Ich habe beschlossen, dass ich Märchen nicht bewerten werde. Irgendwie wäre es nicht fair, einem kollektiven Fiebertraum einen sternförmigen Stempel aufzudrücken. Die Märchen sind nun mal wie sie sind und entsprechen ihrer Zeit, und sie an modernen Maßstäben zu messen ist sowieso Blödsinn. Dass sie ziemlich sexistisch sind, brauche ich, glaube ich, nicht extra zu erwähnen. Mir persönlich gaben die Geschichten in diesem Buch nicht besonders viel, die meisten sind sich sehr ähnlich und fast alle enden entweder in Tod oder Hochzeit, oder beidem. Die einzige Ausnahme ist vielleicht “Der Blaue Drache” (obwohl die auch in einer Hochzeit endet), in der Nina (♥) sich als Mann verkleidet, eine Rüstung anzieht, mit dem König in den Krieg zieht, eine Prinzessin rettet und eine Menschenfresserin austrickst. Den letzten Paragraphen kann man dann einfach ignorieren und sich eine Fortsetzung von Nina’s Abenteuern ausdenken. Die würde ich nämlich gerne lesen.