Wie sähe die Welt aus, hätte es in der Geschichte nicht mutige Menschen gegeben, die sich gegen Unterdrückung und Engstirnigkeit wehrten? So wie die »Lichtfänger«, die im ausgehenden Mittelalter den Hexenwahn bekämpften. Elmar Bereuter – seit seinem verfilmten Bestseller »Schwabenkinder« Garant für profund recherchierte historische Romane – erzählt, wie sich ein Historiker quer durch Europas Archive wühlt, um das Schicksal des Lichtfängers und Theologen Cornelius Loos zu erhellen.
Die Lichtfänger – damit sind Männer wie z.B. der Jesuit Friedrich Spee gemeint, die sich im 16. und 17. Jahrhundert vorab mittels kritischer Schriften gegen den in Deutschland grassierenden Hexenwahn wandten, so. Anders als der Buchtitel es annehmen lässt, gab es keinen "Lichtfänger-Bund" o.ä. Diese Personen waren allesamt Einzelkämpfer, die teils gleichzeitig lebten, teils nacheinander.
Der Autor hat sich sichtlich Mühe gegeben, die geschichtlichen Fakten akkurat in eine Erzählung zu verpacken. Das ist leider lange nicht wirklich packend und erzählerisch mässig, die eigentlich schrecklichen Vorkommnisse liessen mich weitgehend kalt. Es besserte erst mit der Episode um den Kaufmann Hermann Löher und das Dorf Rheinbach, die am ausführlichsten geschildert wird. Da wird das grosse Leid und die Angst der Opfer wie auch die Kaltblütigkeit, die Ungerechtigkeit und Machtgier der Täter auf einmal greifbar.
Quasi als Rahmenhandlung, die das Buch durchzieht, wird die Geschichte des Bibliothekars und Hexenforschers George Lincoln Burr erzählt, der eine bedeutende Sammlung von Hexenprozess-Akten und sonstigen Schriften zum Hexenwesen aufbaute. Burr wird als sehr sympathischer, bescheidender Mensch dargestellt, doch leider fehlte mir hier der ganz konkrete Bezug zur Handlung im 17. Jahrhundert. Dass das auf den letzten paar Seiten noch nachgeholt wird, ist irgendwie zu wenig, ich empfand diese Geschichte zum Teil eher als störende Unterbrechung.
Fazit: Informativer und engagierter Roman, erzählerisch von unterschiedlicher Güte, dem etwas der Spannungsbogen und der Zusammenhang fehlt.
En informativ bok som tar for seg noen sentrale personligheter som var motstandere mot hekseforfølgelsen i Tyskland (Cornelius Loos, Friedrich Spee, samt Hermann Löher). Hovedvekten er imidlertid på George Lincoln Burr som gjenoppdaget mange av disse verkene, inkl. Loos "De vera et falsa magica" som man antok hadde gått tapt.
Det er populært blant katolikker å hevde at hekseprosesser var noe protestantisk, noe denne boken nyanserer. I Tyskland var hekseprosessene utbredt uavhengig av religion - et sted i boken sier en av karakterene passende at religiøse forskjeller glemmes når det handler om hekser. I den katolske byen Tier og Rheinbach ble henholdsvis +300 og +100 dømt og drept for hekseanklager; Trier hadde på dette tidspunktet et folketall på kanskje 3000. Det er sterke indikasjoner i boken om at man fra sentralt hold (Vatikanet) ikke var enig i dette (og både Loos og Spee var geistlige), men da - som nå - var det store forskjeller mellom teori og praksis, spesielt i ytre strøk.
Ok, not sure about this novel. Not even sure it is a novel. It is more a collection of stories about witch trials in central Germany interspersed with a narrative biography of George Lincoln Burr, but then, there does appear to be some sort of purpose beyond just telling these stories. As another reviewer already mentioned, it does take until the final 20 pages to get to that point.
There are things I like very much about this novel; as a historian, I loved reading a fictionalized biography of a historian/librarian, and I might try to find out more about him, or about the witch trials and the places the author describes, but as a story, or as a novel, it just isn't quite there. It's too disparate, it appears to strive for accuracy more than it strives for pleasance.
I wish I could give half-stars, because it is surely better than just two stars, but it doesn't quite reach to three.