Warum leben Frauen länger als Männer? Wieso erkranken sie seltener an Herzinfarkt und weniger schwer an Covid-19? Ist der weibliche Körper robuster, weil er seit Anbeginn oft mehr als einen Organismus ernähren musste? Wirkt die monatliche Blutung reinigend auf den Blutkreislauf? Und was hat es zu bedeuten, dass Frauen sowohl mehr Gene als auch mehr Sexualhormone haben als Männer?
Der legendäre Wiener Gynäkologe Professor Johannes Huber stellt sich in zehn Kapiteln diesen Fragen und vielen mehr. Mit archäologischem Forschungseifer deckt er über Jahrtausende entstandene Besonderheiten des evolutionären Wunderwerks Frau auf und legt offen, wieso das weibliche Geschlecht das wahrhaft starke ist.
»Wunderwerk Frau« verbindet die neuesten Erkenntnisse der gynäkologischen Forschung mit einer Ode an die Evolution. In diesem Buch erfahren Sie alles über das unterschätzte Geschlecht.
Im Grunde ist das Buch ein Loblied auf alle Frauen. Teils wissenschaftlich, teils theologisch beleuchtet der Autor die Vorteile, die wir Frauen - überwiegend aufgrund des Östrogens - haben: weshalb sind Frauen das stärkere Geschlecht, warum sind sie weniger ausgeprägt vom Corona betroffen, warum leben sie länger. Trotz vieler Fachbegriffe ist das Buch verständlich geschrieben und war eine kurzweilige Lektüre, die ich weiterempfehlen kann.
Ich muss zugeben, dass ich für diese Themen sehr zugänglich bin. Es war daher keine Überraschung, dass mich dieses Buch sofort angesprochen und im späteren Verlauf immer wieder gefesselt hat. Wunderwerk Frau gehört zu diesen Büchern, über dich ich während des Lesens mit meiner unmittelbaren Umgebung reden will. Meine Familie und auch meine Arbeitskollegen wurden daher regelmäßig mit Sätzen konfrontiert wie „Hast du gewusst, dass…“ und „Ich lese gerade so ein Buch und das hat mich gelernt, dass…“.
Es ist eine Abwechslung einen Mann über weiblichen Körper in dieser Art und Weise reden zu hören. Johannes Huber ist ein offensichtlicher Bewunderer, wobei er es schafft tröstend, liebevoll, voll von Faszination und gleichzeitig hoch informativ über Frauen (oder die „Eva“, wie er den weiblichen Körper nennt) zu berichten ohne dabei in veraltete Klischees oder chauvinistische Sprüche zu verfallen.
Ich habe jede Menge gelernt und obwohl ich in den letzten Kapiteln mit Informationsüberfluss kämpfen musste, hat mich dieses Buch auf mehrere Arten und Weisen bereichert.