Klappentext: Erst wird Franziska vierundvierzig. Dann von ihrem Mann verlassen. Und als sie kurz darauf merkt, dass sie zum ersten Mal schwanger ist, weiß sie, dass sie noch einmal ganz von vorne anfangen muss. Aber wie soll das gehen? Zufällig trifft Franziska die ebenfalls schwangere, flippige neunzehnjährige Lilly – und lernt von ihr, dass das Leben ein wunderbares Abenteuer wird, wenn man sich nicht immer an die bekannten Spielregeln hält… Meine Meinung: Bekanntermaßen bin ich kein Mensch der häufig in der Abteilung „Frauenliteratur“ unterwegs ist, so dass ich Kleine Schiffe ungelesen erst einmal auf den SuB gepackt habe. Warum ich das getan habe, weiß ich mittlerweile nicht mehr, denn das Buch ist wirklich wunderbar. Die vierundvierzigjährige Franziska weiß am Tag ihrer Scheidung nicht was das Leben für sie noch bereithalten wird. Sie hat eine beste Freundin, einen dickköpfigen Vater und eine Leidenschaft für Bastelarbeiten. Nur eins weiß sie, dass sie ihren Exmann nach dem Gerichtstermin noch einmal verführen will. Das dabei endlich das lang ersehnte Wunschkind entstehen würde, ahnt sie nicht. Ihr Umfeld versteht sie nicht, rät ihr zur Abtreibung oder Adoption, doch Franziska bildet sich zum ersten Mal im Leben ihre eigene Meinung. Sie wird das Kind bekommen. Als sie dann noch die junge Lilly kennenlernt, die ebenfalls schwanger ist, entdeckt sie viele Gemeinsamkeiten zwischen sich und der Anderen. Franziska beschließt sie bei sich aufzunehmen und schlagartig dreht ihr Leben sich um 180 Grad. Silke Schütze beschreibt das Leben der Ich-Erzählerin Franziska unheimlich authentisch und lebhaft. Mit Begeisterung habe ich die Handlung verfolgt und konnte die Gedanken der Protagonistin immer gut nachvollziehen und mit ihr hoffen, bangen, zweifeln, lachen und weinen. Dabei gibt es auch immer typische, klischeehafte Momente die jedoch nicht zu sehr die Überhand gewinnen und die Geschichte ins Kitschige abdriften lassen. Dabei schafft sie es auch etwa bei der Mitte des Buchs eine unerwartete Wendung einzuflechten, die mich tatsächlich zum Weinen brachte. Franziskas Werdegang und Leben erscheinen wirklich außergewöhnlich, dabei bilden sie ab, was in Deutschland von Jahr zu Jahr immer häufiger passiert, nämlich die späte Mutterschaft. Es war wirklich spannend zu beobachten wie sie immer mutiger und selbstständiger wird und aus dem braven Weibchen eine selbstbewusste Mutter und vor allem Frau wird. Lilly, Franziskas neue Freundin, hingegen ist der Stein des Anstoßes für die Veränderung. Sie hat eine junge und unbedarfte Art, die es einem sehr leicht macht sie zu mögen. Sie ist es, die Franziska in ihr neues Leben begleitet. Ihre Vergangenheit ist geprägt von einer Kindheit ohne Vater und einer ständig trinkenden Mutter. Thematisiert wird dies aber nur am Rande und hilft Lilly besser zu verstehen, auch wenn dies leider nicht ganz gelingen wird. Das Cover finde ich zwar sehr hübsch, jedoch hätte ich mir sehr gewünscht, dass kleine, weiße Papierschiffchen abgebildet werden, da sie eine wichtige Rolle spielen. Zwar ist auch der Baum mit den Laternen ein wichtiger Bestandteil des Buchs, jedoch ist er nicht ganz so prägnant. Fazit: Kleine Schiffe ist ein sehr unterhaltsamer Roman der wirklich mehr hält, als der Klappentext verspricht. Eine intensive Geschichte einer Frau, die ihr Leben neu ordnet, ohne zu kitschig zu werden. Bewertung: [Rating:4/5]
In der Mitte ihrer vierziger Jahre, wird Franziskas Leben vom Schicksal durchgeschüttelt. Ihr Mann Andreas lässt sich von ihr scheiden, aber ihre gemeinsame Abschiedsnacht bleibt nicht ohne Folgen. Sie entschließt sich dazu, ihr Kind allein aufzuziehen und ihrem Ex-Mann nichts von dem zu erwartenden Nachwuchs zu erzählen. Nachdem sie durch Zufall die ebenfalls schwangere Lilly kennenlernt, kommt Leben in ihr kleines Häuschen in Hamburg Eimsbüttel. Lilly ist neunzehn Jahre, völlig unkonventionell, lebenslustig und hat ein Händchen dafür, Menschen mit ihrer Lebensfreude anzustecken.
Das Buch hat mich restlos begeistert, erschüttert, berührt und zu Tränen gerührt. Silke Schütze ist mit ‚Kleine Schiffe‘ ein tief bewegendes und warmherziges Buch geglückt. Es ist schön, an der Entwicklung von Emma teilzuhaben, die gezwungen ist ihr Leben selber in die Hand zu nehmen und sich tatkräftige Unterstützung von ihrem miesepetrigen Vater und ihren Freunden holt, die zu einer großen Familie zusammen wachsen. Ihre Freundin Tina, die so gar nicht von der Vorstellung beglückt ist, dass Franziska vermuttert und nicht mit ihr die Welt erobern möchte. Lilly, diese flippige junge Frau, die trotz ihrer frechen Berliner Schnute das Herz auf dem rechten Fleck hat und für Elvis schwärmt. Aber auch alle anderen Charaktere sind liebevoll und so bildhaft gestaltet und man würde gerne in ein Häuschen neben dem von Franziska einziehen und mit ihrer Wahlfamilie am Küchentisch sitzen oder zu Dr. Pröllkes Ärger ein Würstchen mit ihnen im Garten grillen. Am meisten ins Herz geschlossen habe ich Lilly und Franziskas Vater, der mit seinem Rollkragenpullover wie eine schlecht gelaunte, missmutige, bösartige Galapagosschildkröte wirkt. Mit viel Gefühl nimmt sich Silke Schütze der Beziehungen von älteren Frauen mit jüngeren Männern an. Die Autorin lässt Franziska von einer Frau, die man an die Hand nimmt, zu einer mutigen alleinerziehenden Mutter werden, die am Leben Freude hat und sich nicht durch einen Schicksalsschlag völlig aus der Bahn werfen lässt.
Das Buch ist ein Wechselbad der Gefühle, aber immer verbunden mit Freude und dem Wunsch mehr Leben ins Leben zu bringen und sich nicht leben zu lassen.
Die 44jährige Franziska wird von ihrem Mann verlassen und merkt kurz darauf, dass sie schwanger ist. In einem Geburtsvorbereitungskurs lernt sie die 19jährige Lilly kennen und freundet sich mit ihr an. Gemeinsam gehen die unterschiedlichen Frauen durch dick und dünn, gemeinsam wollen sie die Kinder aufziehen. Doch dann passiert etwas Schreckliches. Die Idee des Romans finde ich klasse und spricht mich sehr an, doch die Umsetzung hat mir leider gar nicht gefallen. Franziska als Protagonistin ist eine unscheinbare Frau, und auch nach ihrer „Verwandlung“ zur selbstständigen Mutter weckt sie in mir keine wirklichen Sympathien. Lilly in ihrer Art ist zwar erfrischend, kann jedoch Franzi nicht wirklich aus ihrem Häuschen locken. Die Idee der bunten WG hat viel Potential und bringt Menschen verschiedenster Art und unterschiedlichen Alters zusammen, aber auch hier ist immer Lilly der Mittelpunkt des Geschehens. Die Geschichte plätschert langsam vor sich hin – sie lässt sich leicht lesen und ist flüssig geschrieben. Aber leider kann ich keinen roten Faden erkennen. Erst nach einem Unglück stellt sich Franzi dem Leben – sie nimmt es nicht nur hin, sondern gestaltet es. Und jetzt kann auch ich endlich mehr Gefallen an der Geschichte finden. Insgesamt ein nettes Buch mit interessanten Impulsen, doch leider hat mir die Umsetzung nicht so gut gefallen – von mir 3,5 Sterne.