Mit "Blitzmädel" setzt Hans Hellmut Kirst, einer der erfolgreichsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit, seine Chronik des Zweiten Weltkriegs in Romanen fort. "Blitzmädel" ist die Geschichte der Nachrichtenhelferinnen, die sich voller Idealismus freiwillig zum "Dienst an de Waffe" meldeten. Es war ihr Schicksal, irregeführt, mißbraucht und geopfert zu werden. Stellvertretend für diese "Blitzmädel" stehen Monika Hofer und Susanne Singer, die noch im Frühjahr 1945 dem Ruf an die Front folgen. Sie kommen in einen wahren Vorhof der Hölle.
Hans Hellmut Kirst hat dieses tragische Kapitel der deutschen Vergangenheit mit Einfühlungsgabe, Genauigkeit und einem unnachahmlichen Sinn für die Komik nachgezeichnet.
A veteran from WW II, he wrote various novels focused on military life and the corruption in the army.
Hans Hellmut Kirst, der international erfolgreichste deutsche Autor der Nachkriegszeit, wurde am 5. Dezember 1914 in Osterode in Ostpreußen als Sohn eines Gendarmeriebeamten geboren. Von 1933 bis 1945 diente Kirst als Berufssoldat. Mit seiner später verfilmten Romantrilogie „08/15“, seinen Welterfolgen „Fabrik der Offiziere“ und „Die Nacht der Generäle“ fand Hans Hellmut Kirst auch literarisch große Anerkennung.
Onkel Hans-Helmut hat seinen 08/15-Teebeutel zum zwanzigsten mal in ziemlich lauwarmes Wasser gehalten. Die Bösen sind dieses mal aber nicht irgendwelche korrupten Kämpen, sondern ein dauergeiles Nazi-Pärchen, das ständig übereinander herfällt, während die Guten, trotz ihrer Empfindungen füreinander, wie Holzpuppen herum stehen. Der Hauptheld ist ein Verpflegungsbulle namens Koralnik, der alle und jeden besticht und auch den Mord am von Heldenwahn infizierten Hauptmann Crusius deichselt. Im Verlauf der 283 Seiten gehen die Guten durch das Ende des Zweiten Weltkriegs und alle Anfeindungen von Hauptmann Crusius und seiner Mädelführerin Warnke wie die biblischen Jünglinge im Feuerofen. Das große tragische Knallbombomm hat sich Onkel Hans-Helmut für den letzten Absatz aufgehoben, seine beiden Lieblingsmädels Susanne Singer und Monika Hofer steigen nicht auf den Laster mit den anderen überlebenden Blitzmädels , sondern gehen lieber zu Fuß die paar Kilometer nach Freudenstadt, wo Koralnik schon einen Unterschlupf für seine Schützlinge bereit gestellt hat. Beim Versuch etwas Abstand zwischen sich und eine amerikanische Militärkolonne zu bringen, treten die beiden Frauen dann auf eine Mine, die Monikas Angebeteter in einem Akt von militärischem Ungehorsam extra an eine Stelle gelegt hat, wo garantiert keiner angreifen wird. Kirst hat sein Ensemble zu keiner Zeit im Griff, ein Stern ist eigentlich zu viel für diese Null-Leistung, bei der ein höherer Frauenanteil, neben dem wohl tragisch gemeinten Schluss-Schlenker, die einzige Neuerung darstellt.