschauliche Berichte über Missbrauch und Gewalt. Wenn Sie besonders empfindlich auf dieses Material reagieren, sollten Sie dieses Buch möglicherweise nicht lesen.
"Er machte sich nie die Mühe, sich ihre Namen zu merken. Schließlich war es ja nicht so, dass einer von ihnen die erste Nacht überleben würde." (Buchauszug) Die Biografie eines Jungen, der zum Monster wurde. Carl Panzram wird am 28. Juni 1891 als achtes Kind einer deutschen Einwandererfamilie in Minnesota geboren. Er hat ohne Frage eine wirklich harte Kindheit, die von Misshandlung, Gewalt und harter Arbeit geprägt ist. Was schon damit beginnt, dass er vor lauter Arbeit als 7-Jähriger kaum mehr als zwei Stunden Schlaf bekommt. Dazu kommt später noch sein Alkoholkonsum, der den Jungen immer unberechenbarer machte. Als die Familie dann endgültig zerrüttet ist und auseinanderreißt, kann seine Mutter ihrem Sohn nicht mehr Herr werden. Der Junge macht im Grunde, was er will, er trinkt, stiehlt und schwänzt die Schule. Sein einschneidendes Erlebnis hat der 11-Jährige in einer christlichen Besserungsanstalt, wo er mehrmals brutal missbraucht wird. Diese erlebte und weiterer Missbrauch, den er auf einem Viehwaggon erlebt werden, sein weiteres Leben für immer prägen. Den jenen Hass, den er dort mitnimmt, lässt er später seine eigenen Opfer spüren. Die fehlende Liebe, die ständigen Misshandlungen und Vergewaltigungen verändern den Jungen zu einem brutalen Monster. Wie viele Männer und Jungen er im Grunde wirklich getötet hat, kann man im Nachhinein nicht mehr feststellen, doch es müssen mehr als die offiziellen 22 gewesen sein. Allerdings muss man sagen, die damalige Gesellschaft hat ebenfalls viel dazu beigetragen, dass aus Carl dieses Monster wird. Den, was er in diesen Anstalten, Gefängnissen oder durch irgendwelche Mitmenschen zugefügt bekam, das schockiert mich schon extrem. Deshalb empfehle ich diese Biografie nur Lesern mit starken Nerven, den der Autor beschreibt die Gewalttaten hier sehr plastisch und brutal. Zwar kann ich nicht gutheißen, was er seinen Opfern angetan hat, doch man kann es durch diese Biografie hier besser begreifen, wieso er zu einem Monster wurde. Am Ende war er dann des Lebensmüde, sodass er eigentlich nur noch schnell sterben wollte, als man ihn zum Tode verurteilt. Und so starb er am Galgen am 5. September 1930 kurz vor 6:00 Uhr in Kansas. Seine letzten Worte an den Vollstrecker waren: "Ja, beeil Dich, Du hinterwäldlerischer Bastard! Ich könnte zehn Männer umbringen, während Du herumtrödelst!“
Fazit: Der angenehme Schreibstil macht es mir leicht, in die Lebensgeschichte dieses Serienmörders einzutauchen. Allerdings bin ich nicht nur über die Brutalität von Carl Panzram überrascht, sondern auch darüber, was er selbst im Laufe seines kurzen Lebens am eigenen Leib erleben musste. Warum Anstalten und Gefängnisse zur damaligen Zeit so viel härter waren als heute, bleibt für mich total unverständlich. Doch das, was ich hier gelesen habe, hat mich wirklich schockiert. Kinder aus armen Familien hatten es wirklich nicht leicht im Leben, trotzdem sollte es niemals ein Freischein fürs Töten und Morden sein. Eine Bitte habe ich noch. Lest das Buch nicht, wenn ihr Probleme mit Gewalt, Missbrauch und Misshandlung habt! Von mir gibt es für diese drastische Schilderung 5 von 5 Sterne.
Bei Töte sie alle handelt es sich um einen True-Crime Roman basierend auf den Notizen / Tagebüchern von Carl Panzram geboren am 28.6.1891 der seit frühester Kindheit selbst Opfer war und gelernt hat dass er im Leben nur bestehen kann wenn er der stärkere ist - der vor dem alle anderen Angst haben
True Crime ist immer besonders für mich da es sich ja hier um Tatsachen handelt und man ganz genau weiß dass die Verbrechen nicht nur der Fantasie eines Autors entsprungen sind
Ryan Green schafft es in einem sehr distanzierten Schreibstil relativ emotionslos die Geschichte von Carl Panzram zu erzählen und ihn so nicht nur als das Monster - das er definitiv war - zu beschreiben sondern auch zu erzählen wie er zu diesem Monster gemacht wurde und ich bin mir nicht sicher welcher Teil der Geschichte der schrecklichere ist ...
Was macht ein Monster aus und wie wird ein Monster erschaffen? Diese (wahre) Geschichte stellt einen nachvollziehbaren Ansatz dar, wie menschliche Emotionen verkümmern können und nur noch Platz für Instinkte lassen. Mir hat der Schreibstil gut gefallen, da die Erzählung nicht (zuviel) Wertung hinsichtlich gut und böse unternommen hat, sondern sich auf die reine Darstellung der Vorkommnisse beschränkt hat.