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Arbeitslosigkeit und Rationalisierung: D. Lage d. Arbeiter u.d. kommunist. Gewerkschaftspolitik 1920-28 (Campus Studium : Sozialgeschichte)

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German

280 pages, Hardcover

First published January 1, 1977

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Profile Image for Sean.
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December 4, 2022
Ausgezeichnetes Buch. Klein und klar, geht doch tiefer ein als irgendeine detaillierte Gesamtdarstellung. Durch die Begriffe Rationalisierung und Arbeitslosigkeit erleuchtet Schöck nicht nur die entscheidenden Entwicklungen der Weimarer Wirtschaft, sondern auch (dadurch) die lebendige Muskulatur der Arbeiterbewegung.

Die Untersuchung schildert die Entwicklung der Gewerkschaftspolitik der KPD, die verschiedene regionale, industrielle, politische Quellen dieser Entwicklung und die Wechselwirkung von kommunistischer Politik und Arbeiterbewegung im Allgemeinen. Die Verwirklichung dieser Politik wird durch drei Industriezweige dargestellt: Bergbau, Chemie, und Metallindustrie. Die zentrale Lage der Rationalisierung und Arbeitslosigkeit in den breiteren Wandlungen der Weimarer Republik sind vor allem durch die entscheidende Veränderung ende 1923/24 verdeutlicht, als die Zeit der Stilllegungsverordnung und des Achtstundentags zu Ende kam und die von den Gewerkschaftsinstanzen unterstützte Rationalisierung eingesetzt ist. Dass dieser gesellschaftliche Wendepunkt mit Hermann Webers „Wandlung des deutschen Kommunismus“ zusammenfällt zeigt die Notwendigkeit der Wechselbeziehung solcher ‚objektiven‘ und ‚subjektiven‘ Faktoren gerade in der linken Geschichtsschreibung.

Sozialgeschichten im allgemeinen und Sozialgeschichten der kommunistischen Bewegung dieser Zeit im besonderen fehlen oft an politisch-ökonomischen Tiefe. Entweder verfallen sie in die oberflächliche Analyse der Auseinandersetzungen unter Führern oder auf der anderen Seite, in eine Art grober soziologischer Reduktionismus. Dagegen ist Schöcks methodologischer Ansatz einzigartig, erquickend und korrekt, das beste Vorbild einer marxistischen, sozialgeschichtlichen Analyse, die ich je in diesem Bereich gesehen habe:

Wir werden der Antwort auf die Frage, welche Bedingungen für die Entwicklung der KPD in der Weimarer Republik ausschlaggebend waren, nur näherkommen können, wenn wir uns ein realistisches und differenziertes Bild über den Zustand der deutschen Arbeiterklasse im allgemeinen und der kommunistischen Basis im besonderen zu verschaffen suchen. Erst auf der Grundlage dieser Fragestellung wird die Geschichtsschreibung fähig, die Organisationen der Arbeiter an deren gesellschaftliche Stellung im Produktionsprozeß zu binden und zu untersuchen; nur auf diesem Weg kann sie die Addition von organisationssoziologischen, ideologiekritischen und moralisierenden Begriffen als zentrale Erklärungsmuster vermeiden, ohne jedoch damit die Organisationen der Arbeiterklasse aus ihrer Verantwortung für die Niederlage 1933 pauschal zu entlassen. Nur auf diese Weise kann sie zu Aussagen über das Verhältnis zwischen Basis, gewerkschaftlicher und politischer Organisation der Arbeiterklasse und deren spezifischer Politik in einer bestimmten Phase gelangen. (Schöck 161)
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