Serdar Somuncu is a German writer, director, comedian, actor and musician. Somuncu moved from Turkey to Germany with his parents in 1969. He studied Music, Acting and Directing in Maastricht (NL) and Wuppertal (GER). Among other Awards, he received the Prix Pantheon for his programs dealing with Hitler`s "Mein Kampf" and Goebbel`s Sportpalast speech.
Why is this not mandatory reading for all German schools? It would help a LOT in making us loosen up.
Only recommended for people who know how not to take everything so seriously. People who take everything seriously would probably get a heart attack here.
Somuncu kritisiert Deutschen, weil sie nicht versuchen, Türken (=oder Türkeistämmige, aber er sagt ja, dass ihm der Tonfall des politisch Korrekten fehlt) wirklich zu verstehen. Er kritisiert gleichzeitig Türken, weil sie sich immer mit ihren Landsmännern in einer Parallelgesellschaft zusammenhalten und trotzdem von seiner eigenen "echten" Kultur entfremdet sind.
Der komische, querulierende Ton am Anfang des Buches verwandelt sich in einem dürren, seriösen Klang. Seine Dämonisierung von den Kopftuch-tragenden Frauen klingt etwa lächerlich, seine Wiedergabe von der türkischen Geschichte wirkt, als hätte er alles vor dem Schreiben nachgeschlagen, und fast alle türkische Wörter oder Konzepte, die er versucht, der Deutschen beizubringen, sind falschgeschrieben. (z.B.: Ihmzufolge heiße eine runde Paprika "biber dolmasi")
Als eine unreligiöse, westlich orientierte Türkin mit Potential, die Somuncus selbsterklärte Minderwertigkeitskomplexen zu lindern, hätte ich dieses Buch so gerne mögen. Es scheint aber, dass Somuncus Kritik auch für sich selbst gilt : Er spricht von einer uniformen türkischen Kultur, die ü b e r h a u p t nicht existiert. Diese Kultur sei -wie er immer wieder unterstreicht- total unterschiedlich von der arabischen Kultur, und damit spricht er auch von einer uniformen arabischen Kultur, (worüber ich eigentlich nicht so viel weiß, aber ich weiß genug, um sagen zu können, dass die arabischen Kultur auch ein Hauch vielfältiger ist, als sie hier beschrieben wird.)
Ich wünschte, Somuncu hätte seinen anleitenden Kabarettisttonfall behalten. Wie er auch selbst schreibt, ist er kein Historiker, kein Psychologe, kein Sprachwissenschaftler. Das braucht er auch nicht zu sein, besonders weil er den Leser einlädt, mehr Verantwortung bei Inklusionsarbeit zu übernehmen.
Man hat sich mehr von diesem Buch versprochen als es tatsächlich hergegeben hat. Sozialkritisches Thema...top! Verpackung der Thematik ...flop! Wenigstens hat man aus diesem Sachbuch aus der Comedyecke der Bücherei ein paar interessante Aspekte der Deutsch-Türkischen Geschichte entnehmen können.