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Gold und Silber (1918) stammt aus der ersten Periode von Tanizakis Schaffen, und es ist -- verglichen mit Der Schlüssel, Tagebuch eines alten Narren oder Die geheime Geschichte des Fürsten von Musashi -- vielleicht nicht sein allerbestes Buch. Das Erotische tritt hier ein wenig hinter das Duell zweier befreundeter, aber dennoch rivalisierender Maler zurück, deren von Hassliebe geprägte Beziehung erst die grausame Tat des einen zerstört. Natürlich steht auch hier eine Frau im Mittelpunkt des Geschehens, Leidenschaft und sexuelle Begierde sind nur Kehrseiten von Grausamkeit und kollegialem Neid.
So oder so war es lange überfällig, dass sich ein deutscher Verlag an eine Übersetzung dieses Klassikers der japanischen Literatur gewagt hat. Hier ist es gelungen, Tanizakis nuancenreiche Sprache geschmeidig ins Deutsche zu übertragen. Dem Reclam Verlag ist es zu verdanken, dass wir nun auch hier zu Lande einen großen japanischen Autor entdecken können, der zwar immer wieder für den Nobelpreis im Gespräch war, ihn aber nie erhielt. --Thomas Köster
128 pages, Hardcover
First published January 1, 1918