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Erwachsene reden. Marco hat was getan

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Es gäbe im Ort so gut wie keine Ausländer und damit – so folgert der Bürgermeister der biederen deutschen Kleinstadt – auch keinen Fremdenhass. Und doch brennt eines Nachts ein von Türken bewohntes Haus, nachdem der 15-jährige Marco dort Feuer gelegt hat.
Kirsten Boie lässt zu diesem Vorfall 13 Personen aus Marcos Umfeld zu Wort kommen und stellt deren Aussagen unkommentiert nebeneinander: Zumeist gibt man sich schockiert und distanziert sich von Marco. Letztendlich finden sich jedoch nur wenige, die sich kritisch mit dem Vorfall auseinandersetzen, die sich mitverantwortlich fühlen und – sich ihrer eigenen Hilflosigkeit bewußt sind.

96 pages, Paperback

First published January 1, 1994

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About the author

Kirsten Boie

292 books109 followers
Kirsten Boie was born in Hamburg in 1950. She studied German and English literature and wrote a doctoral thesis on a topic in the field of literary research. She worked as a secondary school teacher in Hamburg from 1978 until 1983. When she adopted a child she had to stop teaching and began to write. Her first book "Paule ist ein Glücksgriff" (1985) was very well received and won several awards.

Since then she has published more than 60 books for children and teens that have been translated into many languages. Special mention must be made of her novels for young adults that critically examine social issues and display literary innovation. In addition to the many awards she has won, her complete works have been nominated for the Hans Christian Andersen Award three times (in 1999, 2001 and 2003).
Kirsten Boie lives with her family near Hamburg.

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Community Reviews

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5 (17%)
1 star
3 (10%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Lisa.
1,108 reviews3,288 followers
August 7, 2019
Timing is brutal! How come a teenage boy in 1990s Germany turns into a racist murderer?

How come that story is told and retold in various settings and with different angles and more and more victims in our presumedly safe and liberal society, where grown-ups all do their best to teach their children love and charity, not hatred and brutality? How come fear of the unknown can grow to the point of no return where the only solution to personal misery seems to be to cause others worse misery?

Marco lives in a small town where there are no immigrants, so his hatred is "theoretical" until a few people seeking asylum are allocated to the community. What reason could there possibly be for setting their temporary dwelling on fire, killing two children?

The more caring adults blame themselves: if I had done this, said that, changed my tone, been less tired that particular day... could I have prevented hatred from erupting?

The obsessively selfish majority of people blame others, push responsibility aside, and struggle to hide their own hatred from surfacing in the face of reporters trying to find the traces of racism into which a young boy got entangled.

Being good, in his town, is being mainstream, socially adapted and homogenous. Everyone hates immigrants, but killing them is not the solution, that is the hidden message underneath a sparse polished political talk.

Staying the same is not possible in a world that is invaded by diversity, they think, and therefore, the own identity is threatened by the existence of other cultural customs and other looks.

Brutally good youth literature, never more important than today!

And to the sole teacher who tried to make a difference: you are not alone, even if it feels like it - if you weren't fictional (and most of the time, you aren't, just in this particular story, you are, but you have a voice anyway!), you could read today's Guradian and find a fight to pick, against the brutal intolerance of fundamentalist Christian values in small towns, trying to prevent people from being openly themselves and sharing that:

https://www.theguardian.com/books/201...
Profile Image for Erika_kartmann.
220 reviews
May 29, 2013
Dieses kurze Buch ist sehr wohl ein besonderes Buch,
in meinen Augen sogar ein besonders gutes!
Der 15-jährige Marco hat in einer namentlich nicht genannten, mittelgroßen deutschen Stadt ein Haus angezündet, das von türkischen Familien bewohnt wird. Das Haus geht in Flammen auf, ist komplett zerstört und was am allerschlimmsten ist: Zwei kleine Kinder kommen durch den Brandanschlag ums Leben.
Das Buch schildert die Tat nicht aus der alles überblickenden dritten Person, sondern lässt in Interviews einzelne Stadtbewohner zu Wort kommen. Einige der Interviewten kommen mehrmals zu Wort.
Dadurch entsteht langsam ein Bild, das erst nach einigen Interviews an Schärfe gewinnt, bis zum Schluss ein lückenhaftes, aber dennoch deutliches Bild der Gesamtsituation entsteht.

Dieses Buch erfüllt gleich zwei Funktionen:

1. setzt es sich jugendlichengerecht mit dem Thema Neonazis auseinander und entlarvt (auch für Jugendliche gut verständlich) wie heuchlerisch die Umwelt des Brandstifters mit der Tat umgeht: Der Bürgermeister und der Schuldirektor streiten jede Verantwortung ab und sind lediglich darum bemüht, den guten Ruf der Stadt bzw. der Schule wiederherzustellen; die ehemalige Grundschullehrerin möchte eigentlich nur Mitleid; die ehemaligen Freunde distanzieren sich von ihm und hatten angeblich nie etwas mit ihm zu tun; die Nachbarin gibt Marcos Mutter die Schuld. Der Pfarrer und der Sozialarbeiter geben offen zu, dass sie offensichtlich Fehler gemacht haben, sagen aber auch, dass sie alles nur gut gemeint haben.

2. Das Buch ist auch als Buch für den Deutschunterricht super geeignet, weil es Schülerinnen und Schüler wunderbar in einen Literaturstil (dessen Name mir entfallen ist)einführt: Der Protagonist kommt selbst nie zu Wort, es wird immer nur aus der ersten Person über ihn berichtet. Die Erzähler wechseln, somit auch der Sprachstil und Ausdruck; aber nur aus dem Zusammenspiel der Erzählstücke ergibt sich ein Ganzes.

10-jährige Kinder wird dieser Schreibstil sicher überfordern.
Ich schätze, dass die jungen Leserinnen und Leser schon mindestens 13 oder 14 Jahre alt sein müssten.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Yoyomaus Die Büchereule.
2,345 reviews29 followers
April 2, 2020
Zum Inhalt:
Es war ein unglücklicher Zufall, er habe eigentlich keine Schuld, versucht Marco sich zu rechtfertigen. Doch er hat etwas getan, das zwei Menschen das Leben gekostet hat: ein von Türken bewohntes Haus in Feuer gesetzt. Dabei gibt es im Ort so gut wie keine Ausländer und somit, folgert der Bürgermeister der biederen Kleinstadt, auch keinen Fremdenhass. Kirsten Boie lässt zu diesem Vorfall dreizehn Personen aus Marcos Umfeld zu Wort kommen.

Cover:
Das Cover an sich sagt jetzt nicht wirklich viel über den Inhalt der Geschichte aus und hat mich erst ein wenig im Dunkeln tappen lassen. Wir sehen hier eine männliche Gestalt, recht jugendlich Gekleidet. Sie soll wahrscheinlich den Marco darstellen. Und das war es dann auch schon, weiter gibt es keine Hinweise zur Geschieht, schade. Wenn man sich jetzt noch ganz weit aus dem Fenster lehnen möchte, können wir aus dem Cover entnehmen, dass der Marco nun allein da steht und keinerlei Rückhalt von irgendjemanden bekommt. Das wäre aber sehr an den Haaren herbei gezogen.

Eigener Eindruck:
Marco hat etwas Schreckliches getan! Bei einem Brandanschlag den er auf ein Asylbewerberheim gemacht hat sind zwei Kinder ums Leben gekommen. Ein unglücklicher Zufall, findet Marco, denn so hat er das nicht gewollt. Aber einer musste ja ein Exempel statuieren, wo alle anderen immer so gegen die Ausländer wettern. In dem kleinen Ort wo Marco zu Hause ist beziehungsweise war, begibt sich die Autorin auf die Reise, um mehr über den Fall zu erfahren und lässt so den Bürgermeister, Nachbarn, Freunde und Sozialarbeiter zu Wort kommen…

Dieses Büchlein aus der Feder von Kirsten Boie behandelt ein sehr wichtiges Thema, was besonders in unserer derzeitigen Zeit wieder mehr an Brisanz gewinnt. Wir haben hier den Marco, der als ausländerfeindlicher Jugendlicher zwei Menschen auf dem Gewissen hat. Bei den „Interviews“ die nun geführt werden, werden verschiedene Ansichten zu Marco und der kleinen Stadt, in der er gewohnt hat, dargelegt. Da gibt es jene, die das natürlich haben kommen sehen, aber nicht vorher reagiert haben. Dann gibt es jene, die sich einfach nicht vorstellen können, dass der Marco so etwas wirklich gemacht hat. Dann gibt es jene, die nur um das Image des Örtchens fürchten. Und dann gibt es jene, die den Marco scheinbar effektiv instrumentalisiert haben, nun aber nicht mehr hinter ihrer Meinung und seinen Taten stehen. Dabei haben alle Aussagen etwas gemeinsam. Man versucht etwaige Schuld wegzuschieben oder jemand anderen aufzudrücken. Und es ist doch einfach Marco alles allein in die Schuhe zu schieben, schließlich kann der sich nachweislich nun wirklich nicht wehren, denn er sitzt für seine Taten ein. Das ist interessant zu lesen und hätte auch wirklich meinen Zuspruch gefunden, wenn die Schreibweise nicht so grausam gewesen wäre. Denn die Autorin schreibt die Aussagen so, als ob die Personen gerade mit einem Reporter oder dergleichen sprechen, Fragen beantworten und dabei immer wieder ins Stocken kommen. Das ist wirklich anstrengend und hat mich einfach nicht angesprochen. Sieht man jetzt von der Thematik der Ausländerfeindlichkeit ab, bekommt man in dem Buch auch die Abgründe der Menschheit zu sehen. Schuldzuweisungen, Ablehnung, das klassische „Fallenlassen“. Auch wenn das, was Marco getan hat wirklich schlimm und absolut zu verurteilen ist, so ist der Bengel ja nicht allein auf die Idee gekommen und je mehr man in dem Buch liest, desto mehr erkennt man, dass auch sein Umfeld einen ganz großen Anteil an dem trägt, was er getan hat. Das Büchlein jedenfalls, wenn man sich denn durch den Schreibstil durchgearbeitet hat, regt zum Nachdenken an und das finde ich persönlich wichtig und gut.

Fazit:
Leider war die Schreibweise nicht so meins, weshalb ich mich mit diesem Büchlein wirklich mehr als schwer getan habe. Deshalb möchte ich es neutral bewerten und keine Empfehlung aussprechen.

3 von 5 Sterne

Daten:
ISBN: 9783841503589
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Flexibler Einband
Umfang: 100 Seiten
Verlag: Oetinger Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 01.08.2015
Profile Image for luisa.
726 reviews2 followers
Read
January 19, 2021
ich weiß nicht recht wie ich es bewerten soll, deswegen lass ich es erstmal
[obs für die B.A. richtig passt weiß ich auch noch nicht]
Profile Image for Yvonne O..
24 reviews
December 23, 2022
Es war jetzt nicht so überwältigend und der Text war auch bisschen komisch geschrieben.
Profile Image for Anne.
98 reviews12 followers
March 14, 2025
Interesting concept and still on theme.
Displaying 1 - 7 of 7 reviews