Jump to ratings and reviews
Rate this book

Zart War Ich, Bitter Wars

Rate this book

368 pages, Paperback

First published January 1, 1990

Loading...
Loading...

About the author

Ursula Enders

10 books2 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
0 (0%)
4 stars
1 (100%)
3 stars
0 (0%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 of 1 review
11 reviews1 follower
August 28, 2025
Hm, ich hätte vorher nicht gedacht, dass mich ein Sachbuch über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen so sehr packen würde. Das Buch ist fachlich klar mit wissenschaftlichem Anspruch geschrieben und verweist sehr regelmäßig auf viele unterschiedliche Quellen, ist aber trotzdem primär auch für Laien zugänglich und verständlich.
Mir hat sehr gut gefallen, wie durchweg ein Schwerpunkt auf die Wichtigkeit der Parteilichkeit für das kindliche Opfer gelegt wurde. Mit ganz vielen Beispielen aus der Therapiepraxis mit Kindern wurde aufgezeigt, wie man mit einem Kind, bei dem man den Verdacht hat, dass es Opfer von sexuellem Missbrauch geworden ist, umgehen kann und welche Schritte man gehen kann, um dem Kind zu helfen, ohne gleichzeitig eine Retraumatisierung zu verursachen. Man hat sehr stark gemerkt, dass den Autorinnen und Autoren das Kindeswohl tatsächlich an erster Stelle steht.
Auch gefallen hat mir, wie die Verantwortung für die Straftat des sexuellen Missbrauchs unbeschönigt beim Täter gestellt wurde und jede Theorie oder Ideologie, die die Täter- Opfer- Verhältnisse aufweicht oder umdreht (z.B. "Männer sind ja selbst nur Opfer ihrer sexuellen Triebe" oder Freuds Theorie der sexuellen Konkurrenz des Kindes mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil um das andersgeschlechtliche Elternteil - was dann als Einladung zum Missbrauch gedeutet wird), als solche entlarvt und widerlegt wurde.

Das Buch hat mich an einigen Stellen echt wütend gemacht und mich an anderen zum Hinterfragen einiger bisher unreflektierter eigener Vorstellungen gebracht und ich glaube, beides ist okay und gut.

Ich arbeite ja selbst im kirchlichen Kontext immer wieder mit Kindern und ich denke, dass ich diesen kleinen Menschen nun mit offeneren Augen und einer größeren Sensibilität für dieses doch so unfassbar häufige Problem begegnen kann.
Displaying 1 of 1 review