»Die Philosophie des Glücks gehört zu Marcuses leichten, unterhaltsamen Büchern; es will kein Rezept für Glück liefern, sondern zur eigenen Glückssuche ermuntern; es handelt von verschiedenen Formen des Glücks, von Hiob, Hans im Glück, Seneca, Tolstoi und Freud, von der Glücklichen Gesellschaft der Frühsozialisten, vom Glück der modernen Epikuräer Heine, Büchner, Nietzsche...«
In der Philosophie des Glücks gibt Ludwig Marcuse einen summarischen Überblick einiger zentralen philosophischen Ausarbeitungen zum Glück, einem Thema das für die längste Zeit als höchstes Ziel des menschlichen Seins und somit auch philosophischer Ausarbeitung anerkannt wurde. Dabei gibt Marcuse einen gewissermaßen historischen Überblick der verschiedensten zentralen Blickwinkel auf das Glück in der westlichen Philosophie, allerdings merkt man dabei auch schnell, dass viele Inhalte nur kursorisch und eher oberflächig behandelt werden. Besonders kurios ist dabei, dass einer der für die Philosophie des Glücks wohl wichtigsten Denker, Aristoteles, erst gegen Ende des Buchs Erwähnung findet, und dort gar als ein "Feind des Glücks" angesehen wird... Man möge sich daraus aber ein eigenes Bild machen.
Jedenfalls ein wunderbares kleines Büchlein für Leser:innen die sich gerne einen Überblick darüber verschaffen wollen, was alte weise (leider nur) Herren über das Glück des Menschen zu sagen hatten, wenngleich man sich von der Idee verabschieden sollte, nach Lesen der "Philosophie des Glücks" auch zu wissen was man für ein glücklicheres Leben tun sollte, denn solche Anweisungen lässt Marcuse bewusst aus (und in der waren Flut an existierenden fast dogmatischen Glücksanleitungen, soll ihm der kritische Leser dafür dankbar sein)