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Man Down

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Ein Buch, das für Diskussionen sorgen wird: Kai ist 25 und am Ende: Nach einem schweren Arbeitsunfall findet er keinen Job mehr, seine Wohnung ist ein heruntergekommenes Loch in München, sein einziger Trost sind Alkohol und Drogen, mit denen ihn sein türkischer Kumpel Shane versorgt. Und da sind noch Shanes Brüder, die Kai Geld geliehen haben und ihn nun zwingen, für sie Drogen aus Zürich nach München zu schmuggeln. Dann begegnet Kai Marion, und plötzlich ist alles anders. Marion ist hübsch, Marion ist sexy, Marion ist witzig, und Marion mag ihn, trotz seiner zerrissenen Klamotten. Sie ist Kais große Liebe, das Licht am Ende seines Tunnels, und alles könnte gut werden – wenn da nicht ein fatales Geheimnis wäre, das Marion verbirgt, und wenn Kai nicht irgendwann klar werden würde, dass nichts so ist, wie es den Anschein hatte. Wer Man Down einmal in die Hand genommen hat, wird das Buch nicht mehr weglegen, bis die letzte Seite gelesen ist. André Pilz erzählt eine große Geschichte: eine Geschichte von Liebe und Gewalt, von Freundschaft und Betrug, von Leidenschaft und Rebellion, die Geschichte einer verlorenen Generation in unserer Wohlstandsgesellschaft. Und er erzählt diese Geschichte genau so, wie sie erzählt werden muss: hart, direkt, authentisch und emotional – bis der Leser am Ende das Gefühl hat, neben Kai auf dem Boden zu sitzen, mit ihm zu leiden und zu hoffen, und mit ihm um seine Zukunft zu köpfen.

Paperback

First published February 6, 2010

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About the author

André Pilz

10 books16 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Alexandra .
936 reviews386 followers
December 2, 2017
Ich mag dieses Milieu und die Sprache des Romans zwar überhaupt nicht. Die Protagonisten sind ordinär, primitiv, gewalttätig, hasserfüllt und gleichzeitig auch lamentierend weinerlich, die Stimmung ist siffig, alkohol- und drogengeschwängert, sexuell anrüchig - also extrem tief.
…..und dennoch ist es ein gutes Buch, sehr kraftvoll wird dem Leser eine authentische unangenehme Welt mit Macho-Verliererattitüde geschildert, bei der ich als Leserin in jeder Zeile unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. So funktioniert gute Literatur, die primäre Todsünde ist Langeweile, alles andere ist bei mir zumindest sekundär.

Kai ist 25 und am Ende: Bei seiner Arbeit als Dachdecker ist er heruntergefallen, hat sich schwer verletzt und ist nun arbeitslos, pleite und perspektivlos. Eine Weile kämpft er noch gegen den freien Fall, wehrt sich gegen die Abzocke seines Ex-Chefs, ihn um seine geleisteten Überstunden zu betrügen, borgt sich von den falschen Leuten Geld, um die Zeit, in der er sein Recht erkämpfen möchte, zu überbrücken. Als er glaubt, völlig am Boden zu liegen öffnet sich eine weitere Falltür (welch eine herrliche Analogie!), die ihn in ungeahnte Tiefen katapultiert. Der weitere Abstieg ist vorprogrammiert: Arbeit als Drogenschmuggler, um das geliehene Geld zurückzuzahlen, eine extrem problembehaftete Liebe und Beziehung zu einer Frau mit ähnlicher Biografie, ein krimineller- eigentlich komplett verschlagener falscher Freund und zu guter Letzt der Showdown mit dem Rücken zur Wand am Abgrund, der dennoch eine Art Befreiungsschlag darstellt. Eine großartige Geschichte!

Sprachlich hat das Werk sicher Anleihen beim Altmeister des tiefen Macho-Romans Charles Bukowski genommen, wobei der verbale Stil perfekt auf die abgewrackten deutschen Vorstädte und Glasscherbenviertel der heutigen Zeit transferiert wurde, in der Leute mit Migrationshintergrund Tür an Tür mit Nazischlägerversagern wohnen. Aber die harten knackigen Macho-Figuren von Kai und Shane sind nicht ganz so überzeichnet wie bei Bukowski, sondern es schleicht sich eine weinerliche Selbsterkenntnis, eine Auseinandersetzung mit dem und suhlen im Versagen ein. Das gefällt mir fast besser, da es von der Figurenentwicklung weitaus realistischer gezeichnet ist.

Auch die Liebesgeschichte ist harter Tobak. Sie ist ein bisschen vergleichbar mit der Stimmung von Wir Kinder vom Bahnhof Zoo der 80er Jahre, erzählt aus der Sicht eines „alternden“ nunmehr erwachsenen Detlef, Freund von Christiane F. Statt Heroin werden nun modernerweise wahlweise rezeptpflichtige Schmerzmittel kombiniert mit Alkohol, Extasy oder Pilze eingeworfen und anschließend noch kiloweise Gras geraucht, um wieder runterzukommen. Marion, die große Liebe von Kai hat ihre eigene furchtbare geheimnisvolle Geschichte und diese öffnet letztendlich auch die letzte Falltür für unseren Helden bzw. Anti-Helden Kai.

Ich kann die Begeisterung von vielen für diesen Roman sehr gut verstehen. Ein großartiger Plot, wundervolle Figurenentwicklung, aber eine Welt und eine Sprache, die gar nicht angenehm sind. Da ist nichts ein bisschen subtil oder umschrieben, alles wird dem Leser quasi gewalttätig mit einem primitiven Holzhammer eingebläut. Auch dass jemand mit diesen typischen Versagerfiguren, der Welt, dem Hass und der Sprache so gar nix anfangen kann, ist völlig verständlich. Ich bin ein ganz kleines bisschen ambivalent, liebe die Stärke der Geschichte, die Spannung, mag die Welt nicht, gebe aber trotzdem oder vielleicht sogar deshalb eine klare Leseempfehlung aus.

Fazit: Harter Tobak! Nicht für jedermann! Ein weiterer, weniger bekannter österreichischer Autor, den man beachten sollte.
Profile Image for rebellyell666.
123 reviews
March 5, 2011
Inhalt:

Kai Samweber hat nach einem Arbeitsunfall ein finanzielles Tief: Er bezieht Hartz IV, lebt in einem Drecksloch von Wohnung, nimmt Drogen und trinkt und hat nur einen Freund. Shane, der Deutschtürke, der ihm den Stoff verschafft und auch einen Auftrag, als Kai die Schulden an dessen Brüder nicht zurückzahlen kann…

Schreib-/Erzählstil:

Pilz riss mich von der ersten Seite an mit. Die Verzweiflung und völlige Aussichtslosigkeit Kais hat er mit tiefgründigen und verständlichen Worten umgesetzt. Ich habe Kai vor mir sehen können, die Nebencharaktere rückten weites gehend in den Hintergrund, ohne ganz zu verschwinden. Pilz baut seine Erzählung logisch und konsequent aus, ohne ein Märchen vom Abhängigen zum Millionär zu konstruieren. Die Wut Kais stellt er ohne Kompromisse dar.

Meine Meinung:

Ich habe das Buch verschlungen, mich in Kais Lage versetzt, die Handlung aufgesogen und hatte Bilder vor Augen. Die Situation, die Worte, die Pilz benutzt hat und die Idee mit den Briefen, die Kai an seinen Bruder Florian schreibt, wirken authentisch.

Kai rettet sich aufgrund seiner Arbeitslosig- und Rastlosigkeit in den Drogensumpf und benötigt Schlüsselereignisse, um sich aus seinem Leben zu retten. Pilz differenziert klar zwischen den Momenten und dem Inneren Kais – wie es ihm wirklich geht, erfährt man durch die Briefe an Florian, seinen Bruder. Die Situation Deutschlands und die allgemeine Unruhe erfährt man ebenfalls durch Man Down – Kai rettet sich in Drogen und Alkohol aufgrund seiner Arbeitslosigkeit, andere Menschen, die in diesem Moment wirklich leben, retten sich vielleicht ebenfalls in diese Ersatzmittel, vielleicht aber auch in andere Probleme oder auch glückliche Momente, die ihnen durch die Finger rinnen. Die Unruhe, die unterschwellig im Land herrscht wird klar heraus gestellt und mich erschreckte, wie oft ich bejahen musste, als Pilz einwarf, dass sich die Großen das Geld in die Tasche stecken und wir „Kleinen“ auf der Strecke bleiben.

Fazit:

Für mich eins der besten Neuerscheinungen im Jahr 2010 – klar, offen, strukturiert, mit viel Wortgewalt und brutal ehrlich.
Profile Image for Ingo.
80 reviews1 follower
August 30, 2018
Ich muß ehrlich sagen, dass ich mir nach dem ersten Kapitel überlegt habe, ob ich das Buch zur Seite lege. Für meinen Geschmack ist die obszöne Sprache anfangs überzogen, so dass es sich für mich nicht mehr authentisch anfühlte. Hab dem Buch aber eine Bewährungsfrist gegeben, die es genutzt hat :)
Die Geschichte kommt an einen Punkt so weit, dass man weiterlesen will. Und das obwohl sie depimierend ist. Aber ganu das schätze ich dann am Ende auch an diesem Buch: es fordert zum Weiterlesen ein und es transportiert die Gefühlswelt der Geschichte so gut, dass man in Lesepausen darauf achten muß, die düstere Stimmung im Buch zu lassen...
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