Immer wieder wird über den Kanon‹ gestritten, darüber, was in ein gut sortiertes Bücherregal gehört. Reclams Leseliste bietet hier eine pragmatische Der Band nennt auf aktuellstem Stand rund 600 Titel der deutschen und der Weltliteratur – vom Hildebrandslied bis zu Juli Zehs Unterleuten , vom Gilgamesch-Epos bis Saša Stanišićs Herkunft – und gibt mit Stichworten und Daten einen ersten Überblick über die eilige historische Bedeutung und Eigenart des Werks.
Zusammengestellt von Sabine Griese, Hubert Kerscher, Albert Expertinnen und Experten für deutsche Literaturwissenschaft in den Bereichen Mediävistik, ältere deutsche Sprache und neuere deutsche Sprache.
(Diese Kritik bezieht sich auf eine später unverändert erschiene Bibliotheksausgabe.) Rund 600 Titel der Weltliteratur sind in 'Die Leseliste' zusammengefasst, ergänzt durch knappe Kommentare. Es wird unterschieden nach deutschsprachiger sowie fremdsprachiger Literatur, wobei ersteres eine weitere Unterteilung nach zeitlichen Gesichtspunkten erfährt: Mittelalter, Humanismus und Reformation, Barock, Aufklärung, Sturm und Drang, Klassik, Romantik, Biedermeier und Vormärz, Bürgerlicher Realismus, Naturalismus bis Expressionismus, Weimarer Republik und Drittes Reich, Literatur seit 1945 (BRD, A und CH), DDR-Literatur. Die fremdsprachige Literatur wird nach ihrer Herkunft unterschieden: orientalisch und asiatisch, griechisch, lateinische der Antike, lateinische der Mittelalters, italienisch, französisch, spanisch und portugiesisch, lateinamerikanisch, russisch, skandinavisch, englisch, nordamerikanisch. Obwohl das Büchlein 2002 neu aufgelegt wurde (und 2003 gedruckt), scheint es unverändert von der Ausgabe 1994 übernommen worden zu sein. Die aktuellsten Titel stammen aus dem Jahr 1997, aber insbesondere bei den fremdsprachigen (sieht man von englischen und französischen ab) liegen die Empfehlungen noch wesentlich länger zurück: orientalisch und asiatisch: 1791, griechisch: 1559, italienisch: 1980, spanisch und portugiesisch: 1934, lateinamerikanisch: 1969, russisch: 1975, skandinavisch: 1910. Gibt es keine Bücher der jüngeren Zeit die es wert wären, hier aufgeführt zu werden? Merkwürdig... Die Kommentare sind, wie bereits erwähnt, recht knapp gehalten, in der Regel nicht mehr als fünf Zeilen. Bsp.: Sten Nadolny 'Die Entdeckung der Langsamkeit'. Zivilisationskritischer Roman, der (unter Verwendung authentischer Quellen) den Seefahrer und Entdecker John Franklin (1786-1847) als humanen Gegentypus zum modernen Leistungsdenken charakterisiert. Dies ist eines meiner Lieblingsbücher, aber ob ich es aufgrund dieser Empfehlung gelesen hätte...? Richtige Empfehlungen wird man aus diesem handlichen Büchlein wohl nicht entnehmen können, aber als Nachschlagewerk sicherlich nicht ungeeignet.
Sehr gute und ausführliche Liste empfohlener Weltliteratur, insbesondere der deutschsprachigen Literatur. Es werden etwa 600 Werke aufgeführt, die einen Querschnitt durch die Literaturgeschichte darstellen.