In Common Objects of Love Oliver O'Donovan, widely respected as one of today's wisest and most articulate Christian ethicists, takes readers on a journey of thought. Yet this journey, he warns, does not "circle comfortably around its subject like a pleasant afternoon stroll, but sets out for a far country." The purpose of the journey is to trace "what unifies a multitude of human agents into a community of action and experience sustained over time." / The book's central theme, which arises out of Augustine's idea that we know only as we love, is that moral reflection, or the identification of objects of love, has effect in organized community. This perspective provides a fruitful resolution to the traditional Aristotelian dichotomy of theoretical and practical reason and directs us as to how we may think "from truths of Christian faith to conclusions in Christian action." O'Donovan's interest in this theme lies especially with its political possibilities, as he explores how love is key to the organization and coherence of political society. / Beginning with some lighthearted puzzles about teaching ethics, O'Donovan explores a series of related historical and current issues - the iconoclastic controversy of the ninth century, the nature of ethical deliberation, the deleterious role of publicity in late-modern liberal society, and more - and he offers some reflections on the events of September 11, 2001. It is with John of Patmos, finally, that O'Donovan brings his journey of thought to an evangelical conclusion, one that rests on the narrative of the fall and redemption of society and of the vindication of created order in the coming of God's kingdom. / Originating as the 2001 Stob Lectures delivered at Calvin College and Seminary, Common Objects of Love provides a thought-provoking look at social and political behavior as it is - or should be - informed by Christian love.
Oliver O'Donovan FBA FRSE (born 1945) is a scholar known for his work in the field of Christian ethics. He has also made contributions to political theology, both contemporary and historical.
Liebe O'Donovan Profis, von den doch einige unter meinen Goodreads-Freunden sind, bitte helft mir mal. Entweder ich verstehe wirklich fundamentale Punkte seines Denkens nicht, oder ich verstehe nicht, wie seinen Ansatz irgendwie überzeugend finden kann. Mal ein Beispiel: "Some object or person presents our community to us, so that we bring within the scope of our perception what cannot be perceived directly as such, but only inferred, the to- tality of our own communications. To this object or person we direct the love that arises with our self-knowledge, a love that would, without a concrete object, be too diffuse to sustain. We call this special kind of signification "representation." It is seen at its clearest in the special case of political repre- sentation." (29) Wenn ich richtig verstehe, dann gibt es bestimmte Objekte oder Personen in communities, die durch gemeinsame signification einen Status erlangen, der repräsentativ für die ganze Community ist. Dann überträgt er die Logik auf politische Repräsentation, die dann auch moderne Staaten usw. umfassen würde. Ich verstehe die Idee, nur leider gibt es meines Wissens nach keinen einzigen Staat, der nach diesem Muster politische Repräsentation bildet. Wenn O'Donovan das als eine Art ideale Theorie der Gemeinschaft behandeln würde, fänd ich das nicht so seltsam. Doch er behauptet ja tatsächlich, dass so politischer Repräsentation entsteht: durch den rationalen, gemeinschaftlichen Akt "signification", durch den eine Repräsentation der "common objects of love" entsteht, um unsere Liebe zu konkretisieren. Ich halte das für soziologisch unaufgeklärt. "What is holy in ancient Israel - the Sabbath, the temple, the land at once organizes and structures the people as a political society and discloses the universal divine purpose for the world. In this reflective movement a community 1S more than a sphere of sharing. It is what we call a "society"." (31) "Gesellschaft" entsteht dann, wenn diese repräsentativen Zeichen auf die Community zurückwirken, sich also eine Reflexivität zwischen Community und representation einstellt. Auch hier glaube ich, dass zentrale Unterschiede zwischen Vergesellschaftung und Vergemeinschaftung nicht gesehen werden. Eine Gemeinschaft funktioniert, wenn ich jeden beim Vornamen kenne, wir miteinander sprechen und uns übereinander freuen können, vielleicht sogar ein "common object of love" haben. Gesellschaft funktioniert, wenn ich mit meiner Kreditkarte in den Supermarkt gehe, mich für eine Woche eindecke und dabei mit niemandem sprechen muss. Die Einheiten Gemeinschaft und Gesellschaft sind fundamental anders strukturiert. Zu behaupten, Gesellschaft entsteht, wenn Reflexivität zwischen Gemeinschaft und ihrer Repräsentation einsetzt, halte ich wiederum für soziologisch unaufgeklärt.
Noch ein Punkt, wo ich mich wundere: "to have a political identity means accepting the contingent determination of one's society by the decrees of God's historical providence, which allows no justification or criticism." (43) Ich verstehe ja im Sinne eines Pragmatismus die Haltung: "Man muss eben mit dem arbeiten was man hat." Aber warum sollte man den politischen Status quo werde rechtfertigen noch kritisieren. Politik ist gemacht. Der Staat ist gemacht. Er beruft sich auf "God's historical providence", aber beansprucht er die im besonderen für das Politische? Wenn ja, aus welchen Gründen? Wenn nein, was genau kann man dann nicht unter Berufung auf Gottes Vorsehung begründen?
Die Idee 9/11 auf den Konflikt zwischen eine ikonoklastischen islamischen Kultur und einer bildverbreitenden westlichen Kultur zurückzuführen, fand ich höchst skurril. Auch hier fehlt mir eine Analyse dessen, was wirklich passiert ist, eine Analyse von CIA Propaganda in islamischen Ländern, über US-Imperialismus usw.
Ein letztes noch: auf Seite 59 sagt er, dass die großen Medien-Barone keinen wirklichen Einfluss auf das haben, was sie publizieren, weil das "spotlight" der Gesellschaft mal hier und mal dorthin wandert. Keiner weiß, wo es hingeht. Dann vergleicht er es mit dem Fischen: "I mean simply that, like fishermen, who are masters of the harvest of the sea only as they become the servants of its tides and its humors." Sowohl hinkt der Vergleich: ich will denjenigen sehen, der mal eine vernünftige Doku über chinesischer Fischerflotten gesehen hat und danach behauptet, diese edlen Diener des Meeres wären im Einklang mit dem Meer. Andererseits ist die Analyse der Medienlandschaft einfach nicht zutreffend. Natürlich setzten die großen Medienhäuser ihre eigenen Schwerpunkte und produzieren ihre Schlagzeilen selbst. "Stärke die FDP pls" und so weiter.
Ich werde bei O'Donovan leider den Eindruck nicht los, dass er ein super Theologe ist, der krass belesen ist, was die Geschichte der politischen Theologie angeht, der die Bibel präzise liest und gerne Theorien baut. Mein Problem ist, dass er dabei immer an der Wirklichkeit vorbeiredet. Und das nicht in dem Sinne, dass er eine Ideal versucht zu formulieren, das es zu realisieren gilt, sondern in dem Sinne, dass er eine Wirklichkeit versucht zu beschreiben, die es einfach nicht gibt. Seine Idee von Gesellschaft trägt nichts aus. Dass er über "common objects of love" redet und dabei nicht merkt, dass es im Kapitalismus quasi keine commons mehr gibt, ist einfach schwach. Dass sein zweites Kapitel "Agreement to share" heißt, und er nicht einmal auf reale Besitzverhältnisse kommt, ist irritierend. So wie ich es sehe, hat O'Donovan noch nie, ein nicht theologisches Buch in der Hand gehabt. Das macht ihn für mich quasi unbrauchbar. Bitte helft mir.
Wer einen kurzen Einsteig zu O'Donovans politischer Theologie sucht ist mit "Common Objects of Love" gut bedient, denn es bietet eine dichte Reflexion über das Wesen menschlicher Gemeinschaft, die durch die traumatischen Ereignisse des 11. Septembers eine besondere Dringlichkeit erhielt. O’Donovan entfaltet sein Argument in drei Schritten: Im ersten Schritt legt er die Grundlage seiner Überlegungen, indem er Liebe als eine Form der Erkenntnis bestimmt. Dabei bricht er mit der aristotelischen Trennung von theoretischer und praktischer Vernunft und postuliert stattdessen eine „affective knowledge“. Erkennen bedeutet für O’Donovan, die inhärente Güte einer Sache wahrzunehmen und sich ihr liebend zuzuwenden: „To know any thing is to grasp its inherent intelligibility, which is its good; but to grasp its intelligibility is to grasp it, and, in grasping it, to cling to it in love“. In deutlicher Abgrenzung zum Willen, der auf unmittelbare Entscheidungen zielt, beschreibt er Liebe als eine „contemplative disposition“. Sie ist ein „rejoicing in the fact that its object is there, not wanting to do anything with it“. Gemeinschaft entsteht demnach nicht als technisches oder vertragliches Konstrukt, sondern schlicht dadurch, dass Menschen dieselben Dinge lieben. Maßgeblich ist dabei ein radikal augustinischer Maßstab: „The better the things, the better the people; the worse the things, the worse their agreement to share them“. Im zweiten Schritt fragt O’Donovan nach der Beständigkeit solcher Gemeinschaften über die Zeit hinweg. Da eine Gemeinschaft als Ganze nicht direkt wahrnehmbar ist, benötigt sie Formen der Representation – konkrete Zeichen, Personen oder Institutionen, in denen das gemeinsame Selbstverständnis Gestalt gewinnt. Diese bezeichnet er als „transcendental representation“. Tradition erscheint als notwendiger Akt kultureller Weitergabe ('Ehre deinen Vater und deine Mutter..."). Zugleich warnt O’Donovan eindringlich vor einem Götzendienst, bei dem eine Gesellschaft die „transcendence of God into the structures of its own particularity“ einsperrt. Sein Verständnis von „secularity“ ist daher zutiefst eschatologisch geprägt: Es bezeichnet eine Haltung der Geduld und der Hoffnung auf eine endgültige Offenbarung Gottes, die noch aussteht („not yet“). Eine Gesellschaft, die diesen Glauben verliert, verlernt, wie man „säkular“ ist, und verabsolutiert stattdessen ihre eigenen begrenzten Identitäten. Eine positive Bewertung der 'Säkularität' des Staates liest man ja sonst eher selten :D Im dritten Schritt wendet O’Donovan dies auf die Moderne an. Er kritisiert die modernen Massenmedien, die einen Zwang des dauerhaften Erscheinen erzeugen ("Publicity"), da das moderne Mediensystem Individualität „ausbügelt“ („ironed out“) und Menschen in klischeehafte Rollen presst, die wie Kostüme in einer Theatergarderobe bereitliegen (Für was braucht man Byung Chul Han, wenn O'Donovan das wohl schon 2001 erkannt hat). An dieser Stelle übt er Kritik an der modernen Theologie, insbesondere an Strömungen der politischen Theologie des 20. Jahrhunderts. Diese habe das Problem der Macht falsch diagnostiziert. Zum einen habe sie sich zu sehr auf die Kritik an „autoritären Regimen“ konzentriert und dabei übersehen, dass das eigentliche Problem tiefer liege – nämlich in der politischen Repräsentation selbst. Autoritarismus sei als ein „Zuviel an Autorität“ missverstanden worden, weshalb man die Heilung in populistischen Bewegungen gesucht habe, was die Bedeutung von Repräsentation innerhalb der Regierung paradoxerweise noch verstärkt habe. Zum anderen neigten Theologen in liberalen Gesellschaften laut O’Donovan dazu, sich über „Verschwörungen von Machthabern“ zu beklagen. Damit wichen sie jedoch der eigentlichen Herausforderung aus: Massenmedien und "Publicity" seien kein Produkt geheimer Absprachen, sondern Ausdruck der „universal corruptibility of man’s communications“ – einer Einsicht, die der Theologie von jeher vertraut sein müsste. Zum Schluss entwirft O’Donovan die christliche Antwort auf diese Krise in Gestalt der „iconic discipline“. Diese fordert eine wache Unterscheidung gegenüber der „autonomous projection of images“ und findet ihren Höhepunkt im Gottesdienst. Im Gottesdienst richtet sich die Gemeinde auf Christus als das eine wahre, representative Bild Gottes aus. Hier wird die Gemeinde zu 'Reflektoren' ("auf ihrer Stirn trugen sie seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben" Off 14,1). Diese "apparent passivity" erweist sich als „active power“, die eine „community of resistance“ gegen die manipulativen Zeichen der Welt formt und aufrechterhält. Gefehlt hat mir am Ende, dass da noch ein bisschen Fleisch dran kommt, was das nun im Verhältnis von Kirche zu Staat im 'saeculum' konkreter bedeutet, und wie die Kirche da sowohl kritisch als auch konstruktiv einwirken kann/soll. Das augustinische Paradigma der zwei ultimativen 'Lieben' lässt da in meinem Verständnis ja nicht so viel Raum.
O’Donovan anticipates several of his key ideas within his later book The Ways of Judgment here. His description, critique, and counterproposals to modern publicity at the end are unique and prescient in a world where internet communications have become more dominant since 2001.
Why didn't I read this sooner? Less than a hundred pages, supremely readable, yet as densely packed as anything by O'Donovan. At its core, it is a reflection on the conditions of possibility for the existence of political society, with some thoughts about the unique dangers undermining that possibility in modernity. But along the way, as usual, O'Donovan scatters profound little nuggets on everything from the fifth commandment to the meaning of secularity (see some bloggings at www.swordandploughshare.com). The best part is surely the meditation on the uniquely modern phenomenon of "publicity," which occupies much of the final chapter.
Of course, this is very short--just a set of three lectures--and hence leaves much unsaid and undeveloped. Perhaps one day, we will see the full version. In the meantime, The Ways of Judgment is a good substitute.
A short meditation on Augustine’s famous line from Book XIX in City of God - a political community is a gathered multitude of rational beings united by common objects of love. The first two essays on love and collective action and political representation were illuminating. They could even serve as helpful introductory readings to Christian ethics, covering subjects like actions, ends, goods, affections, communication. The final essay on publicity was more esoteric than typical for O’Donovan (and that’s sayin’ something!), and less enjoyable.
Read as part of the curriculum for a graduate level course on the Virtues: personal and civic. This book was assigned to highlight the virtue of prudence and the themes Cardinal Virtues/common transformation.
Wow. Reading this has stirred my affections for Jesus and for his Church. It’s a short collection of lectures. You could read it in a day; you should take at least a few days with it though.
Although this slim volume (originally a series of lectures) takes a while to get into, there are many rich insights along the way that repay the effort.
Not his best work. It is too short and the themes are underdeveloped. I say this as one who has praised O'Donovan's works for seven years now. He is one of the top five theologians (living) who has most influenced me. To be honest, the reader is better served by googling his Stob lectures at Calvin and taking copious notes from them.
I think the biggest ideas are that humans are united in what they focus on/worship and that O'Donovan believes we (the Western world at least) is far too focused upon itself. I plan on rereading the book as opportunity arises.
This entire review has been hidden because of spoilers.