Andy ist von Inga gebannt. Auch als sich herausstellt, dass sie drogensüchtig ist, weicht er nicht von ihrer Seite. Er haut mit ihr ab, taucht unter in einer WG. Gibt es einen Weg zurück aus dem Strudel der Abhängigkeit? Seine Freunde wollen Andy nicht aufgeben.
Klaus Kordon (* 21. September 1943 in Berlin-Pankow) ist ein deutscher Schriftsteller im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur.
Klaus Kordon wuchs im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg auf. Da sein Vater im Krieg umgekommen war, wurde er alleine von seiner Mutter erzogen. Nach dem Tod der Mutter im Jahr 1956 lebte Kordon in verschiedenen Heimen. Klaus Kordon absolvierte in der DDR eine Ausbildung als Fernsehmechaniker, arbeitete in verschiedenen Berufen und machte schließlich das Abitur. Nach einem Fernstudium zum Exportkaufmann unternahm er berufliche Reisen, die ihn unter anderem nach Indien, Indonesien und Nordafrika führten. Zu dieser Zeit begann er mit dem Schreiben. Seine zunehmende Distanz zur politischen Praxis in der DDR mündete 1972 in einem Fluchtversuch über Bulgarien in den Westen. Kordon wurde festgenommen und in das zentrale Untersuchungsgefängnis des MfS im geheimen Sperrgebiet von Berlin-Hohenschönhausen eingeliefert; er blieb ein Jahr in Stasi-Haft. 1973 kaufte ihn die Bundesrepublik Deutschland frei. Sein erstes Buch, der Jugendroman Tadaki, erschien 1977. In seinem autobiographischen Roman Krokodil im Nacken verarbeitete er die Hafterfahrung.
Klaus Kordon ist Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.
Kordon schreibt Romane, Erzählungen, Märchen und Gedichte. In seinen Büchern verarbeitet er geschichtliche Stoffe. Seine Akteure sind meist Arbeiter oder von der Gesellschaft marginalisierte Gruppen. Andere Werke sind von seinen Reisen inspiriert. Mit Die Zeit ist kaputt schrieb Kordon eine Biografie von Erich Kästner für Jugendliche und Erwachsene.
Ich hatte das Buch aus Schulzeiten als gute Literatur in Erinnerung, wurde allerdings von einer undurchdachten und überstürzten Geschichte mit einem furchtbaren Schreibstil überrascht. Obwohl das Buch nur knapp 115 Seiten lang ist, hat es furchtbar lang gedauert, voran zu kommen, da sich Spannung in diesem Buch nirgends findet.
Andy, Herbert und Charly sind eine Dreier-Clique – bis Inga in ihr Wohnviertel einzieht und Andys Leben vollkommen auf den Kopf stellt. Er ist von dem neuen Mädchen fasziniert und weicht ihr schon bald nicht mehr von der Seite. Auch als er herausfindet, dass sie drogensüchtig ist, ändert das nichts an seinen Gefühlen. Er verbringt seine Zeit zunehmend mit ihr und vernachlässigt darüber Freunde und Schule. Das bleibt natürlich nicht ohne Konsequenzen, doch als diese für die beiden nicht mehr auszuhalten sind, tauchen Andy und Inga kurzerhand unter und ziehen in eine WG. Charly macht sich Sorgen um seinen Freund und folgt ihnen in ein Milieu, das ihm bisher weit entfernt erschien und nun auf einmal erschreckend nah ist: Er sieht, wie sich die Abhängigen spritzen, wie die Drogen wirken und erlebt mit, wie die Süchtigen ständig unter Druck stehen, Geld für den nächsten Schuss aufzutreiben. Doch das schlimmste ist, dass er hilflos dabei zusehen muss, wie sein Freund Andy sich ebenfalls Heroin spritzt. Die Situation eskaliert und dann ist Inga auf einmal verschwunden ...
Cover:
Das Cover fand ich recht unspektakulär. Zu sehen ist hier lediglich das Schild für „Einbahnstraße“. Damit kann man jetzt nicht wirklich viel anfangen, wenn man den Inhalt der Geschichte noch nicht kennt. Wenn man das Buch jedoch gelesen hat, dann ist es doch recht passend.
Eigener Eindruck:
Andy, Charlie und Herbert sind Freunde. Damit Zwei von ihnen nicht sitzen bleiben, lernen sie viel zusammen. Doch dann taucht in der Klasse ein neues Mädchen auf und Andy freundet sich mit ihr an. Schließlich sondert sich Andy von seinen Freunden ab und ist nur noch mit Inga zusammen, was dazu führt, dass die Freunde weniger Kontakt haben. Als Charlie schließlich beobachtet, wie Inga und Andy Kontakt zu einem ortsansässigen Drogendealer haben, folgt er ihnen und steht plötzlich mitten in den Geschehnissen, denn er wird gezwungen mit Andy und Inga nach Bremen zu gehen, wo sie in einer Drogengang aufgenommen werden. Dort beobachtet Charlie erstmals drogenabhängige Menschen und geht mit ihnen klauen, um sich über Wasser zu halten. Er lernt die Geschichten und Schicksale der jungen Menschen kennen und freundet sich sogar ein bisschen mit ihnen an, auch wenn er immer wieder versucht Andy zu überreden, mit ihm zurück zu gehen. Als die Situation schließlich eskaliert, springt Charlie für Andy in die Bresche...
Nun, ich finde, dass die Sache mit den Drogen unbedingt mehr aufgeklärt werden sollte und da ist eine solche Lektüre wirklich etwas sehr Gutes. Leider ist dieses Exemplar hier zwar aufklärend, aber ziemlich lahm geschrieben, sodass man sehr schnell die Lust am Lesen verliert. Wer trotzdem durchhält bekommt eigentlich eine gute Story, mit pädagogisch wertvollem Hintergrund. Schade, dass man beim Lesen halb einschläft. Schlimmer noch war das Buch damals für mich, da es eine Pflichtlektüre in der Schule war. Wenn man sich nicht von selbst mit solchen Themen beschäftigen will, dann zieht sich so ein Buch natürlich wie zäher Kaugummi. Doch auch jetzt hat das Buch für mich keinen packenden Hergang. Ganz im Gegenteil. Es schreckt ab und man möchte das Buch eigentlich immer wieder zur Seite legen. Eigentlich schade, da der aufklärende Charakter wirklich gegeben ist. Wir haben hier alle Themen abgedeckt. Kriminalität und Abhängigkeit von Drogen, die Sucht, die einen dazu zwingt Anschaffen zu gehen und schließlich auch der Drogentod.
Fazit:
Ein wichtiges Thema, jedoch recht lahm verpackt. Hier braucht man Durchhaltevermögen.
Offenbar war dieses Buch auch in der Schweiz gerne Schullektüre; ich muss es im ersten oder zweiten Jahr der Mittelstufe gelesen haben. Meine Erinnerung war, dass es mir zur damaligen Zeit persönlich ziemlich nahe ging. Stellenweise konnte ich den Einfluss noch spüren, als ich es kürzlich wieder ausgegraben hatte, insgesamt kam es mir aber erstaunlich oberflächlich vor.
Die Geschichte an sich ist gut. Sie bringt die Ambivalenz der Figuren und die Gemütsschwankungen der Pubertät ziemlich gut rüber. Es geht mir aber alles etwas zu rasant vorbei und ich vermisse, vor allem gegen Ende des Buches, echte Wucht hinter den Konsequenzen.
Es gibt gute Gründe dafür, warum das Buch so kurz gefasst sein mag. Ich dachte, mit zwölf oder dreizehn Jahren hätten wir in der Schule schon deutlich längere Werke gelesen, aber vermutlich verschätze ich mich da. Der Aufhänger, dass die Geschichte von einem Teenager als Erlebnisbericht niedergeschrieben wurde, spricht ebenfalls gegen einen ausufernden Roman. Zudem verdeutlicht das Erzähltempo eigentlich ganz gut, über welchen kurzen Zeitraum die Ereignisse stattgefunden haben sollen, und passt zum Thema, wie unstet und flüchtig auch vermeintlich engere Beziehungen mit Menschen sein können, die mit einer Sucht kämpfen.
Trotzdem dachte ich am Ende der Geschichte, dass ich mir mehr Details und tiefere Einblicke in die Figuren gewünscht hätte. Die wenigen Stellen, an welchen man dies als Leser oder Leserin erhält, sind recht ungeschickt geschrieben. Figuren rattern plump über zwei, drei Seiten ihre Lebensgeschichte herunter, was fadenscheinig mit einem plötzlichen Anfall von Redseligkeit erklärt wird.
Dass ich auf den wenigen Seiten trotzdem das Gefühl hatte, mich gut in einige der Hauptcharaktere hinein versetzen zu können, rechne ich Herrn Kordon hoch an. In Andy, Inga und Moni schimmern zeitweise glaubhafte, nachvollziehbare Persönlichkeiten mit bewegenden Geschichten durch.
Man sollte aber keine allzu subtile Exposition erwarten. Es handelt sich ja auch um ein Frühwerk Kordons, was mich noch zum abschliessenden Gedanken bringt, dass Die Einbahnstrasse sich erstaunlich zeitlos anfühlt. Ich hatte implizit angenommen, dass das Buch in den Mitt- bis Spät-Neunzigern geschrieben wurde, nicht lange bevor ich es erstmals gelesen hatte. Dass es sich um einen Nachdruck eines Buches von 1979 handelt, hatte ich ihm damals nicht angemerkt, und es fühlt sich auch 2025 nicht wie komplett aus der Zeit gefallen an. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass Kordon grösstenteils auf bemühten Jugend-Slang verzichtet.
Ich habe es bisher versäumt, Wir Kinder vom Bahnhof Zoo zu lesen, habe aber das Gefühl, dass Die Einbahnstrasse stark davon inspiriert worden sein musste, nicht nur wegen der Nähe der Erscheinungsdaten. Ich werde versuchen, diese Lücke bald zu füllen – vielleicht finde ich dort den tieferen emotionalen Zugang, der mir hier gefehlt hat. Für gut 100 Seiten Jugendlektüre ist aber auch Die Einbahnstrasse keine Zeitverschwendung.
Solch ein Buch sollte man in der Oberschule lesen. Es ist ein klassisches Jugendbuch, welches Bezug zur Realität hat. Es ist einfach und verständlich geschrieben. Als Jugendliche hätte ich gerne solche Bücher gelesen, mehr als Bücher, die mit mir nichts zu tun haben. Es ist zeitnah und zeigt was mit Kindern und Jugendlichen passieren kann jeder Sozialen Klasse aus. Es schreckt ab, wenn man noch nicht in der Szene ist und zeigt das wahre Leben dahinter, aber es erzählt auch davon was wahre Freundschaft ist und von Stärke und Durchhaltevermögen, wenn man einen Menschen wirklich liebt. Definitiv ein Buch was man gelesen haben sollte. Zusätzlich ist es kurz und handlich.
Hab das Buch damals in der Schule schon gelesen und es hat mir da schon gut gefallen. Sehr gut dargestellt und zeigt einem so, was Drogen mit einem anstellen können.
Wir mussten das damals in der Schule lesen, erst war ich nicht davon begeistert aber als ich einmal anfing zu lesen konnte ich gar nicht mehr aufhören! Das Buch ist auf eine ziemlich jugendlichen Art geschrieben und stellt sehr gut dar wie schnell man in den Drogensumpf und dessen Beschaffungssog kommt.