Die "Selberlebensbeschreibung" war recht interessant, sie bot zwar weniger autobiografische Information hinsichtlich der Autorentätigkeit, als gehofft, war aber aus historisch-pädagogischer Perspektive für mich sehr interessant, da ich mich im Rahmen des Studiums bereits mit der Geschichte des Unterrichts befasst habe und hier Dinge wiedererkannt habe, die ich dadurch vernetzen und anders einordnen konnte. Einige philosophische Gedanken sind sehr zitierwürdig. Insgesamt fehlten mir aber die großen Ereignisse und Erkenntnisse. Die "Konjektural-Biographie" fand ich völlig unnötig. Paul beschreibt hier, wie er sich seine Zukunft vorstellt. Er ergießt sich in völlig unnötigen Sturzbächen zum Beispiel über sein Autorjubiläum - die schlimmsten Seiten im ganzen Buch waren diejenigen, auf denen die sehr schwafelige Jubiläumsrede vorverfasst wird. Einzig das Kapitel zum Hochzeitstag mit seiner Frau fand ich gut lesbar, da hier konkretere Handlungen beschrieben und Naturbeschreibungen mit einigen philosophisch angehauchten Gedanken verbunden werden.
Insgesamt ist der Schreibstil voller verschachtelter Sätze und Semikolons gewöhnungsbedürftig, man findet sich aber nach einigen Seiten mit etwas Mühe und Geduld recht gut hinein.