Alexander von Humboldt ist seit dem Ausgang des 20. Jahrhunderts in den unterschiedlichsten Wissensbereichen und Wissenschaftsfeldern zu einer bedeutenden Figur im öffentlichen Diskurs geworden. Das Handbuch macht das gewaltige Oeuvre Humboldts zugänglich und beschreibt Wege und Wirkungen dieses herausragenden Forschers, Gelehrten und Schriftstellers. Ausgehend von der Einsicht in die transdisziplinäre Ausrichtung der Humboldtschen Wissenschaft rekonstruiert es Verbindungen und Wechselwirkungen der unterschiedlichen Betätigungsfelder dieses Vordenkers einer vernetzten Welt. Im Werkteil werden nicht nur die großen Buchpublikationen, sondern auch die unselbständigen Schriften, die umfangreiche Korrespondenz und der Nachlass behandelt. Humboldts wissenschaftliche Aktivitäten werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln, von der Wissenschaftsgeschichte und den Naturwissenschaften bis hin zu Geschichts- und Sprachwissenschaft beleuchtet. Auch seine Tätigkeitsfelder in den Bereichen Politik und Diplomatie oder Kunst und Ästhetik werden diskutiert, schließlich die wichtigsten seiner Beziehungen zu Wissenschaftlern und Literaten.
Nach der Lektüre dieses Handbuches bleiben wirklich keine Fragen mehr offen. In sieben sinnvolle Themenabschnitte gegliedert, erfahren die Lesenden alles über Alexander von Humboldts Wissenschaft, Reisen, Korrespondenz, Politik, Wirkung und einiges mehr. Die Gliederung des Textes in zwei Spalten pro Seite erleichtert den Lesefluss und wird durch mehrere Abbildungen aufgelockert. Der Einblick in die Korrespondenz und vor allem die Art und Qualität von Humboldts Schreiben, finde ich besonders interessant. Auch sein Einflussradius ist mehr als beeindruckend. Hätte Darwin ohne Humboldt "Über die Entstehung der Arten" publiziert? Was dachten Goethe und Schiller über ihren reisenden Freund? Gab es etwas, was Humboldt nicht konnte? Das Buch lässt mich absolut beeindruckt zurück und ich kann es vorbehaltlos empfehlen.
Das von Ottmar Ette herausgegebene „Alexander von Humboldt-Handbuch“ erweist sich als unverzichtbarer Schlüssel zum Verständnis eines der komplexesten Universalgelehrten der Moderne. Der Band erschließt Humboldts gewaltiges Œuvre nicht nur in seiner bibliografischen Breite – von den Hauptwerken bis zur weitverzweigten Korrespondenz –, sondern legt vor allem den transdisziplinären Kern seines Denkens frei. Gerade darin wird Humboldts Anspruch als Vordenker einer vernetzten Welt überzeugend eingelöst. Das Handbuch leistet mehr als eine bloße Bestandsaufnahme: Es rekonstruiert die Synergien zwischen Naturforschung, Ästhetik, Politik und Geschichte und bietet sowohl der akademischen Forschung als auch dem öffentlichen Diskurs eine grundlegende Orientierung im weiten Kosmos dieses Jahrhundertforschers.