Die Vorlesung ist trotz gelegentlicher Anfeindungen immer noch die gebrauchlichste akademische Lehrform. Sie erscheint den meisten Lehrenden so selbstverstandlich, dass uber ihre Gestaltung selten nachgedacht wird. Kritisch aussert man sich in der Diskussion uber den Vorlesungen seien schlecht gegliedert, wurden unzulanglich vorgetragen, dienten nur der Selbstdarstellung der Professoren. Mit dieser Meinung raumt der Autor auf. Er geht von mehrjahrigen Befragungen seiner Studenten und von eigenen Studien in Horsalen aus und begreift Vorlesungen als rhetorisch zu gestaltende Lehr-und Lern-Situationen, in denen Studenten grundlegende Einblicke in die Wissenschaft gewinnen konnen - wenn nur gekonnt vorgetragen wird. Um Vortragskompetenz anzuregen, zeigt der Autor, welche Mangel die unzulangliche und welche Vorzuge die anregend-anspruchsvolle Vorlesung aufweist. Dabei wird klar, dass der alte Spruch "Wer gut gliedert, lehrt gut" noch nicht ausreicht. Der akademische Lehrvortrag lasst sich rhetorisch verfeinern. Hierzu liefert der Autor zahlreiche Anregungen und anschauliche Beispiele."