Zur Einführung für in Sachen Luhmann Unbeleckte wahrscheinlich mäßig gut geeignet: Reese-Schäfer deckt zwar ein für die geringe Seitenzahl erstaunlich großes Terrain ab, muss aber dafür auf Grundlegungen, was Luhmanns Begrifflichkeiten angeht, weitgehend verzichten. Ich jedenfalls war froh, mich schon halbwegs auszukennen; sonst hätte mich das Buch wahrscheinlich in erster Linie frustriert. Die klarsten Sätze waren jedenfalls die von Luhmann selbst zitierten. Das sollte bei einer Einführung nicht so sein. Nicht gerettet, aber die Lektüre am Ende belohnt, hat dann aber doch das ziemlich brilliant gelungene Schlusskapitel, in dem Reese-Schäfer die Vorzüge und Begrenzungen von Luhmanns Denkweise herausarbeitet, und artikuliert, was die Beschäftigung mit ihm so lohnenswert macht: nicht primär Inhalte werden von Luhmann geliefert, sondern Formen des Denkens; ein Instrumentarium, das gewisse Figuren, wie sie eben vor allem in dem der Gesellschaft eigenen Element Kommunikation immer wieder vorkommen, überhaupt erst erfassbar werden lässt.