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150 pages, Paperback
First published January 1, 1992
Maredo Steak-House
Die Stücke toter Tiere auf den Teller
Die Teller in den Händen junger Menschen
Die jungen Menschen sind schwarz-rot gewandet
Die weißen Wände, roh gespachtelt, werden
von schwarzgestrichnen Stämmen jäh durchbrochen
wild spaltet sich das Holz der schwarzen Stämme:
Hier ist man ja mitten unter Gauchos!
Hier weht ja der schärfere Wind der Pampas!
Hier sollte man eigentlich nicht ohne Messer herkommen!
Das Deckenholz ruht schwer auf dunklen Säulen
Am Boden glänzen pflegeleichte Kacheln
Ein offnes Feuer glost durch rußges Eisen
Im Halblicht prüft der Kunde die Salate
Dann stellt er seinen Teller selbst zusammen
Für sieben fünfzig hat er freie Auswahl:
Ja, ist hier das Paradies ausgebrochen?
Ja, geht es noch ungezwungner?
Ja, fällt man sich hier als nächstes in die Arme?
Das Riesen-Entrecote ist fast ein Pfund schwer
Der Fettkern macht es saftig und besonders
in Sauerrahm getaucht lockt die Kartoffel
Das Messer schneidet silbern in das Fleischstück
Das rote Blut quillt auf den weißen Teller
Dem Schneidenden wird plötzlich schwarz vor Augen:
Wie schön still es hier auf einmal ist.
Wie schön dunkel es hier auf einmal ist.
Wie schön es hier auf einmal ist, still und dunkel.
Sie nannten ihn Walter Storchi
I
Showdown-Time in Tombstone-City,
Walter Storchi steht am Schatten.
Quietschend öffnet sich das Hoftor,
Walter Storchis Hand fährt aufwärts.
Licht schraffiert sein Gegenüber,
Walter Storchis Finger spannt sich.
Lippen klaffen, bartumstoppelt:
„Walter, komm sofort nach Hause!“
Kreischend dreht sich träg das Windrad,
Storchis Hand erscheint im Lichtfeld.
Hand greift Hand, da schreit es gellend:
„Na, wo bleibt ihr denn, ihr beiden?“
Showdown-Time. High-Noon. Das Licht gleißt.
Und bei Storchis gibt es Hammel.
II
Wer tritt die Tür zur Ox-Bar ein?
Das kann nur Walter Storchi sein.
Wer zieht blitzschnell den Colt heraus?
Das sieht verdammt nach Storchi aus.
Wer ruft: „Heb deine Flossen, Mann!“?
Das hört sich sehr nach Storchi an.
Wer hat dann keine Munition?
Na, wer denn wohl! Na, wer wohl schon?
III
Seinen allerletzten Fight
kämpfte er zur Kaffeezeit.
Walter Storchis letzte Bitte:
„Stell dich endlich, Käseschnitte!“
Walter Storchis letzte Worte:
„Wehr dich, feige Sachertorte!“
Walter Storchis letzter Satz:
„Mary, wein nicht, wenn ich platz!“
Walter Storchis Grabinschrift:
„Daß es stets die Dicksten trifft!“