«Halten Sie die Luft an, und vergessen Sie das Atmen nicht!» Was George Bush kann, können unsere Politiker und Prominenten schon lange! Und so hat Jule Philippi die deutsche Prominenz belauscht und die witzigsten Stilblüten und Versprecher gesammelt: Von dem entlarvenden «Jeder Beamte darf machen, was ich will» Otto Schilys über «So schöne Berge gibt es nur in den Bergen» (Gunther Emmerlich) bis hin zu eben Edmund Stoibers Forderung «Wir müssen den Kindern mehr Deutsch lernen!».
Jule Philippi studierte Linguistik an den Universitäten Hamburg, Utrecht und Stuttgart. Sie hat drei Kinder im Alter von drei bis neun Jahren und lebt als freie Autorin in Hamburg.
Angesteckt vom Erfolg der Hitlisten zu Worten und Unworten des Jahres und den Bestsellern über Sprachpanscherei von Bastian Sick und Bodo Mrozek, wollte der Rowohlt-Verlag sich scheinbar auch eine Scheibe vom Kuchen abschneiden. Doch die vorliegende Zitate-Sammlung von Politikern und Medienmenschen, zusammengestellt von Jule Philippi, ist wenig originell und nicht einmal amüsant. Insbesondere wenn Zitate wieder gegeben werden, bei denen es sich nicht um Versprecher handelt, sondern vom Sprecher intendierte Ironie. (Schily:“In meinem Ministerium darf jeder das tun, was ich will.“) Natürlich gibt es auch ein paar amüsante Stilblüten, die den Redner entlarven, allen voran Stoibers titelgebendes „Wir müssen den Kindern mehr Deutsch lernen“, aber für ein ganzes Buch reicht das eigentlich nicht. Wirklich ärgerlich ist, dass der Verlag die Schrift auf eine Größe aufblähen musste, die für jedes Erste-Leser-Buch, jedes Werk in Großschrift für Sehbehinderte noch peinlich wäre. Weil aber auch das noch nicht gereicht hätte, die 120 Seiten zu füllen, ist das Ganze noch gewürzt mit unnützen Zeichnungen und collagenhaft bearbeiteten Fotos, die sich manchmal schwer überhaupt mit dem Text in Verbindung setzen lassen. Fazit: Das Machwerk ist selbst seinen niedrigen Preis nicht wert und man sollte den Rowohlt-Verlag wieder das Bücher machen lernen.
Totaler Flop für mich. Ich hatte ein lustiges Buch mit vielen Versprechern von Politikern und Prominenten erwartet. Allerdings konnte mir nur ein einziger Ausspruch wenigstens ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Von gar lautem Auflachen leider keine Spur! Die Sätze stehen für sich, sind total aus dem Zusammenhang gerissen und man merkt, dass sie vielleicht in vielen Fällen unglücklich formuliert wurden, trotzdem aber totalen Sinn ergeben. Zum Beispiel ein Satz, den Helmut Kohl (Altbundeskanzler) mal gesagt hat: "Andere bekommen gleich kalte Füße, wenn ihnen der Wind einmal ins Gesicht bläst." Natürlich wird hier der Unterschied Füße/Gesicht hervorgehoben. Aber witzig??? Und mit ein bisschen Verstand weiß jeder, was Herr Kohl damit ausdrücken wollte. Mir ist aufgefallen, dass bei der Prominenz in den Bereichen Fernsehen, Sport und Musik viel mehr Blödsinn geredet wurde und man teilweise bei den Versprechern als Leser an der Intelligenz bzw. Kompetenz dieser Promis zweifelt. Zusätzlich hat das Buch noch Bilder, die auf "lustig" bearbeitet wurden. Es erinnerte mich etwas an meine Schulzeit, als wir es lustig fanden Modells in Zeitschriften Zahnlücken, Brillen und Bärte aufzumalen. Noch dazu wurde sich noch nicht mal die Mühe gemacht bei den Bildern auch die passenden Sprüche zu den gezeigten Personen abzudrucken. Wenn unter einem Bild von Angela Merkel zum Beispiel Aussprüche von Naddel, Hans Meiser, Verona Feldbusch oder Anke Engelke stehen und ein paar Seiten später unter dem Bild von Boris Becker etwas von Edmund Stoiber (als Beispiel) kann ich den Sinn dieser Bilder nicht ergründen. Das Buch wird mit der Zeit auch immer uninteressanter, da man schon in einigen Jahren diese Leute aus Politik und Prominenz bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr kennen wird.