Altershausen ist der letzte Roman von Wilhelm Raabe. 1899 bis 1902 entstanden, erschien das Fragment 1911 posthum bei Otto Janke in Berlin.Frau und Kind des Wirklichen Geheimen Obermedizinalrats Professor Dr. med. Friedrich Feyerabend ruhen seit langem auf dem Friedhof. Als Mediziner hoch dekoriert, wendet sich Feyerabend, Fritze genannt, nach der offiziellen Feier seines 70. Geburtstages von dem Trubel ab und begibt sich auf die „Lebens-Heimweh-Fahrt“ nach Altershausen, dem Städtchen seiner Geburt.
Fritz Feyerabend hat es überstanden: Im Bett liegend verdaut der Wirklich Geheime Obermedizinalrat Professor Dr. med a.D. die Feierlichkeiten seines mit großen Lobreden bedachten 70. Geburtstags und den Einstieg in den Ruhestand. Zeit hat er nun genug, doch womit soll er sie füllen? Der frühe Tod von Frau und Kind verhindert, dass er die Rolle des Ehemanns, Vaters und Großvaters einnehmen kann, außerfamiliäre Versuche, diese Lücke zu füllen, scheitern. Von melancholischer Sehnsucht nach seiner Jugend ergriffen, tritt der "Jubelgreis" die letzte Reise in seinen Heimatort Altershausen an, um dort seinen Kindheitsfreund Ludchen Bock wiederzusehen. Eine Verjüngungsfahrt, die auf bizarre Weise zu gelingen scheint, denn Ludchen ist nach einem Unfall auf dem geistigen Stand eines 10-jährigen geblieben und ermöglicht Feyerabend so ein momenthaftes Eintauchen in eine längst vergangene Episode seiner Biographie. Raabes Fragment gebliebener Roman beschäftigt sich auf interessante und überaus moderne Weise mit den Themen Alter und Identitätssuche.
This entire review has been hidden because of spoilers.