Wer sagt, jeder Mensch habe Wurde, die Folterung eines Menschen sei moralisch verwerflich oder Gott sei gut, will damit offensichtlich zum Ausdruck bringen, dass es sich dabei um eine reale Eigenschaft von Handlungen, Personen oder Dingen handelt. Diese realistische Sicht halten die meisten von uns fur selbstverstandlich und gerade in moralischer Perspektive scheint ihre Infragestellung auch alles andere als wunschenswert zu sein. Innerhalb der Moralphilosophie ist der moralische Realismus allerdings umstritten. Wahrend die einen ihn verteidigen und im Hinblick auf unsere moralische Orientierung fur unabdingbar halten, sehen die anderen in moralischen Urteilen nicht mehr als einen Ausdruck subjektiver Empfindungen, Einstellungen oder Praferenzen. Ziel dieses Buches ist es, die Debatte um den moralischen Realismus fur die theologische Ethik fruchtbar zu machen.