Robert Johann Arthur Gernhardt war ein deutscher Schriftsteller, Dichter, Zeichner und Maler.
Im Dezember 2008 stiftete die Landesbank Hessen-Thüringen im Andenken an Robert Gernhardt den beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst angesiedelten Robert-Gernhardt-Förderpreis (heute: Robert-Gernhardt-Preis). Er wird seit 2009 jährlich an je zwei hessische Autoren vergeben, um sie darin zu unterstützen, ein besonderes literarisches Projekt zu verwirklichen.
Ja, ja - ihr habt ja recht: Ich bin nicht Bertold Brecht. Bin Heinrich nicht, nicht Thomas Mann. Gewiss nicht. Aber trotzdem muss man Gernhardt zugestehen - er hat einen angenehmen Sinn fürs Absurde. Viele Leser scheinen sich nicht darauf einlassen zu können und suchen eine Pointe; natürlich oft vergeblich, denn auf Pointen hat es Gernhardt nicht abgesehen. Schreckliche Kalauer und Geschichten sind es, bei denen man die Augen verdreht ob der völlig schamlos zurschaugestellten scheinbaren Niveaulosigkeit, die aber manchmal einen Nerv trifft.
Doch der Respekt bleibt, dass jemand so konsequent diesen zeichnerisch und stilistisch ungewöhnlichen Weg geht. Mir gefällts, aber nach den über 600 Seiten voller Wunderlichkeit reichts dann am Ende auch. Die Bildergeschichte lebt vom kurzen, knackigen und zugespitzten Aufbau; ein Sammelband macht vieles davon zunichte.
Die Aufmachung gefällt sehr - besonders die Seiten mit den Zeichnungen, die einen zarten Farbeinschlag haben. Ein längliches Nachwort über Autor, Entstehungsgeschichte, Notizen über die Kunstform der Bildergeschichte und Anekdoten machen aus dem Buch ein Gernhardt-Kompendium, das seinen Weg aus den 60ern bis heute darlegt.
Wer einen modernen, frechen und absurden Busch sucht, wird hier fündig.