Die Menschenmasse gehört seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert zu den verstörendsten Phänomenen der westlichen Welt.
Sowohl das Erlebnis revolutionärer Menge als auch die Vorstellung einer unermesslichen, nivellierten Bevölkerung stellen individuelle Existenzformen grundsätzlich in Frage. Darstellung, Erfahrung, Regulation und Reflexion der Masse sind deshalb zentrale Aufgaben des modernen Wissens, für deren Bewältigung Literatur und Wissenschaft wichtige Beiträge geliefert haben.
Michael Gampers Studie befasst sich mit der zentralen Rolle der Literatur bei der Etablierung der Masse als Objekt des Wissens und dessen imaginativer Gestaltung vom 18. bis ins 20. Jahrhundert. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei dem Wechselverhältnis mit den Wissenschaften, der Sozialstatistik, der Psychologie, der Soziologie und der Physik gewidmet.