Als eine junge Frau den Seismologen David in Kairo aufsucht, um ihm von einem drohenden Erdbeben zu berichten, glaubt er ihr zunächst kein Wort. Doch dann wird sie entführt, und David muss feststellen, dass diese verheerende Naturkatastrophe Teil einer unglaublichen politischen Intrige ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Raymond Harold Sawkins was a British novelist, who mainly published under the pseudonym Colin Forbes, but also as Richard Raine, Jay Bernard and Harold English. He only published three of his first books under his own name.Sawkins wrote over 40 books, mostly as Colin Forbes. He was most famous for his long-running series of thriller novels in which the principal character is Tweed, Deputy Director of the Secret Intelligence Service.
Sawkins attended The Lower School of John Lyon in Harrow, London. At the age of 16 he started work as a sub-editor with a magazine and book publishing company. He served with the British Army in North Africa and the Middle East during World War II. Before his demobilization he was attached to the Army Newspaper Unit in Rome. On his return to civilian life he joined a publishing and printing company, commuting to London for 20 years, until he became successful enough to be a full-time novelist.
Sawkins was married to a Scots-Canadian, Jane Robertson (born 31 March 1925, died 1993). Together they had one daughter, Janet.Sawkins died of a heart attack on August 23, 2006.
Sawkins was often quoted as personally visiting every location he features in his books to aid the authenticity of the writing. As a result, there is detailed description of the places where the action in his books takes place.
Fury (1995) was inspired by the courage of his wife before she died, and he set it apart from his other novels “because of the strong emotion and sense of loss that runs through it”.
Just one of Forbes' novels was made into a film: Avalanche Express, directed by Mark Robson and starring Lee Marvin and Robert Shaw, which was released in 1979 to generally poor reviews.
Zu Zeiten meines Erstkontakts mit Colin Forbes hätte das unter dem Pseudoynm Harold English und nur in Deutschland veröffentliche Buch vermutlich fünf Sterne bekommen. Diese von allerlei Entführungen und wechselseitigen Verfolgungsjagden begleitete Reise von Kairo ins anatolische Grenzgebiet zur Sowjetunion ist einfach die ideale geistige Folgenahrung für Jungs, die vor Karl May eigentlich nur Comics gelesen haben. Der Kalte Krieg ist schon lange Geschichte, ich bin inzwischen gut 35 Jahre älter und kenne die drei Vorgängerromane, deshalb ist „In letzter Minute“ allenfalls noch für fünf Sterne auf der internen Colin-Forbes-Skala gut. Denn der Meister folgt bei seinem historischen Spannungsroman wieder einmal demselben Muster wie Target V oder Lawinenexpress. In beiden Actionreißern musste ein sowjetischer Überläufer durch viel Eis und Schnee von einem, immer wieder auf sich gestellten Agenten der westlichen Geheimdienste in Sicherheit gebracht werden. Sei es in Eisbrechern über den Nordpol nach Island oder über die Alpen im Zug nach London. Die Naturgewalten sind auch dieses mal der härteste Gegner, allerdings erzählt der Experte, ein Seismologe der eigentlich nicht Ostanatolien ankommen soll, seine Geschichte selbst. In Sachen Erzählcharakteristik geht Forbes übrigens überaus methodisch und wesensgemäß vor. Alles ist ein wenig umständlich geschildert, der Held ist mit mehreren Gefahrensituationen zunächst überfordert und viel zu sehr Fachidiot, um das Ausmaß und die Qualität der Forschungen zu erkennen, wegen denen er von der Tochter seines Kollegen Grant zu diesem Wahnsinnstrip mit unabsehbaren Konsequenzen motiviert wurde. Der Erzähler ist also alles andere als ein allwissender Kara Ben Nemsi*, auch wenn er 80 Seiten vor Schluss hinter einer falschen Wand endlich die wahren Zusammenhänge erlauschen kann, bevor der große Showdown, gegen einen korrupten türkischen Polizeichef, den bösen Griechen mit einer Horde gedungener schwerer Jungs und die türkischen „Kosaken“ beginnt. Und natürlich sind eigentlich die Russen und ihre Versuche eine eigene Atombombe zu bauen, an allem Schuld. Wie fast immer, in den mir bekannten Werken, spielt der Schnee und mehrere Beinahe-Erfrierungstode eine große Rolle. Die Fahrt im Nazi-Mercedes des türkischen Freundes und großen Rivalen des Griechen durch das nächtliche Taurus-Gebirge und über zugefrorene Flüsse hätte sicher ganz großes Kino ergeben**. Aber gerade das Fahrzeug und die zahlreichen mit dem Benz durchgeführten Aktion erwies sich für mich als ganze großes Glaubwürdigkeitsproblem: ein gerade mal in 205 Exemplaren hergestelltes Fahrzeug ist doch das sogar für den dümmsten Polizeichef das ideale Überwachungsobjekt. Auch der in 50-Literbereiche vordringende Verbrauch eine Kompressor-Benz macht ein paar hundert Kilometer Nachtfahrt durch verschneite bzw. vereiste Gebirgsnebenstrecken ohne Tankstopp oder auch nur die Gelegenheit dazu, schwer unglaubwürdig.
Fazit: Ein Spannungsroman alter Schule, der die Lieblingsthemen des Autors auf interessante Weise variiert, aber gelegentlich auch sehr die Glaubwürdigkeit strapaziert. Von daher drei Sterne.
* dessen Karikaturen eher noch in den Romanen von Arno Schmidt ihr Unwesen treiben. ** Nach dem von mehreren tödlichen Herzinfarkten überschatteten Fiasko Lawinenexpress hat das abergläubische Hollywood geflissentlich die Finger von weiteren Stoffen aus der Feder von Colin Forbes gelassen.