Was Geld ist und war, änderte sich im Lauf der Geschichte. Und es ist auch heute für die Indianer des Amazonas-Gebietes von ganz anderer Bedeutung als für die schwarzfuß igen Börsenjobber am Computer. Deshalb wurde und wird, trotz der theoretischen Bemühung, die Frage nach dem Wesen des Geldes in jeder Epoche unterschiedlich beantwortet. Die Geschichte des Geldes ist daher nicht nur eine Geschichte von Münzen und Währungen, sondern vor allem eine Geschichte der Triebkräfte unseres Wirtschafts- und Gesellschaftslebens sowie — der Macht Der Drang nach Silber und Gold hat in der frühen Neuzeit nicht nur die Entwicklung der Technologie—vor allem des Bergbaus — beflügelt, er hat auch den europäischen Menschen zu weiten Reisen und zum Eingehen hoher Risiken angestachelt. Wer Geld verleihen konnte, übte Macht aus. Noch größere Macht besaßen allerdings diejenigen, die über die höchsten Kredite verfügten: die Monarchen in früheren Zeiten, der Staat heute. Und ganz unbestritten regelte Geld nicht nur den Zugang zur Macht, sondern auch zur Seligkeit. Nur wer reichlich Geld gab, konnte darauf hoffen, der ewigen Verdammnis zu entrinnen. Norths dichte und materialreiche Darstellung folgt chronologisch und geographisch der Entwicklung des Geldes in Italien, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, England und den deutschen Territorien. So wird die ökonomische Schwerpunktverlagerung vom Mittelmeerraum an den Atlantik ebenso deutlich wie der Prozeß der Industrialisierung, nach dem letztlich nur noch England, Frankreich und Deutschland die europäische Wirtschafts- und Währungsentwicklung bestimmten. Zentrales Anliegen des Bandes ist es, die sich im Lauf der Zeit verändernde Rolle des Geldes in Wirtschaft und Gesellschaft zu beschreiben. Neben den Grundlinien der Münzentwicklung werden die Edelmetallforde-rung und die Edelmetallströme verfolgt, vor allem aber wird die Entwicklung des Kreditwesens, der Banken und ihrer Funktionen sowie die zunehmende...
Michael North ist ein deutscher Historiker. Er studierte Osteuropäische Geschichte, Mittlere und Neuere Geschichte sowie Slawistik. Er wurde 1979 in Gießen promoviert. Seit 1995 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Geschichte der Neuzeit an der Universität Greifswald.
Zu seinen Forschungsschwerpunkten im Rahmen der Geschichte Europas zählen insbesondere die Geschichte der Niederlande, die Geschichte des Ostseeraums, die Geld- und Bankengeschichte, Kommunikation sowie Kunstmärkte und -sammlungen.
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Michael North is a German historian. He studied Eastern European History, Medieval and Modern History and Slavic Studies. He received his doctorate in 1979 in Gießen. Since 1995 he has held the chair of General History of the Modern Era at the University of Greifswald.
His main research interests in the context of the history of Europe include in particular the history of the Netherlands, the history of the Baltic Sea region, the history of money and banking, communication as well as art markets and collections.