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Stuttgarter Trilogie #3

Der Schüdderump

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Der Schüdderump ist ein Roman von Wilhelm Raabe, der vom Oktober 1867 bis zum Juni 1869 entstand. Die schöne Antonie Häußler, Enkelin eines Dorfbarbiers, will unter keinen Umständen einen Adeligen heiraten. So verweigert sich das junge Mädchen beharrlich und stirbt lieber einen langsamen Tod.

318 pages, Kindle Edition

First published January 1, 1870

8 people want to read

About the author

Wilhelm Raabe

387 books17 followers
Wilhelm Raabe (1831 - 1910) was a German novelist. His early works were published under the pseudonym of Jakob Corvinus.

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Profile Image for Armin.
1,223 reviews35 followers
June 8, 2020
Ein überwältigendes erstes Drittel eröffnet diesen Roman gegen Strich der Konventionen der Zeit. Leider folgt immer weniger gleichwertiges und am Ende verfällt Raabe in seine Entsagungsroutine.
Als eine Geschichte der Lebenslügen einer aus der Zeit gefallenen Generation trotzdem eine großartige Leistung, aber der erste Teil weckt einfach Erwartungen, denen der Rest leider nicht standhält.
Das Barbiermesser auf dem Titel dieser e-book-Ausgabe ist wohl eine Anspielung auf Dietrich Häußler, den Schurken im Stück, wenn man den Roman als über ein paar Ecken gedachte Reaktion auf ein Stück Weltliteratur lesen will, ist wohl die Kameliendame von Dumas dem Jüngeren der Referenzpunkt.
Profile Image for Liedzeit Liedzeit.
Author 1 book111 followers
June 7, 2025
Dem Icherzähler wird zu Anfang als Attraktion eines Ortes, in dem er Station macht, ein Schüdderump gezeigt. Das ist ein Karren mit dem man früher Pestleichen transportiert hat. Auf diesem Schüderump wurde seinerzeit die schöne Marie zusammen mit der kleinen Tochter Antonie ins Dorf zurückgebracht. Marie stirbt sogleich, und das Mädchen wird in Pflege genommen. Jedoch stirbt auch die Pflegemutter bald, und so wird Antonie durch die Herrin des Lauenhofs, Adelheid, aufgezogen, was sich als Unglück erweisen soll. Die schöne Marie war auch schon in den Genuss gekommen, aber dann war ihr Vater, der Barbier Dietrich mit ihr nach Berlin geflohen, wo sie, wie sich herausstellt, einige Zeit in preußischen Gefängnissen hatten verbringen müssen. Warum genau erzählt uns der Icherzähler, also Raabe (denn er gibt sich am Schluss als Verfasser von anderen Raabe-Romanen zu erkennen) nicht.

Am Lauenhof wird noch ein alter Chevalier unterhalten und eine ältere Dame, die eigentlich die rechtmäßige Kaiserin von Byzanz ist. Diese Dame heißt perfiderweise Adelaide, und es hat eine Weile gedauert - ich bin nicht der alleraufmerksamste Leser - bis ich erkannte, dass die nicht mit Adelheid identisch ist. Adelaide wird das Frölen genannt, und ich fragte mich, warum sie dann einen Sohn haben kann. Das ist aber der Sprössling von Adelheid. Der wird der Jugendfreund unserer Antonie, und es gibt auch noch den Sohn des Pastors. Einer von beiden, vermutet man, wird die Gute am Ende ehelichen dürfen. Aber so geschieht es ganz und gar nicht.

Denn irgendwann taucht der Barbier wieder auf, inzwischen zu einem steinreichen Edlen gewandelt. Wie und warum erfahren wir wiederum nicht. Der jedenfalls nimmt die junge Dame mit nach Italien, wo er Geschäfte macht. Das gefällt ihr nicht, aber wer fragt danach.

Nun, einige Jahre später macht sich der Junker (und Jugendfreund) doch auf nach Wien, wo Antonie nun lebt. Die ist leider krank. Ob nur gemütskrank oder auch richtig, ahnt man vorerst nicht. Der Großvater möchte sie mit einem italienischen Graf verkuppeln. Und der Junker, der das Elend nicht mit ansehen kann, möchte sie zurück in die Heimat führen. Leider spürt die arme Frau, dass er das nur aus Mitleid zu tun bereit ist. Genau so ist es. Dann kommt der alte Chevalier zu Hilfe. Doch auch mit dem zusammen möchte sie nicht in die Heimat. Kurz denkt sie daran, dass sie eine glückliche Magd hätte werden können, wenn sie nicht auf dem Hof gelandet wäre und beschließt zu sterben. Der Pastorssohn tröstet den Junker damit, dass die Frau auch ihre Schwächen gehabt hätte. Aber davon will er nichts hören, braucht andererseits aber auch den Trost nicht. Er kommt schon ganz gut zurecht. Es gibt auch noch eine alte Hausiererin, Jane Warwolf, aber was genau die zu der Geschichte beizutragen hatte, kann ich nicht sagen.

Das Ganze klingt viel besser, als es sich liest. Leider. Der gute Raabe wird sich seinen Teil gedacht haben, aber etwas ungerecht gegen seine Leser war er schon.

Ziemlich zu Anfang gibt es allerdings einen Abschnitt über den Barbier, den ich großartig finde:

Wie gesagt, hatte Dietrich die Verhältnisse der großen Stadt, da seine eigenen Neigungen schlecht waren, von der schlechtesten, erbärmlichsten Seite angesehen [...]. Er konnte so gut wie ein anderer träumen und die Wirklichkeit idealisieren und die Welt vollständig auf sich als dem Mittelpunkt der Welt beziehen und in seinen einsamen Stunden gerade so glücklich sein wie ein anderer. Das ist das Erfreuliche am Leben, dass der Mensch für seine Natur kaum verantwortlich zu machen ist und so werden wir gewiss nicht auf den Meister Dietrich Häußler um das, was er war, und um das, was er wurde, mit zu finstern Auge und zu tiefem Stirnrunzeln blicken.

7/10
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