Das Haus stand seit Jahren leer. Der Charme des Verlassenen umwehte es. Und noch etwas anderes, Dunkleres ...
Abend für Abend zieht es Barpianist Tobias Hansen zu einer seit Jahren leerstehenden alten Villa in einem noblen Hamburger Elbvorort. Er parkt, bleibt im Auto sitzen und blickt für einige Minuten zum dunklen Haus hinüber. Bis zu dem Tag, als Yvette Winkler mit ihrer Familie einzieht. Yvette will mit der alten Villa ihren Traum vom perfekten Zuhause verwirklichen. Und einen Neustart wagen – auch für ihre in Schieflage geratene Ehe.
Tobias Hansen freundet sich schnell mit den Winklers an, gibt den Kindern Klavierunterricht und geht bald mit großer Selbstverständlichkeit bei ihnen ein und aus. Lange ahnt niemand, wen sie wirklich in ihre eigenen vier Wände gelassen haben. Bis zu dem Abend, als er mit Yvette und den Kindern allein im Haus ist ...
Mal wieder stand ein neuer Thriller aus dem Fischer-Verlag an. Diesmal wagte ich mich an „Elternhaus“. In diesem Buch geht es um ein leerstehendes Haus in Hamburg. In dieses Haus zieht eines Tages Yvette Winkler mit ihrer Familie ein. Endlich möchte Yvette ihren Traum vom perfekten Haus verwirklichen und einen Neustart in ihrer Ehe wagen. Kurz vor dem Einzug beobachtete Barpianist Tobias Hansen dieses Haus, da es ihn unheimlich fasziniert. Als die Familie dort einzieht, hat Hansen Angst das Haus zu verlieren und möchte sich in das Leben von der Familie integrieren.
Dies gelingt ihm auch, da er Klavierunterricht den Kindern von Yvette anbietet. Yvette schein glücklich zu sein, jedoch ist ihr nicht bewusst, wen sie wirklich in ihr Haus gelassen hat. Anhand verschiedener Perspektiven konnte ich mich gut auf die Geschichte einlassen. Man erhält Einblicke in die Gedankenwelt von Thomas, Yvette, jedoch auch in die Gedanken von einer Haushälterin sowie einer älteren Nachbarin. Viele Perspektiven, die ermöglicht haben, die Geschichte vielschichtiger kennenzulernen. Hier fand ich besonders die Nebenperspektiven sehr interessant! Zudem kann noch ergänzt werden, dass Rückblicke in die Vergangenheit den Haupthandlungsstrang ergänzt haben.
Leider nahm ich in der Spannungsgestaltung ein bisschen Schwächen wahr, da viele Abschnitte recht langatmig waren und mich ein bisschen gelangweilt haben. Für mich war es somit eher Spannungsroman als ein wirklicher Thriller. Auf der anderen Seite war die Atmosphäre besonders hervorragend durch die Autorin entworfen worden. Diese wurden darüber hinaus durch einen sehr poetischen und gutlesbaren Schreibstil verstärkt. Figuren waren authentisch sowie ausreichend beschrieben worden, auch wenn ich das ein oder andere Detail vermisst habe.
Fazit: Insgesamt kann ich über einen gut durchdachten sowie atmosphärischen Spannungsroman hier berichten, der sich aufgrund einer guten sowie poetischen Sprache gut gelesen hat. Ich bewerte das Buch mit 3,5 Sternen, Tendenz nach unten.
"Abend für Abend zieht es Barpianist Tobias Hansen zu einer seit Jahren leerstehenden alten Villa in einem noblen Hamburger Elbvorort. Er parkt, bleibt im Auto sitzen und blickt für einige Minuten zum dunklen Haus hinüber. Bis zu dem Tag, als Yvette Winkler mit ihrer Familie einzieht. Yvette will mit der alten Villa ihren Traum vom perfekten Zuhause verwirklichen. Und einen Neustart wagen – auch für ihre in Schieflage geratene Ehe.
Tobias Hansen freundet sich schnell mit den Winklers an, gibt den Kindern Klavierunterricht und geht bald mit großer Selbstverständlichkeit bei ihnen ein und aus. Lange ahnt niemand, wen sie wirklich in ihre eigenen vier Wände gelassen haben. Bis zu dem Abend, als er mit Yvette und den Kindern allein im Haus ist ..."
Der Einstieg der Geschichte ist ganz vielversprechend gewesen, auch wenn ich etwas verwirrt gewesen bin aufgrund der verschiedenen Perspektiven und den Einschüben aus der Vergangenheit. Aber dann fingen die ganzen Längen an und ich musste mich oft fragen wohin mich diese Geschichte führen würde. Und dies hat sich bis zum Ende der Geschichte gehalten. Der roten Faden hat einfach gefehlt. Es ist bis zum Ende nicht wirklich klar um was es in der Geschichte geht und was das eigentliche Motiv von Tobias ist. Hinzu kommen dann noch klischeebehafteten Charaktere, zu denen ich keinen Draht gefunden habe. Obwohl viele Beschreibungen hinsichtlich der Geschichte und der Charaktere gibt, bleibt für mich alles schwammig und es hat sich für mich keine Spannung, Faszination oder eine Sogwirkung entwickelt. Ich habe mich sehr schwer getan mit der Geschichte. Sehr schade, denn die Idee mit dem Haus hat wirklich Potenzial und die stimmige Atmosphäre, die sehr eindringlich und düster ist, hätte daraus wirklich einen Knaller daraus machen können. Sehr schade. Ich kann dieses Buch nicht weiterempfehlen, da die Geschichte und die Charakter mir nicht zugesagt haben.
Der Klappentext zu "Elternhaus" klang eigentlich sehr spannend und ich war gespannt was mich hier erwartet und was es mit dem geheimnisvollen Haus auf sich hat.
Der Einstieg war eigentlich gar nicht so schlecht. Die Atmosphäre war recht düster, geheimnisvoll und auch ein wenig spannend, daher war ich wirklich gespannt wie es weitergeht und was es mit dem Haus auf sich hat.
Jedoch hat sich die anfängliche Vorfreude recht schnell gelegt und das Buch wurde leider immer schlechter. Die Handlung zieht sich, alles plätschert nur vor sich hin und Spannung kommt überhaupt nicht auf. Es gibt endlose Beschreibungen des Familienalltages, wer macht was und wer geht wohin. Ich fand die Personen zum Teil auch ein wenig schwierig auseinanderzuhalten und auch war nicht immer eindeutig wessen Perspektive man gerade liest.
Erst ganz zum Ende wurde es ganz kurz spannend und es gab auch noch einen kleine Twist, aber insgesamt konnte mich das Buch leider überhaupt nicht überzeugen. Die Idee um das Haus fand ich wirklich gut, aber die Umsetzung war für mich leider nicht gelungen.
Ich fand das Buch von Anfang an spannend und unterhaltsam. Direkt beim kennenlernen mit Tobias war mir klar, da wird einiges dunkles auf mich zukommen. Auch die anderen Protagonisten fand ich gut ausgearbeitet und interessant. Außerdem hat mich das "dunkle" um Tobias herum magisch angezogen. Ich war gespannt, was alles passieren wird...
Als Yvette mit ihrer Familie wieder nach Hamburg zieht ist sie froh, ihr Traumhaus so schnell gefunden zu haben. Sie freundet sich mit Tobias Hansen an und vertraut ihm auch schnell ihre Kinder an. allerdings zeigt Tobias schnell sein wahres Gesicht und bringt damit einige Menschen in Gefahr. Aber auch alle anderen Protagonisten haben ihre Leichen im Keller und so gab es in diesem Buch einige unerwartete Überraschungen. Vor allem das Ende war dann nochmal richtig gut, lang und spannend. Auch hier gab es nochmal ein paar kleine Wendungen. Der Epilog war dann das i Tüpfelchen und hat mich sogar ein klein wenig schockiert. Tolles, unblutiges Buch!
Normalerweise reichen ein altes Herrenhaus mit dunkler Vergangenheit und mysteriöse Charaktere aus, um einem die Gänsehaut auf die Arme zu treiben und den Thriller zu einem Pageturner zu machen – nicht so in diesem Fall. Der Autorin will es nicht recht gelingen, Spannung aufzubauen bzw. ihre Leser zu fesseln. Auf der einen Seite ist da der unnahbare Tobias Hansen, seines Zeichens Barpianist aus gutem hanseatischen Hause, auf der anderen Seite Yvette Winkler, die sich gesellschaftlich von unten nach oben gearbeitet hat und mit ihrer Familie wieder nach Hamburg ziehen möchte. Gemeinsam ist ihnen ihre dunkle Vergangenheit in der Villa, die im Zentrum der Handlung steht. Doch die Spannung lässt leider auf sich warten. Stellenweise ist der Roman so langatmig, dass man richtiggehend darauf wartet, dass endlich etwas passiert. Die Autorin macht immer wieder nur Andeutungen, dass nicht nur Tobias, sondern auch Yvette etwas zu verbergen haben, Yvettes Geheimnis wird am Ende aber lediglich auf zwei Seiten abgehandelt - obwohl man bereits lange davor erahnen konnte, was sie getan hat. LIeber verliert sich die Autorin in den permanenten Andeutungen, die sich irgendwann nur noch wiederholen. Generell ist die Handlung sehr vorhersehbar. Auch das Verhältnis zwischen Yvette und Tobias scheint mir nicht schlüssig - sie spielen miteinander wie Katz und Maus, um sich gegenseitig was genau anzutun? Die Intention ist mir zu schwach ausgearbeitet. Ebenso hätte es mancher Figuren nicht bedurft: Warum sind die blinde Nachbarin sowie deren Zugehfrau notwendig? Die Autorin erzählt weitschweifig Anekdoten aus deren Leben, ohne dass diese aber von zentraler Bedeutung für die Handlung wären. Als Leser wird man mit keiner der Figuren richtig warm. Auch die Schilderung des Hauses trägt nicht unbedingt dazu bei, dass man sich als Leser gruselt: Man dringt nie richtig ein in die dort herrschende Atmosphäre, ich hatte nie das Gefühl, richtiggehend in die Handlung gekippt zu sein, was für mich aber einen guten Thriller ausmacht. Fazit: Ein kurzweiliges Buch mit dem Versuch, zwei gestörte Persönlichkeiten nach Jahrzehnten erneut aufeinander treffen zu lassen mit völlig vorsehbarem Ausgang. Schade!
Ein unterhaltsamer Psychothriller, der mir mit seiner dichten und spürbaren Atmosphäre super gefallen hat!
,,Elternhaus“ von Jennifer Mentges ist ein 416 Seiten langer Psychothriller, der am 10. August 2022 im FISCHER Scherz-Verlag erschienen ist. Diese interessante und unterhaltsame Geschichte hat mir fantastische Psychospannung geboten, weshalb mir der Gesamtinhalt sehr gut gefallen hat und sich meiner Meinung nach definitiv lohnt, zu lesen. Von Anfang an besteht eine greifbare und bedrückende Atmosphäre, die im Laufe der Handlung abscheuliche Geheimnisse aus der Vergangenheit hervorbringt. Ich erhielt einen eher ruhigeren Einstieg in die Geschichte, was ich nicht schlimm fand. Hier bekam ich die Gelegenheit, die Protagonisten kennenzulernen und dessen Gedanken, Handlungen und Gefühle besser zu verstehen. Viele konnte ich sogar oftmals nachvollziehen. Denn der komplette Spannungsroman wird aus vier Perspektiven erzählt, was unter anderem für gute Abwechslung gesorgt hat. Der Plot, der Aufbau und die Struktur der Geschichte haben mir ebenfalls zugesagt und obwohl es wendungsreich zur Sache geht, fand ich die Handlung ziemlich vorhersehbar. Ich habe vieles richtig erahnen können und bis auf einer Ausnahme lag ich hier mit meinen Vermutungen immer richtig. Dies hat dem Lesespaß aber nicht geschadet, denn ich fand, wie schon erwähnt, den düsteren und geheimnisvollen Inhalt ziemlich interessant und unterhaltsam.
Während anfangs alles nach einem freundlichen und hilfsbereiten Miteinander unter Nachbarn aussieht, entpuppt sich nach und nach als das reinste Psychospiel. Tobias Hansen, Yvette Winkler, die durch ihre Einsamkeit verbitterte und psychisch angeknackste Reinigungskraft Consuelo und die blinde Nachbarin Gerda sind vielschichtig und meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet. Zusammen lüften sie nach und nach die dunklen Abgründe der alten Villa, der nach vielen Jahren endlich wieder Leben eingehaucht wurde, nachdem das Ehepaar Winkler mit ihren vier Kindern eingezogen ist. Der anfängliche Traum von einem harmonischen Familienleben mit einem Mann, der arbeitsmäßig einen Gang runterschalten will, scheitert relativ schnell. Da kommt ein Klavierlehrer gerade recht, um einer vernachlässigten und überforderten Ehefrau und Mutter unter die Arme zu greifen. Was von Yvette zunächst noch als positiv empfunden wird, entwickelt sich von Tag zu Tag zu einem lästigen, ungebetenen und festsitzenden Insekt, welches mit allen Mitteln versucht, eine Reise in die Vergangenheit durchzusetzen und somit eine ganze Familie in einen dunklen Abgrund mitzureißen.
Diese alte und knarzende Villa in Hamburg, die eine Menge alter Geheimnisse hütet, wartet seit Jahren darauf, einen wahren Alptraum zu präsentieren. Neben dem abwechselnden Perspektivenwechsel der vier Hauptcharaktere hat ein separater Strang aus der Vergangenheit, der die Kindheit eines Jungen unter der strengen Hand seines Vaters beschreibt, ebenfalls für Abwechslung gesorgt. Dieser sorgt am Ende für ein vollständiges und schlüssiges Bild. Während den Erzählungen und Beschreibungen hatte ich regelmäßig Gänsehaut, das Ergebnis, was aus dieser grauenvollen Erziehung entstanden ist, hat mich sprachlos gemacht. Die Geheimnisse, die der charismatische, charmante, freundliche, groß gewachsene und gut aussehende Klavierlehrer Tobias Hansen und die vierfache Vollblutmutter Yvette Winkler, die vom Ehemann vernachlässigt wird, hüten, haben für klasse Twists gesorgt, die die Autorin gerne etwas undurchsichtiger hätte einbauen können. Denn aus den dunklen Abgründen, die in den beiden Charakteren stecken, hätte mehr Spannung herausgeholt werden können.
Erzählerisch hat mich die Geschichte definitiv gepackt. Die Spannung hat hier keine überhandgenommen, was zu dieser ruhigen, jedoch fiesen Geschichte super gepasst hat. Die psychologischen Elemente stehen auf jeden Fall im Vordergrund, sodass ein krankes und fantasievolles Katz und Mausspiel für brillante Unterhaltung gesorgt hat. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, atmosphärisch und bildlich, was mir sehr gut gefallen hat. Ich hatte während des Lesens unheimlich klare Bilder vor meinen Augen. Trotzdem wurde es mit Details nicht übertrieben und somit sind keine unnötigen Längen entstanden. ,,Elternhaus“ hat mir hervorragend gefallen und mir psychologische Spannung vom Feinsten geboten, weshalb der Inhalt des Buches und das düstere Cover eine klare Leseempfehlung und viereinhalb Sterne von mir bekommen.
Tobias Hansen ist Barpianist, lebt in Hamburg und kämpft mit Schlaflosigkeit. Schnell wird klar: Irgendwas stimmt nicht mit ihm. Er lebt eine scheinbare Familienidylle mit seiner Partnerin Larissa, die er zwar wunderschön und sexuell durchaus anziehend, aber zu anhänglich findet und seinem zweijährigen Sohn Theo, den er nicht wollte, aber liebt. Yvette Winkler ist eine vierfache Mutter, die ein luxuriöses, aber gestresstes Leben in Österreich lebt. Seit langem verheiratet, aber unglücklich und unzufrieden in Ehe und Leben, reif für eine Veränderung. Als ihr Mann ihr verkündet, zurück in ihre Heimat Hamburg zu ziehen, künftig mehr Zeit mit der Familie und weniger auf der Arbeit zu verbringen, scheint auch ihr Glück zurückzukehren. Consuelo Strunz ist eine 42-järhige, alleinstehende Putzkraft. Sie träumt davon, einmal im Leben Liebe zu erfahren und bindet sich aus Mangel an Alternativen emotional an die Familien, für die sie arbeitet. Diese Familien werden zu ihrem Ersatz, in ihrer kleinen Wohnung daheim warten nur 200 Puppen, die einzigen Freund*innen, die sie je hatte. Konrad Karstens, Immobilienmakler am Beginn seiner Karriere, träumt davon, den richtigen Menschen die richtigen Häuser zu vermitteln. Seine Aufgabe: Ein aufgrund seiner unheimlichen Ausstrahlung kaum vermittelbares alten Herrenhaus in der Elbchaussee zu vermitteln. Sein Glück, dass sich Yvette auf den ersten Blick in das Anwesen verliebt und ihren Mann zum Kauf bewegt. Auf Anraten ihrer besten Freundin Melanie stellt sie Consuelo als Haushaltshilfe ein, die sich sofort ihren Platz in der Familie erträumt. Und auch Tobias tritt ins Leben der Winklers, er wird der Klavierlehrer der Kinder und ist somit genau dort, wo er sein will: Im Haus. In Rückblenden erfährt man von der Vergangenheit des Herrenhauses, das in den 1970ern und 80ern einem Hamburger Reeder gehörte, der sich selbst »Der Patriarch« nannte. Als selbsternanntes Familienoberhaupt thront er über Frau und den drei Kindern, misshandelt vor allem den Jüngsten seelisch und körperlich. Eine Aura, für immer mit dem Haus verwachsen. So entspinnt sich das Unglück aller, die in der Gegenwart in Verbindung zum Herrenhaus stehen ...
Elternhaus ist kein handlungsintensiver Thriller, sondern psychologischer Natur. Ich muss gestehen, mir fehlte es teilweise etwas an Spannung, an Action, die Auflösung ging mir viel zu schnell, nachdem die Grundsteine über weite Teile des Buchs aufgebaut wurden. Überzeugt haben mich die vielen unterschiedlichen Charaktere, alle gut ausgearbeitet und beschrieben, mit ihren eigenen Problemen und Geheimnissen, ihrer Vergangenheit. Consuelo und Tobias, beide auf ihre Art labil, Gegenspielende in ihren eigenen Spielen. Dieser Thriller funktioniert in erster Linie über Geheimnisse und die Last der Vergangenheit, über den Einfluss der Kindheit auf die Psyche eines Menschen. Wie diese eine Person für immer prägen und verderben kann. Wie man am Ende zu dem wird, dass man am meisten hasst und fürchtet. Ein solider Thriller mit Potenzial, bei dem mir das gewisse Etwas am Ende gefehlt hat. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, vielleicht fehlte mir einfach der Nervenkitzel, das ausschlaggebende Spannungsmoment, vielleicht kam das Ende auch einfach zu aprupt und unspektakulär daher. Dennoch war die ein oder andere Wendung dabei, die aus dem Nichts kam. Er war unterhaltsam, aber nicht fesselnd. Also: Falls ihr auf der Suche seid nach einem Thriller mit interessanten, psychologisch gut ausgearbeiteten Figuren, der euch aber nachts nicht vom Schlafen abhält und euch auch psychisch nicht verfolgt, dann könnte Elternhaus was für euch sein.
Ein Haus mit dunkler Geschichte und gefährlicher Anziehungskraft - fesselnder Psychothriller
„Und so war der Junge eingekeilt zwischen dem Haus und der Vergangenheit, und die Vergangenheit war so dicht wie Nebel, der ihn zu ersticken drohte.“
Die alte Villa im Hamburger Vorort übt eine ganz besondere Anziehungskraft auf den Barpianisten und Klavierlehrer Tobias Hansen aus. Regelmäßig kommt er zum Haus und beobachtet, was hier vor sich geht. Als Yvette Winkler mit ihrem Mann Bernhard und den vier gemeinsamen Kindern in das Haus einzieht, schafft es Tobias rasch, das Vertrauen der Familie zu gewinnen. Schon bald gehört er als Klavierlehrer der Kinder zum Freundeskreis der Familie. Doch er verhält sich immer merkwürdiger. Was sind seine wahren Absichten?
Autorin Jennifer Menges formuliert präzise, anschaulich, gut verständlich und flüssig. Sie erzählt die Geschichte multiperspektivisch, meist aus der Sicht von Yvette, von Tobias, aber auch mal aus dem Blickwinkel der Haushaltshilfe Consuelo, des Maklers oder der blinden Nachbarin Gerda Hoff. Meist wird das Geschehen chronologisch geschildert, doch werden auch wiederholt Rückblenden und Kindheitserinnerungen von Tobias eingeschoben. Das Cover, ein Klavier, ein helles Fenster mit Vorhängen, ein in Strichen skizziertes Haus und viel Dunkelheit drumherum, wirkt bedrohlich und weckt die Neugier.
Dass Tobias Hansen nicht der ist, der er vorzugeben versucht, wird rasch klar. Er präsentiert sich nach außen sympathisch, charmant, freundlich und hilfsbereit, hat aber gleichzeitig gewichtige Geheimnisse zu verbergen und benimmt sich zunehmend seltsam und befremdlich. Mit Yvette hatte ich deutlich weniger Schwierigkeiten als mit Tobias. Sie scheint wesentlich berechenbarer und leichter einzuschätzen als Tobias. Und dann gibt es noch Haushälterin Consuelo Strunz, die ganz offen von Familienglück träumt und dabei besorgniserregende Verhaltensweisen zeigt. Im Roman tummeln sich einige dubiose Charaktere, die die Figurenkonstellation interessant und reizvoll machen.
Was geschah damals in der alten Villa? Warum ist Tobias von dem Haus so besessen? Was hat Tobias zu verbergen? Und welche Pläne verfolgt er? Jennifer Mentges hat einen fesselnden, atmosphärischen Thriller konstruiert, der mit einem packendem Finale überzeugt und durchaus Beklemmungen hinterlässt. Schaudern braucht nicht unbedingt viel Action oder Blutvergießen, es reicht wie hier ein gelungenes Setting. Ein besonderes Haus, das Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist. Nach und nach puzzelt sich ein komplexes Gesamtbild zusammen und am Ende überrascht der Roman noch mit der ein oder anderen unvorhergesehenen Entwicklung. Da sind manche Längen im Mittelteil schnell vergessen. Unterm Strich ein solider, durchdachter, fesselnder Psychothriller um Rache, Wahn, Betrug, Schuld und andere menschliche Abgründe.
Darum geht’s: Familie Winkler zieht von Österreich nach Hamburg in eine alte Villa, die schon längere Zeit leer steht. Von diesem Neuanfang erhofft sich Yvette, Ehefrau und Mutter von vier Kindern, auch ein Wiederbeleben ihrer ins Stocken geratenen Ehe. Sie ahnt nicht, dass jeden Abend eine dunkle Gestalt vor ihrem Haus steht. Tobias Hansen, ein Barpianist, scheint von der Villa magisch angezogen zu werden. Es gelingt ihm, sich als Klavierlehrer in das Leben der Familie Winkler einzuschleichen. Yvette wird allmählich misstrauisch. Aber wird sie Tobias noch rechtzeitig durchschauen, um ihre Familie zu schützen?
So fand ich’s: Bereits die ersten Abschnitte ließen bei mir ein unheilvolles Gefühl aufkommen, auch wenn es sich noch um recht arglose Beschreibungen handelte. Es schwebt von Anfang an eine düstere Atmosphäre über der Geschichte und obwohl das bei mir als Leser ein gewisses Unbehagen auslöste, war es gerade das, was mich sofort faszinierte.
Eine weitere Stärke von der Autorin sind auch ihre Charakterstudien. Selbst Nebenfiguren bekommen eine psychologisch ausdifferenzierte Figurenzeichnung, so dass alle sehr realitätsnah wirken und ich mir überaus lebendige Bilder von ihnen machen konnte.
Trotz dieses vielversprechenden Beginns und der durchgehend bedrohlichen Grundstimmung, kam die Geschichte für meinen Geschmack nicht so richtig voran. Die Autorin verlor sich ab und an in ihren ausführlichen Beschreibungen, so dass auch der Spannungsbogen wie festgezurrt erschien und sich nicht mehr weiter anspannen ließ.
Aufgrund von Rückblenden versteht man als Leser mit der Zeit immer mehr, warum Tobias so ein kalter und grausamer Mensch geworden ist. Auch sonst entwickelt sich der Plot bis zum Schluss hin plausibel. Als aufmerksamer Leser kann man auch so einiges erahnen, so dass es nicht viele Überraschungen gibt.
Dadurch konnte mich dieser Thriller leider nicht vollständig überzeugen. Die Autorin hat aber ihr Talent in Sachen Figurenzeichnungen und Atmosphäre schaffen bewiesen und ich bin überzeugt, dass bei ihr auch beim Thema Plot und Spannungsaufbau noch einiges mehr drin ist. Ich kann mir also gut vorstellen, bei einem nächsten Buch wieder zuzugreifen.
Spannungsroman mit Längen, aber einer erfindungsreichen und detailverliebten Geschichte
Nach dem ich „Elternhaus“ von Jennifer Mentges nun gelesen habe, würde ich das Buch eher als Spannungsroman bezeichnen und weniger als Thriller. Denn obwohl die Geschichte richtig stark beginnt, baut sich die Spannung danach nur noch äußerst langsam auf. Durch die fehlende Spannungskurve konnte mich die Handlung leider nicht durchgängig fesseln. Zu Beginn kommt das Buch zunächst fast wie ein Märchen daher, für dieses Gefühl sorgt eine ungewöhnliche Erzählweise, an welche ich mich zunächst erst einmal gewöhnen musste. Meist berichtet ein auktorialer Erzähler von den Geschehnissen, aber auch aus der Perspektive der Hauptprotagonist:innen gibt es Kapitel. Eigentlich hat die Geschichte richtig viel Potenzial, auch wenn ich schon recht früh erkennen konnte in welche Richtung das Ganze führen könnte. Überraschen konnte mich der Plot deswegen leider nicht. Dennoch gibt es auch spannende Momente, vor allem als noch eine weitere Figur „böse“ Persönlichkeitseigenschaften erkennen lässt und die Dynamik verändert. Viel Spannung wurde meiner Meinung nach aber vor allem durch übermäßig ausgeschmückte Szenen und unnötige Kapitel verschenkt. So entstehen Längen, welche die Lesefreude unnötig dämpfen. Die Handlung wirkt dadurch außerdem immer wieder zu gewollt bzw. konstruiert und erscheint gerade deswegen als nicht rund. Wäre die Geschichte knackiger, auf den Punkt erzählt worden, hätte sie von mir durchaus volle Punktzahl bekommen. Potenzial lässt die Autorin dennoch immer wieder erkennen, weswegen ich auch in Zukunft zu einem weiteren Buch von ihr greifen würde. Für „Elternhaus“ vergebe ich allerdings aufgrund meiner Kritikpunkte nur 3 Sterne. Dennoch kann das Buch für alle die auf Hochspannung verzichten können und ausgefeilte Familienkonstellationen zu schätzen wissen, einen Blick wert sein. Fantasievoll ist die Geschichte nämlich allemal.
Eine leerstehende Villa in einem noblen Hamburger Elbvorort. Zwei Menschen, die magisch von dieser Villa angezogen werden. Da ist Yvette Winkler, die mit ihrem Mann Bernhard und den 4 Kindern aus Österreich nach Hamburg kommt und sich in der Villa mit dem herrlichen Garten und dem Badehaus den Traum vom perfektem Familienleben erfüllen will, auch in der Hoffnung, dass ihre nicht mehr ganz intakte Ehe einen neuen Schub bekommt. Und da ist der Barpianist und Klavierlehrer Tobias Hansen, der sich schnell mit Familie Winkler anfreundet, als Klavierlehrer der Kinder unentbehrlich wird. Doch es lauert etwas Böses in dem Haus – und in Tobias Hansen. In kurzer Zeit zerbricht die scheinbare Idylle und es zeigt sich, dass hinter der Fassade scheinbar heiler Familien das Grauen hausen kann.
Elternhaus ist ein fesselnder Thriller, der seine Leser von der ersten Seite an in den Bann zieht. Ruhig und harmonisch der Beginn, nimmt der Thriller langsam an Fahrt auf und steuert unaufhaltsam in Richtung Katastrophe. Das ist spannend, auch wenn man schon relativ früh ahnen kann, um was es hier tatsächlich geht. Die Personen sind allesamt authentisch beschrieben und charakterisiert, wenn auch keiner wirklich ein Sympathieträger ist. Die Atmosphäre ist durchweg düster und unheimlich, man kann die unheimliche Anziehungskraft des Hauses förmlich spüren. Die immer wieder eingestreuten Rückblicke, Erklärungen für die verletzten Seelen der handelnden Personen, heizen die Spannung noch an.
Mein Fazit: fesselnder atmosphärisch dichter Psychothriller mit Gänsehautfaktor. Absolut lesenswert.
Meinung : Dies ist das erste Buch der deutschen Autorin rundum und es ist definitiv ein durchaus gelungenes Kriminal-Debüt, eigentlich ein herausragendes!! Bereits zu Anfang wir dem Leser bewusst, dass dieser Thriller, durch einen besonders eigensinnigen und rasanten, dennoch atmosphärischen Schreibstil besticht, der zu Anfang zwar etwas gewöhnungsbedürftig ist, sich schnell aber als eine Stärke des Romans, herauskristallisiert. Denn sowohl die Atmosphäre, die aufgebaut wird, als auch die wirklich überzugenden und vielschichtigen Charaktere wissen zu überzeugen. Gerade die Ermittler, sind kerniger Charaktere, die schnell die Herzen der Leser gewinnen, die Der Spannungsaufbau ist recht solide gestaltet, zu Anfang tut sich das Buch etwas schwer, die Spannung für den Leser wirklich plastisch zu gestalten, dies wird aber im Laufe der Geschichte immer besser und die Handlung, als auch der Spannungsbogen sind stetig steigend, sodass der Leser das Buch dann kaum mehr aus der Hand legen kann und es sich trotz der Länge zu einem wahren Pageturner entwickelt! Ein großartiges Ende, mit einem tollen Showdown, macht Lust auf mehr Spannung aus der Feder dieser Autorin, die ich voller Begeisterung erwarte!
Fazit: Ein spannender Thriller, der mich wirklich komplett überzeugen kpnnte. Dieses Buch ist sicherlich nichts für zartbesaitete Leser, aber für mich war es ein wahres Highlight des Genres, welches durch Spannung und Atmosphäre besticht!
Dieser Thriller hat es mir beim Lesen echt schwer gemacht. Die Handlung klang vielversprechend. Aber beim Lesen haben sich bei mir weder Emotionen noch Spannung eingestellt. Schade, denn die Grundidee ist gut und hat durchaus Potenzial.
Darum geht’s: Yvette Winkler und ihre Familie ziehen in eine schon lange leerstehende Villa in einem Hamburger-Nobelvorort. Der Barpianist Tobias Hansen sucht die Nähe der Bewohner und ihres Umfelds. Er schleicht sich quasi still und heimlich in ihr Leben. Und dann passieren seltsame Dinge.
Dieser Thriller war für mich ein unerwartet schwieriger Read. „Elternhaus“ hat mich zunächst etwas an das kammerspiel-artige „Schweig!“ von Judith Merchant erinnert. Der Thriller hat aber keine vergleichbare Sogwirkung und Faszination entwickelt. Ich habe Zeit gebraucht, in die Geschichte reinzukommen. Auch die Personen konnte ich nicht direkt einordnen und auseinanderhalten. Es gibt viele Beschreibungen - sie haben für mich aber nichts dazu beigetragen, tiefer in die Story ein- und zu den Charakteren vorzudringen. Sie sind für mich schemenhafte Figuren geblieben. Überhaupt fand ich alles so seltsam hölzern und kühl-distanziert, dass es mich null gecatcht hat.
Fazit: Ich fand diesen Thriller leider langatmig, leb- und emotionslos. Letztendlich habe ich in der zweiten Hälfte viel quer gelesen, um zum Ende zu kommen.
Dieser Thriller hat es mir beim Lesen echt schwer gemacht. Die Handlung klang vielversprechend. Aber beim Lesen haben sich bei mir weder Emotionen noch Spannung eingestellt. Schade, denn die Grundidee ist gut und hat durchaus Potenzial.
Darum geht’s: Yvette Winkler und ihre Familie ziehen in eine schon lange leerstehende Villa in einem Hamburger-Nobelvorort. Der Barpianist Tobias Hansen sucht die Nähe der Bewohner und ihres Umfelds. Er schleicht sich quasi still und heimlich in ihr Leben. Und dann passieren seltsame Dinge.
Dieser Thriller war für mich ein unerwartet schwieriger Read. „Elternhaus“ hat mich zunächst etwas an das kammerspiel-artige „Schweig!“ von Judith Merchant erinnert. Der Thriller hat aber keine vergleichbare Sogwirkung und Faszination entwickelt. Ich habe Zeit gebraucht, in die Geschichte reinzukommen. Auch die Personen konnte ich nicht direkt einordnen und auseinanderhalten. Es gibt viele Beschreibungen - sie haben für mich aber nichts dazu beigetragen, tiefer in die Story ein- und zu den Charakteren vorzudringen. Sie sind für mich schemenhafte Figuren geblieben. Überhaupt fand ich alles so seltsam hölzern und kühl-distanziert, dass es mich null gecatcht hat.
Fazit: Ich fand diesen Thriller leider langatmig, leb- und emotionslos. Letztendlich habe ich in der zweiten Hälfte viel quer gelesen, um zum Ende zu kommen.
Tobias ist Barpianist, sieht sehr gut aus und nutzt das auch aus, wenn die Damen im Publikum ihn anschmachten - obwohl zu Hause seine Freundin Larissa und sein kleiner Sohn Theo auf ihn warten. Nach seiner Arbeit macht er oft Halt an einer alten, seit Jahren leerstehenden, Villa in einer noblen Gegend Hamburgs. Als eine Familie mit vier Kindern darin einzieht, schafft er es, sich mit ihnen anzufreunden und gibt den Kindern Klavier-Unterricht. Doch er führt nichts Gutes im Schilde ...
Dieser spannende Thriller wirkt sehr düster und deprimierend wie die alte Villa, die finstere Geheimnisse birgt. In der Vergangenheit sind hier unschöne Dinge passiert, das schlägt sich in der Atmosphäre nieder. Auch der nicht gerade glücklichen Ehe der neuen Bewohner tut das nicht gut. Die gestresste Mutter fühlt sich überfordert und von ihrem Mann alleine gelassen. Die einzelnen, teils recht besonderen Charaktere, waren mir alle nicht sonderlich sympathisch, wurden aber sehr gut beschrieben auf ihrer Suche nach Liebe, Anerkennung und Geborgenheit.
In Rückblicken erfährt man mehr über die unheilvollen Ereignisse dieses Hauses und dann gibt es dazu noch überraschende Wendungen.
Am Cover gefällt mir sehr gut, dass es schon gut die Atmosphäre für das Buch etabliert, die sich dann tatsächlich auch so entwickelt. Das Thema finde ich super aktuell, da ich das Gefühl habe, dass wir generell viel leichtgläubiger werden und allgemein nicht mehr viel hinterfragt wird. Das öffnet generell Betrügern natürlich alle Türen - man hört es ja auch wöchentlich in den Nachrichten, dass es neue Betrügermaschen gibt - und lassen so allgemein viel mehr Menschen in unser Leben, die uns alle aber nicht unbedingt etwas Gutes wollen. Auch die Umsetzung in der Geschichte gefällt mir sehr gut, vor allem die beklemmende Wirkung, die erzeugt wird. Der Großteil der Personen war mir tatsächlich unsympathisch, aber ich vermute, dass das auch so gewollt ist. Alle Figuren sind gut ausgearbeitet und stark charakterisiert, was mir sehr gut gefallen hat! Alles in allem würde ich sagen, dass das Buch vielen Menschen gefallen kann, da es ein Thema ist, das viele in der Gesellschaft anspricht und viele Menschen gleichermaßen betrifft.
Das Cover hat mich schon im Vorfeld angesprochen. Es ist ein guter Wink auf das, was einen beim Lesen erwartet. In Kurzfassung geht es in der Geschichte um den Alltag einer Familie, um das Pendeln zwischen dem Wunsch, daran festzuhalten, weil es einem Sicherheit gibt, und daraus auszubrechen, sowie um deren Einfluss auf das zukünftige Verhalten des Kindes. Aus psychologischer Sicht ein sehr interessanter Thriller, der erst an "You" und dann an "Parasite" erinnert. Wortfluss und Schreibstil sind flüssig und authentisch. Durch die verschiedenen Perspektivwechsel und Rückblenden in die Vergangenheit wird durchgehend eine unheilvolle Spannung aufgebaut, die sich erst am Ende des Buches komplett entfaltet. Die teils unerwarteten Wendungen haben mir gefallen und gehören zu einem aufreibenden Thriller dazu. Was ich mir noch etwas mehr gewünscht hätte, ist mehr Tiefgang in der Beschreibung einiger Charaktere. Insgesamt ein solider Thriller, den ich wieder lesen würde.
Meinung: Normalerweise bin ich Thriller gegenüber, die nicht amerikanischer Natur sind, eher sehr skeptisch, da ich bei dieser Art von Genre, wirklich eine Schnelllebigkeit und durchgängig hohe Spannung möchte.
Und genau dies habe ich hier bekommen, denn diese Autorin kann schreiben, dass man zuerst die Nacht nicht schlafen kann, weil man das Buch zu Ende lesen muss... Und dann nicht schlafen kann, weil eine Atmosphäre des Gruselns zurückbleibt.
In meinen Augen beherrscht es die Autorin absolut eine Stimmung zu kreieren, die schnellelbig ist, wie ein Pageturner und dabei immer etwas zurückbleibt, dass einem Gänsehaus schafft. Zum andern ist der Spannungsbogen stetig ansteigend und enttäuscht den Leser auf keiner einzigen Seite.
Dieses Buch ist wirklich kein absolutes Highlight des Jahres in diesem Genre. Ein Pageturner, mit guten Schreibstil, packender Atmosphäre und einem Plot, der von der ersten bis zur letzten Seite Spannung bietet
3,5 ⭐️ mit Luft nach oben aufgrund der düsteren Hamburg Atmosphäre. Aber nochmal von vorne: Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt - die des Ehepaars Winkler, des Klavierlehrers Tobias Hansen, der Haushaltshilfe sowie der Nachbarin. Durch Rückblenden in die Vergangenheit wird dem Leser erkenntlich wie alle Figuren bereits früher miteinander verwoben waren. Die Atmosphäre rund um das alte Herrenhaus an der Elbe in Hamburg, in welches Familie Winkler zieht, besticht durch eine düstere bedrohliche Beschreibung. Die Autorin schafft es den Leser in den rauen Norden zu versetzen und mit Yvette Winkler mitzufühlen, welche mit kriselnder Ehe und 4 Kindern in einer neuen Umgebung zu kämpfen hat. Spleens des Klavierlehrers lassen den Leser förmlich vor Ekel erzittern. Insgesamt waren die Twists sehr vorhersehbar, doch der kurz gehaltene aber auch atmosphärische Schreibstil haben mich an die Seiten gefesselt. Wer einen Psychothriller mit geringer Spannung aber gruseliger Atmosphäre sucht ist hier genau richtig.
Zum Inhalt: Immer wieder zieht es den Barpianisten Tobias zu der alten, leerstehenden Villa. Er bleibt im Auto und schaut eine Weile zum dunklen Haus. Doch dann zieht tatsächlich eine Familie dort ein. Tobias gelingt es sich mit der Familie anzufreunden, gibt den Kindern Klavierunterricht. Aber ist er wirklich der freundlich Mann oder führt er irgendetwas im Schilde? Meine Meinung: Ich habe mich anfangs ganz schön schwer getan mit dem Buch, wobei ich nicht mal so richtig sagen kann, woran das lag. Vielleicht weil ich die unterschiedlichen Erzählstränge nicht so richtig einschätzen konnte. Irgendwann bekam das Buch dann aber echt eine Sog und ich fand es zunehmend spannend und wollte unbedingt wissen, was hinter dem Verhalten Tobias steckt. Zu Ende hin fand ich das Buch richtig gut und das hat den etwas trägen Beginn echt raus gerissen. Fazit: Braucht etwas Zeit
Es geht im Buch viel um den Barpianisten Tobias Hansen. Eine Villa die in Hamburg steht & von der Yvette Winkler, ihr Mann Bernhard & die vier Kinder einziehen. Die Familie Winkler zieht von Österreich nach Hamburg um hier das perfekte Familienleben zu führen. Die beiden Eltern hoffen das hier ihre Ehe einen neuen Schwung bekommt. Dann kommt der Klavierlehrer & Barpianist Tobias ins Spiel. Dieser freundet sich schnell mit der Familie an & gibt schon bald den Kindern Klavierunterricht. Doch die Idylle trügt, denn wen hat sich die Familie ins Haus geholt? Ein wirklich sehr spannender Thriller, der mich bestens unterhalten hat. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so bekommt man gute Einblicke in die Gefühlswelt der verschiedenen Protagonisten. Super spannendes Buch mit einem flüssigen & spannungsgeladenen Schreibstil.
Mal ein etwas anderer Thriller bzw. Spannungsroman, der nicht blutig daherkommt, aber einem ein stets ungutes Gefühl gibt. Mir persönlich sind das die lieberen Thriller. Zum Highlight fehlte etwas, aber das Lesen hat Spaß gemacht.
Normalerweise breche ich Bücher nicht ab, aber nachdem ich mir das siebzig Seiten lang angetan und dafür auch noch fünf Tage gebraucht habe, traf ich die Entscheidung, es diesmal doch zu tun. Zuerst blätterte ich noch ein bisschen weiter, überflog ein paar Seiten, doch es wurde nicht besser. Nichts als belangloses Plaudern ohne jegliche Spannung. Ich las sogar ein bisschen in das Ende hinein, doch auch hier wurde es für mich nicht spannender, dabei muss bei einem Thriller eigentlich die ganze Zeit Spannung bestehen. Außerdem hat man nach siebzig Seiten weder viel über den Barpianisten erfahren noch ist das Haus bereits verkauft. Stattdessen darf man sich auf einen detaillierten Bericht der Anreise des Paares freuen, wirklich spannend. Ich habe mir auf dem Profil von Renée Karthee (so heißt sie in echt) angeschaut, was die Autorin sonst für Bücher schreibt. Es sind normale Romane, was man bei diesem Werk auch ziemlich merkte. Man hätte hieraus einen Liebesroman mit Kriminalgeschichte machen können, sicher jedoch keinen Thriller. Die Figuren mochte ich leider ebenfalls so gar nicht. Hier schrieb jemand, sie seien „versnobbt“, was ich irgendwie nachvollziehen kann. Zumindest das Paar redet die ganze Zeit so hochnäsig und scheint reich zu sein. Für mich war es sehr unsympathisch, zudem gab es zu viele Figuren. Nach ein paar Seiten wechselte die Perspektive ständig zu einer neuen Person, die von Belanglosigkeiten aus ihrem Leben erzählt und noch in keiner Verbindung zum Paar steht.