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Wenn Nervensägen An Unseren Nerven Sägen: So Lösen Sie Konflikte Mit Kindern Und Jugendlichen Sicher Und Selbstbewusst

Sicher und selbstbewusst Konflikte um Regelverstöße lösen

»Nein!« – So tönt es täglich aus Millionen Kehlen, wenn Kinder und Jugendliche zu Hause, in Kindergärten, in Schulen und anderswo aufgefordert werden, sich an aufgestellte Regeln zu halten. Im Konflikt nach dem »Nein!« zeigt sich aber erst, ob eine Vereinbarung wirklich gilt. Wenn Nervensägen an unseren Nerven sägen, dann heißt es, standhaft und konsequent, aber auch respektvoll und wertschätzend für die Beachtung der Regeln einzutreten. Rudi Rhode und Mona Sabine Meis zeigen mit vielen Tipps und Hilfestellungen,
wie sich Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen und Sozialtherapeuten sicher und selbstbewusst in Konflikten um Regelverstöße durchsetzen. Die innere Haltung hat dabei ebenso Bedeutung wie die Körpersprache. Wer zudem konstruktiv streiten kann,
hat beste Voraussetzungen für ein erfolgreiches Konfliktmanagement.

184 pages, Perfect Paperback

First published January 1, 2006

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Rudi Rhode

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Profile Image for Tristram Shandy.
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March 7, 2021
Ein in der Praxis bewährtes Modell zur Handhabung von Konflikten

Mona Sabine Meis und Rudi Rhode haben gemeinsam das KEB-Modell entwickelt, das sie in ihrem Buch Wenn Nervensägen an unseren Nerven sägen vorstellen und das als eine Möglichkeit dienen soll, Regeln, die man mit Kindern und Jugendlichen vereinbart – oder die man ihnen kurzerhand gesetzt hat – in Konfliktsituationen zu vertreten. KEB steht für „kontrolliert eskalierende Beharrlichkeit“ und setzt sich zusammen auf bestimmten verbalen und körpersprachlichen Techniken, die wiederum auf einer mentalen Einstellung pädagogischer Gelassenheit beruhen. Das mag jetzt ein bißchen esoterisch klingen, ist es aber nicht, sondern die Gelassenheit, die Rhode und Meis hier meinen, speist sich aus der Erkenntnis, daß Jugendliche mit einem Bruch der Regel meist keine persönliche Beleidigung desjenigen, der sie aufgestellt hat oder für ihre Einhaltung verantwortlich ist, beabsichtigen, sondern meist die Befriedigung anderer Bedürfnisse im Auge haben. So etwas mutet erst einmal banal an, doch ich habe oft genug Berufskollegen erlebt, die so aufgebracht und nachgerade beleidigt über Unterrichtsstörungen berichteten, als seien diese ein unmittelbarer Affront gegen sie als Personen. Sind sie aber in der Regel nicht.

Ohne das Modell von Rhode und Meis nun hier eingehend umreißen zu wollen, sei gesagt, daß es auf wenigen, leicht zu verinnerlichenden Grundsätzen beruht, deren Anwendung freilich ein gewisses Training erfordert, damit sie in der akuten Konfliktsituation auch auf Abruf zur Verfügung stehen, denn wichtig ist in solchen Situationen ganz zweifellos ein souveränes, dabei nicht provokantes Auftreten, an dem die Jugendlichen sofort ablesen können, daß man sich seiner Sache sicher ist und keinen faulen Kompromiß eingehen wird, nur um seine Ruhe zu haben. Was mir an dem KEB-Modell besonders gut gefällt, ist, daß es auf der Wertschätzung des Konfliktopponenten als Person aufbaut und jedweder auch noch so subtilen Erniedrigung ganz klar eine Absage erteilt. Dadurch wird man davor bewahrt, daß der Konflikt eine Motivverschiebung erfährt, in deren Verlauf es dann nicht mehr um die jeweilige Sache, sondern um die Bewahrung seines sozialen Status und seines Stolzes geht, was zu einer Verhärtung der Fronten und einer Verschlechterung der Beziehung führen würde.

Da ich selbst das KEB-Modell seit Jahren mehr oder minder konsequent anwende, weiß ich, daß es in der Praxis sehr gut funktioniert und dazu beiträgt, daß man als Pädagoge mehr und mehr Sicherheit in Konfliktsituationen gewinnt. Meis und Rhode stellen das Modell sehr gut strukturiert und anhand diverser Praxisbeispiele vor, die sich freilich manchmal ein wenig holzschnittartig lesen, wobei die Autoren jedoch selbst darauf hinweisen, daß es manchmal auch sinnvoll sein kann, einen Kompromiß zu schließen, wenn man den Eindruck hat, daß eine bestimmte Regel in der konkreten Situation nicht um ihrer selbst willen durchgesetzt werden muß.

Alles in allem ist dieses Buch für jeden angehenden Lehrer ein lesenswerter Titel.
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