Ein sehr lesbares Werk zur Einführung. Ich fand allerdings dass schon etwas Vorwissen über Induktivismus und Deduktivismus (z.B.) notwendig war, um es gut zu verstehen. Sehr gute Erklärung zu Bacons Programm. Sehr gut fand ich auch die Hinweise zu den anderen Werken, dass im Text parafrasiert auf einem bestimmten Absatz bei Bacon hingewiesen wird. Genau so etwas wird gebraucht, um den Lesern zu ermöglichen, diese Texte selbst zu lesen. Populärwissenschaftlich würde ich auf The Golem verweisen, die weniger anspruchsvoll erscheint, aber wenn man nach The Golem noch tiefer einsteigen möchte, ist Carriers Buch eine Empfehlung.
Interessante Konzepte: Regress des Experimentators. Wenn man eine neue Methode oder ein neues Instrument einsetzt: „Die Beobachtungsresultate werden nämlich nur dann für zuverlässig gehalten, wenn sie zu den Erwartungen passen; andernfalls gelten die betreffenden Messungen und Experimente als irrig angelegt, fehlerhaft ausgeführt und unzulänglich interpretiert. Die Adäquatheit einer neuartigen, noch nicht allgemein anerkannten empirischen Verfahrens wird danach beurteilt, ob die von ihm gelieferten Resultate den theoretischen Erwartungen entsprechen.“ (s. 83) Aristotelische versus Poppersche Wissenschaft: „Wissenschaftler suchen Wahrheiten und wissen an Ende, dass sie Wahrheiten gefunden haben. Bei Popper (...) Wer nach Wahrheit strebt, muss die Gewissheit preisgeben“ (s.142)