Damit habe ich jetzt mal die von Rafelsberger veröffentlichten Bücher durch. Die beiden mit Wienbezug fand ich, wie geschrieben, sehr gelungen. Dieser hier hat mich andererseits nicht so begeistert. Das liegt einerseits bestimmt daran, dass ich mich mit dem Protagonisten überhaupt nicht identifizieren konnte. Ein selbstgefälliger Polizist und erfolgreicher Autor, dessen erste Aktion im Buch ist, das Blaulicht zu missbrauchen, um rechtzeitig zu einem Privattermin zu kommen.
Die Personenzeichnung und -bindung, die eine von Rafelsbergers Stärken sind, sind hier für meinen Geschmack ziemlich daneben gegangen. Die Geschichte selbst ist wiederum mit Bezug zu Politsupmpf, Bestechlichkeit und wie es sich "die da oben" richten geschrieben, wie es ja auch die beiden Romane mit Kommissar Freund sind. An sich also ein Thema, das durchaus realistisch geschildert ist und sauber recherchiert wurde. Sprachlich ist das Buch ebenfalls handwerklich ordentlich gemacht.