»Fine hat schon früh gelernt, für ihre Träume zu kämpfen und für ihre Überzeugung einzustehen. Das hat mir sehr imponiert.« Ulrike Renk.
1931: Der Alltag im von der Wirtschaftskrise gebeutelten Berlin ist schwer. Fines Mutter Ulla Dehmel gelingt es kaum, für ihre Kinder zu sorgen. Schließlich ist sie gezwungen, Fine und ihre Schwestern bei einer Pflegefamilie auf dem Land unterzubringen. Zunächst ist Fine entsetzt, dass sie Berlin verlassen muss, aber nach und nach arrangiert sie sich mit dem neuen Leben. Dann kommen die Nazis an die Macht, und es zeigt sich, dass Ullas Sorge um ihre halbjüdischen Kinder berechtigt war. Schon bald wird Fine ihr Erbe zum Verhängnis. Wird sie es schaffen, dennoch an ihre Träume zu glauben?
Über eine junge Frau in dunklen Zeiten und den Mut, aus dem Hoffnung gemacht ist.
Ulla und Heinrich Dehmel sind mittlerweile mit ihren Töchtern zurück in Berlin. Heinrich hat eine Stelle als Amtsarzt, verliert diese aber, als er die Zustände in den Arbeitersiedlungen anprangert. Ulla wendet sich der KPD zu, wird Mitglied und engagiert sich kräftig. Als sie und Heinrich sich scheiden lassen und dann noch die Wirtschaftskrise es für Ulla schwierig macht Geld zu verdienen, beschließt die Familie die drei Mädchen Fine, Cornelia und Beate weit ab von Berlin zu einer Pflegefamilie zu geben.
Das Buch beginnt aus Ullas Perspektive. Wir erleben mit ihr das fragile Familienleben mit Heinrich, der sich immer mehr von ihr abwendet. Halt findet sie bei ihren Schwägerinnen und der Partei. Nach einem Drittel des Buches wechselt die Perspektive zu Fine und damit geht der Blick wieder mehr in den Alltag. Wobei Fine sehr neugierig ist und gerne auch die Gespräche der Erwachsenen belauscht und somit der auch die Leser wieder eine Einblick in das gesellschaftliche Leben der Familie bekommt.
Ulrike Renk schafft es wieder diese ungewöhnliche Familie und deren Leben lebendig werden zu lassen. Wobei in Fines Abschnitt mehr oder weniger nur noch die Kernfamilie eine Rolle spielt. Lotti und Vera tauchen hier nur noch kurz und auch Ida Hamburg spielt keine Rolle mehr. Hier sieht man auch, wie der herausfordernde Alltag das enge miteinander auseinanderreißt.
Ich habe mich wieder wohl gefühlt mit dem Buch. Ich hätte auch gerne noch ein weiteres Buch über Fine Dehmel gelesen, so wie es ursprünglich geplant war. Ich kann aber nachvollziehen, dass Ulrike Renk gerade nicht die Kraft hat, noch einmal über die Brutalität des zweiten Weltkriegs zu schreiben, wenn gerade ein Krieg in Europa tobt. Vielleicht ergibt sich das später noch einmal, wenn wieder Frieden herrscht.
Von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung auch für die gesamte Reihe, die eine wirklich außergewöhnliche Familiengeschichte wieder aufleben lässt.
Verlag Aufbau Digital Veröffentlichung 14.02.2023 ISBN 978-3-8412-3060-7 Gehört zu Die große Berlin-Familiensaga Bandnummer 4 Format E-Book Anzahl Seiten 544 Sprache Deutsch
Beschreibung »Fine hat schon früh gelernt, für ihre Träume zu kämpfen und für ihre Überzeugung einzustehen. Das hat mir sehr imponiert.« Ulrike Renk.
1931: Der Alltag im von der Wirtschaftskrise gebeutelten Berlin ist schwer. Fines Mutter Ulla Dehmel gelingt es kaum, für ihre Kinder zu sorgen. Schließlich ist sie gezwungen, Fine und ihre Schwestern bei einer Pflegefamilie auf dem Land unterzubringen. Zunächst ist Fine entsetzt, dass sie Berlin verlassen muss, aber nach und nach arrangiert sie sich mit dem neuen Leben. Dann kommen die Nazis an die Macht, und es zeigt sich, dass Ullas Sorge um ihre halbjüdischen Kinder berechtigt war. Schon bald wird Fine ihr Erbe zum Verhängnis. Wird sie es schaffen, dennoch an ihre Träume zu glauben?
Über eine junge Frau in dunklen Zeiten und den Mut, aus dem Hoffnung gemacht ist.
Zur Autorin
Ulrike Renk, Jahrgang 1967, studierte Literatur und Medienwissenschaften und lebt mit ihrer Familie in Krefeld. Familiengeschichten haben sie schon immer fasziniert, und so verwebt sie in ihren erfolgreichen Romanen Realität mit Fiktion.
Im Aufbau Taschenbuch liegen ihre Australien-Saga, die Ostpreußen-Saga, die Seidenstadt-Saga und zahlreiche historische Romane vor. Zuletzt erschienen von ihr „Eine Familie in Berlin – Paulas Liebe“, „Ursula und die Farben der Hoffnung“ und “Fine und die Zeit der Veränderung”, die neue große Saga um die Dichterfamilie Dehmel.
Meine Meinung
Ich bin ja seit der Ostpreußensaga eine begeisterte Leserin/Hörerin von den Romanen der Autorin. Auch diese Reihe habe ich von Anfang an verfolgt. Hier handelt es sich um den 4. Teil dieser Reihe.
Wie man dem Titel schon entnehmen kann, geht es hier vordergründig um Fine. Sie ist die älteste Tochter von Ulla und Heinrich Dehmel.
Wir befinden uns hier im Jahre 1931 in Berlin. Mittlerweile ist die Ehe zwischen Ulla und Heinrich gescheitert und Ulla kämpft sich mit ihren drei Töchtern durch. Irgendwann ist sie aber gezwungen, ihre Töchter anderweitig unterzubringen.
Fine und ihre beiden kleineren Schwestern leben nun bei einer Pflegefamilie auf dem Land, was natürlich erst eine große Umstellung für die Kinder, vor allem für Fine, ist.
Im Nachwort erklärt die Autorin, dass es zumindest vorerst keine Fortsetzung geben wird aufgrund der aktuellen Geschehnisse in der Welt, vor allem in Bezug auf Russland und die Ukraine. Ich kann das verstehen, da ich momentan auch lieber aus den 60er, 70er und 80er Jahren historische Romane lese.
Alles in allem konnte mich der 4. Teil auch wieder fesseln, allerdings gab es zwischendrin auch Längen für mich. Ich kann hier eine Lese- und Hörempfehlung mit 4 Sternen aussprechen.
Zum Inhalt: Ulla und Heinrich Dehmel sind mit ihren drei Töchtern wieder nach Berlin zurückgekehrt. Ulla engagiert sich politisch. Heinrich dagegen ist ganz für seine Patienten da. Die Ehe leidet sehr darunter. Die Weltwirtschaftskies kommt und dazu gewinnen die Nazis immer mehr an Macht. Ulla hat Angst, dass ihre Kinder in Berlin nicht mehr sicher sind. So schickt sie Fine und ihre Schwester aufs Land. Hier wachsen die Kinder behütet auf. Fine kann Abitur machen und träumt davon Ärztin zu werden.
„Eine Familie in Berlin: Fine und die Zeit der Veränderung“ ist der vierte Band der großen Familiensaga von Ulrike Renk. Die Künstlerfamilie Dehmel ist eine so interessante Familie, die ich über die vier Bände gerne begleitet habe.
In diesem Band begleiten wir die Familie durch die Jahre 1926 – 1935. Die Geschichte wird aus der Sicht von Fine erzählt. Trotzen steht zu Beginn Ulla im Vordergrund. Man erfährt einiges von ihrem politischen Engagement. Mit 14 Jahren kommt Fine mit ihrer Schwester dann auf Land zu einer Pflegefamilie. Ulla ist es nicht mehr möglich ausreichend für die Kinder zu sorgen. Ihre Ehe ist gescheitert und Heinrich unterstützt die Familie nicht. Die Mädchen haben Heimweh, sehnen sich nach ihrer Mutter. Sie erfahren aber auch zum ersten Mal was ein geregeltes Familienleben bedeutet. Sie haben genug zu essen und sind in Sicherheit.
Die Protagonisten sind sehr lebensnah beschrieben. Fine ist ein toller und liebenswerter Charakter. Sie ist schon sehr früh selbstständig geworden. Hat sich immer verantwortlich für ihre Schwestern gefühlt.
Ulrike Renk erzählt die Geschichte wunderschön und authentisch. Ihre Erzählung ist bunt und facettenreich. Die Zeit der Handlung wird exzellent widergespiegelt. Einmal mit dem Buch angefangen wird man wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen und erwacht erst wieder wenn die Geschichte zu Ende ist.
Die Erzählung der Geschichte über die Familie Dehmel lässt Ulrike Renk hier enden. Im Nachwort schreibt die Autorin noch kurz wie es mit den Mitgliedern der Familie weitergegangen ist.
„Eine Familie in Berlin: Fine und die Zeit der Veränderung“ ist ein wunderschöne Fortsetzung der Geschichte über die Familie Dehmel. Jetzt muss ich die Familie Dehmel verlassen und bedanke mich bei Ulrike Renk für die schönen Lesestunden die ich mit der Familie Dehmel verbringen durfte.