Die vorliegende Studie befasst sich mit der öffentlichen Rolle der evangelikalen Bewegung in Kenia und Uganda. Der Untersuchung liegt die Hypothese zugrunde, dass die Anziehungskraft dieser rasant wachsenden Religionsgemeinschaft nicht nur von ihrer charismatischen Spiritualität ausgeht, sondern auch von ihrer konservativen Weltanschauung. Sie dient der Stabilisierung im Zuge komplexer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Wandlungsprozesse. Die evangelikle Bewegung befriedigt jedoch nicht nur das persönliche Sicherheitsbed|rfnis, sie stellt auch psychologische und materielle Ressourcen f|r ein aktives Eingreifen in den Wandlungsprozess bereit. F|r die Gegen|berstellung von religiösen und politischen Ordnungsvorstellungen wurde eine Erhebung zu politischen und sozialen Einstellungsmustern durchgef|hrt. Das Ergebnis der Erhebung zeigt, dass Anhänger der evangelikalen Bewegung im Vergleich mit Anhängern anderer Religionsgemeinschaften einerseits stärker zu politischem Autoritarismus und Vorurteilen neigen, andererseits jedoch f|r einen an neo-konservativen Werten angelehnten sozio-ökonomischen Wandlungsprozess einstehen.