Ich hatte das Buch noch aus Jugendtagen bei mir stehen - und beim Umräumen des Buchregals stand wieder einmal die Entscheidung an: behalten - oder weg. Ich konnte mich nur noch vage erinnern - aber es war ein "wichtiges Buch" damals, soviel wusste ich noch. Kurzentschlossen einfach mal zu lesen begonnen - und siehe da: ja, ich erinnere mich wieder, warum ich es aufgehoben habe.
Der Autorin gelingt es so gut, Atmosphären aufzubauen, Stimmungsbilder zu zeichnen - und dann ist es ein Zeitdokument. Geschrieben 1977 zeigt es viel von den damaligen Wertvorstellungen. Eine Bankkaufmannslehre ist eine kluge Entscheidung, Menschen, die an Ständen Kunsthandwerk verkaufen sind vermutlich "Gammler" und junge Männer protzen noch selbstverständlich damit, was für coole Aufreisser sie sind. Und auch der Seitenhieb auf das Frauenbild einer vermeintlich devoten Hausfrau - die doch in Wirklichkeit alle Geschicke der Familie steuert - mit ersten Ansätzen, dass unserem Helden eine solche Partnerschaft nicht mehr gefallen kann....