"Tiefenwelt": Eine Spritze. Zwei Leben. Der 16-jährige Lenyo verlässt seine in Armut und Unterdrückung lebende Familie, um sich in einem geheimnisumwobenen Bunkerlabyrinth unter der Nordstadt mit den Rebellen auf den Kampf gegen das skrupellose Regime vorzubereiten. Doch Lenyo ahnt nichts von seiner schicksalhaften Gabe, von der wahren Identität der faszinierenden Tiefenwelterin Lielle und von dem tödlichen Virus, das seine Familie auszulöschen droht.
Tiefenwelt – Theresa Sperling Zwei Leben Verlag: Drachenmond Taschenbuch: 14,90 € eBook: 4,99 € ISBN: 978-3-95991-342-3 Erscheinungsdatum: 25. März 2017 Genre: Science-Fiction Seiten: 339 Inhalt: Der 16-jährige Lenyo verlässt seine in Armut und Unterdrückung lebende Familie, um sich in einem geheimnisumwobenen Bunkerlabyrinth unter der Nordstadt mit den Rebellen auf den Kampf gegen das skrupellose Regime vorzubereiten. Doch Lenyo ahnt nichts von seiner schicksalhaften Gabe, von der wahren Identität der faszinierenden Tiefenwelterin Lielle und von dem tödlichen Virus, das seine Familie auszulöschen droht. Mein Fazit: Zum Cover: Mir gefällt das Cover sehr gut, passt gut zu der Geschichte. Zwei Leben, zwei Farben auf dem Cover. Die Tiefenwelt und die obere Welt. Wirklich schön. Zum Buch: Auch dies war mein erstes Buch dieser Autorin, im Moment lese ich viele Bücher von Autoren, von denen ich noch nie etwas gelesen habe. Hier wurde ich in eine Welt gerissen, die eigentlich so grausam ist, dass man dieses Leben nicht einmal seinen ärgsten Feind wünscht. Eine Familie, die auseinandergerissen wird und ums Überleben kämpft. Der Schreibstil ist gut, das Buch fängt ganz stark an, zur Mitte hin wird es ein wenig ruhiger und am Ende hin, nimmt es wieder richtig an Fahrt auf. Die Geschichte war auch mal wieder was anderes, mir gefiel sie gut. Die Geschichte hält einige Überraschungen für den Leser bereit. Dieses Buch lebt von seinen starken Charakteren, ob Lenyo oder sein Bruder, ob die Tiefenweltler oder die Nordstädter, alle kämpfen hier nur ums Überleben. Es gibt hier unheimlich viele Charaktere, so dass ich nicht auf alle eingehen werde. Ich fange mal bei Lenyo an, er versucht in die Tiefenwelt zu kommen, um dort ein besseres Leben zu finden, doch ist dort wirklich alles besser? Sein Bruder Nebo bleibt bei seinen Eltern, doch seine Mutter ist an Hashimoto erkrankt und so begibt er sich mit seinem Vater auf den Nachtmarkt, um Medikamente zu besorgen. Vater und Sohn werden getrennt und Nebo wird am schlussendlich noch geschnappt. Bei den Tiefenweltlern gibt es viele, aber alle verfolgen ein Ziel, sie wollen leben wie die Südstädter, alle sollten so leben können. Alle Charaktere sind gut dargestellt, aber es sind eben sehr viele, trotzdem war es nicht störend. Allerdings gehe sie nicht in die Tiefe. Die Länge der Kapitel ist angemessen, mal länger und kürzer. Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person. Hier passieren viele Dinge zeitgleich, doch man kann sie gut auseinanderhalten, für mich war hier nichts verwirrend oder nicht verständlich. Eine spannende Geschichte, die so hoffentlich nie passieren wird. Eine Geschichte über Arm und Reich, über Vertrauen und Verrat, eine Geschichte die erzählt werden musste. Am Ende wurde ich doch sehr überrascht, ein Ende, mit dem ich so nie gerechnet hätte. Das hat die Geschichte noch einmal richtig aufgewertet. Ich konnte hier gut in die Geschichte eintauchen und sie erleben. Ich gebe hier 4 von 5 Sternen und freue mich auf die nächste Geschichte von Theresa Sperling.
Eine Welt, die am Abgrund steht. Eine Hierarchie, die nicht sein sollte. Und eine Familie, die sich über das Alles erhebt und zusammenhält.
Lenyo ist 16 Jahre alt und lebt in der Nordstadt. Zu seinem Alltag gehören Hunger, Krankheiten und der tägliche Kampf ums Überleben. Doch damit ist nun Schluss! Lenyo ist fest dazu entschlossen den Kampf gegen die machthungrige Regierung aufzunehmen und schließt sich den Tiefenweltlern an, einer Gruppe Rebellen, die in einem Untergrundnetzwerk agieren. Die Tiefenweltler haben natürlich auch einige Geheimwaffen in der Hinterhand. Lenyo ahnt jedoch nicht, dass auch er durch seine bislang unentdeckte Gabe ebenfalls zur Waffe der Rebellen wird.
Das Konzept der Geschichte und insbesondere das Ende haben mir wahnsinnig gut gefallen! Durch den Schluss wird das ganze Buch abgerundet, Anfang und Ende bilden einen passenden Rahmen für die Geschehnisse und auch dem Titel wird seine Bedeutung verliehen. Man könnte beinahe sagen, dass sich der Inhalt des Buches tatsächlich erst auf den letzten Seiten erschließt und das macht es in meinen Augen auch so besonders. Ich kann zwar den häufigen Kritikpunkt nachvollziehen, dass der große Knall zum Schluss vielen die Geschichte ruiniert, doch in meinem Falle macht es das Buch noch viel, viel besser. Entweder man liebt es, oder man hasst es. Ein Dazwischen gibt es vermutlich nicht.
Auch die Charaktere in "Tiefenwelt" konnten mich größtenteils überzeugen. Lenyo war mir sehr sympathisch und seine Gabe machte ihn zudem sehr interessant für den Leser. Allerdings (und das ist mein einziger Kritikpunkt an der Geschichte) konnte ich seine Entscheidung, seine Familie zu verlassen, am Anfang noch nicht vollkommen nachvollziehen. Seine Familie bedeutet Lenyo alles und dann lässt er sie "einfach so" zurück, obwohl er gar nicht genau weiß, ob der Mythos der Tiefenwelt überhaupt wahr ist? Zum Glück wird diese kleine Ungereimtheit im Laufe der Geschichte aufgeklärt, weshalb ich sie im Nachhinein nicht mehr als sonderlich gravierend empfinde. Auch die Nebencharaktere sind von der Autorin unglaublich gut ausgearbeitet worden, sodass sie selbst nach dem Lesen des Buches noch in meinem Kopf herumspuken. Insbesondere Flor, Lenyos Mutter, hat mich mit ihrer Entwicklung beeindruckt. Sie ist eine sehr starke, eindrucksvolle Frau und hat sich ihren Respekt ebenso hart erkämpft wie ihr Sohn.
Der Schreibstil der Autorin verdient den Ausdruck: Grandios! Man merkt sofort, dass eine Poetry-Slammerin am Werk ist, denn die Fähigkeit, eine Geschichte auf den Punkt zu bringen und dennoch so unglaublich bildgewaltig zu schreiben, ist sehr sehr selten. Umso mehr habe ich es genossen, die Geschichte zu lesen. Die Seiten flogen nur so dahin.
Fazit: "Tiefenwelt" ist eine spannende Dystopie, die besonders durch ihr unerwartetes Ende hervorsticht! Von mir erhält das Buch eine klare Leseempfehlung.
Erscheinungsdatum: 25.03.2017 gelesen als Softcover im Juni 2018, erhalten in der Drachenmondbox
Genre: Young Adult, Dystopie, Science Fiction
Lenyo lebt mit seiner Familie in der elenden und verarmten Nordstadt. Als sein Lehrer ihm von den Rebellen der Tiefenwelt erzählt, flieht er zu ihnen und versucht das Leben zu ändern.
Da ich vorab nur die Leseprobe, aber weder Klappentext noch Rezensionen kannte, hat mich der Twist am Ende des Buches sehr überrascht.
Vorher war das Buch für mich eine gelungene Geschichte, leider mal wieder mit Teenager-Protagonisten, aber auch mit gelungenen erwachsenen Figuren. Die Personen sind überzeugend aufgebaut und wirken überwiegend echt. Die Menschen, die eher wie Abziehbilder wirken, tuen dies ganz klar durch die Augen von Lenyo bzw. dem Rest seiner Familie. Das Buch ist in der dritten Person geschrieben, enthält aber wechselnde Perspektiven. Lenyos Familie wird begleitet und die Erzählung enthält kein Wissen, das sie nicht persönlich haben könnten. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Die Geschichte entwickelt einen Sog zu lesen und hat mich ziemlich überzeugt.
Ziemlich, weil einige Ereignisse nur durch gewaltige Zufälle ineinander passen, bis der große Twist auch diese Fragen klärt. Leider fand ich die Wendung, obwohl sie die Geschichte rund machte, als einzigen Teil etwas dünn erzählt.
Bis dahin fand ich das Buch überzeugend und da mich Cover und Aufmachung beim Drachenmondverlag begeistern, habe ich mich gefreut dieses Buch über die Box gedruckt statt als ebook zu haben.
Leider hat mich hier aber das Leseerlebnis des gedruckten Buches so enttäuscht, dass ich dieses Buch nur für Leser mit guten Augen gedruckt empfehlen kann. Ich bin über 50 und trage eine aktuelle Brille (1 Monat alt). Dieses Buch wechselt mit der Perspektive den Schrifttyp und die Schrift in der die Geschichte der Familienangehörigen geschildert wird, ist eher zu raten als zu lesen. So habe ich z.B. einen Schreibfehler eines Namens gelesen, der sich fotografiert und vergrößert als ! nach dem Namen herausstellt. Ich mag gedruckte Bücher, aber nur wenn die Schrifttype lesbar ist!
Mit Tiefenwelt befreie ich ein Buch von meinem SuB, welches da schon eine ganze Weile liegt. Ich war gespannt, was die Dystopie mit sich bringen würde. Es klang einfach wahnsinnig spannend. Am Ende hab ich jetzt eher gemischt Gefühle, denn so wirklich meins war es nicht.
Der Schreibstil ist recht gelungen. Er spiegelt die triste und graue Atmosphäre in der Welt wieder und reißt einen durch das Geschehen. Toll fand ich die verschiedenen Schriftarten, wenn die Sichtweise wechselte, dass war mal was anderes. Due Wechsel an sich sind allerdings Geschmackssache.
Handlungstechnisch begegnen wir Lenyo, welcher in den Untergrund flüchten und sich den Rebellen anschließen will. Er glaubt an ein besseres Leben bei den Tiefenweltlern, aber dort geht es anders zu als gedacht. Bei seiner Flucht in die Tiefenwelt lässt der 16 jährige seinen jüngeren Bruder Nebo und seine Eltern zurück. Die Mutter ist schwer krank und benötigt dringend Eiskamente, welche es aber nur auf dem so genannten Nachtmarkt gibt. Ebook und sein Vater gehen das Risiko ein. Dabei geraten sie in eine Razzia und werden getrennt, wobei Nebo zwar vorerst fliehen kann, aber später dennoch den Soldisten in die Hände fällt. Gibt es eine Zukunft für die Familie und wenn ja, wie sieht diese wohl aus?
Das Setting ist wirklich gut gelungen. Es ist düster, hoffnungslos und grausam, durch die Arbeit der Soldisten, welche patrouillieren und Maßregeln. Allerdings hängt es für mich stellenweise an der Umsetzung. Etwas langatmig und zäh, trifft es manchmal ganz gut. Ich konnte nur schwer dranbleiben und wollte mehr als einmal, gar nicht mehr dazu greifen. Dann aber siegte doch wieder die Neugier. Am Ende muss ich sagen, dass es ganz okay war, aber nicht so richtig nach meinem Geschmack. Wobei das Ende mal eine ordentliche Überraschung war.
Lenyo ist ein 16 jähriger Junge der mit einer besonderen Fähigkeit ausgestattet ist. Dieses wird allerdings erst in der Tiefenwelt entdeckt und der junge Mann dementsprechend geschult. Er ist ein starker Charakter, allerdings wurde ich mit ihm nicht wirklich warm. Ich hatte wechselnde Gefühle für ihn und kann nicht einmal richtig sagen, woran das lag.
Fazit
Alles in allem war das Gelesene okay, aber leider auch nicht mehr. Es war, zumindest für mich, mal was anderes mit der Tiefenwelt und auch ganz interessant, so wirklich umhauen konnte es mich dann aber nicht. Wobei das Setting gut gewählt ist und auch die entsprechende Atmosphäre verströmt. Etwas mehr Drama hätte ich mir aber gewünscht, es lief mir letztendlich zu sehr auf Happy End raus. Wenn auch ein ziemlich überraschendes. Trotzdem leider nur 3 Sterne von mir.
Eine faszinierende Dystopie in deren Zentrum eine auseinander gerissene Familie steht. Ein Junge, der zu Höherem berufen ist und eine Stadt, die dank ihrer Aufteilung für einen Großteil der Bewohner nur Leiden bedeutet. Stimmungsvolles Abtauchen garantiert.
Inhalt: Die Tiefenwelt ist ein geheimnisumwobenes Bunkerlabyrinth unter der Stadt. In dieses gerät der 16-jährige Lenyo, nachdem er durch die Soldatisten von seiner Familie getrennt wurde. Er erfährt, dass man in der Tiefenwelt die Rebellion gegen die vorherrschenden Verhältnisse vorbereitet und er eine besondere Gabe hat. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als sich der neuen Aufgabe zu stellen, in der Hoffnung seine Familie retten zu können.
Setting und Stil: Theresa Sperling gelingt es hervorragend die dystopische Stimmung in der Stadt und für die Menschen dem Leser zu vermitteln. Man merkt, dass der Überlebenskampf im Vordergrund steht. Der kleinste Fehler bedeutet das Ende. Hunger, Mangel, Niedergeschlagenheit und Trostlosigkeit regieren die Nordstadt. Erst als man mit Lenyo die Tiefenwelt erreicht, ändert sich zumindest die Stimmung, selbst wenn ein falscher Schritt auch hier alles zum Einsturz bringen würde. Einfach toll, wie man als Leser gebannt mitfiebern muss und sich über jede lustige, stresslösende Situation freut. Neben Lenyo geht es vor allem um seinen Vater Lugh, der von den Soldatisten inhaftiert wurde, sowie seine Mutter Flor und seinen Bruder Nebo. Dadurch wechseln die Sichtweisen von Abschnitt zu Abschnitt und das Leben oberhalb und unterhalb der Stadt bewegt sich zeitgleich voran.
Charaktere: Lenyo ist ein normaler 16-jähriger Junge. Kein Wunder also, dass ihn in Tiefenwelt als erstes die schöne und faszinierende Lielle ins Auge springt. Wie sich herausstellt ist er zum Protektor bestimmt, da er eine besondere Gabe hat, die noch ausreifen muss. Es ist sehr leicht sich mit ihm zu identifizieren und mit ihm die neue Welt zu entdecken. Er musste seine Familie zurücklassen mit der Befürchtung sie nie wiederzusehen. Sein Vater gerät in Haft, seine Mutter ist tödlich erkrankt und wird ohne Medikamente nicht überleben und sein Bruder muss sich ebenfalls alleine durchschlagen. Eine Situation, in der sie alle nichts mehr zu verlieren haben. Aussichtsloser geht es kaum. Bleibt nur die Hoffnung, dass seine neue "Familie" und ihre geplante Revolution etwas ändern kann. Die Charaktere sind stimmig, man fühlt und leidet gerne mit ihnen. Natürlich gibt es einige Überraschungen und nicht jeder ist das, was er zu sein scheint.
Geschichte: Eine Stadt, in der der Status Quo für die Südstädtler nur dadurch gehalten werden kann, dass der Rest der Bevölkerung gnadenlos und brutal unterjocht wird. Ein unterirdisches Gängesystem, in dem sich der Widerstand organisiert und Menschen, deren besondere Fähigkeiten die Lösung sein könnten. Alles Zutaten, die eine hervorragende dystopische Geschichte ergeben. Dazu kommen interessante Charaktere, viele zwischenmenschliche Beziehungen und ein Familienzusammenhalt, der auf die ultimative Probe gestellt wird. Mir hat es sehr gut gefallen, mich in diese Welt zu begeben. Dabei gibt es noch ein kleines aber feines I-Tüpfelchen, das sich am Ende offenbart und über das ich lieber kein Wort verlieren möchte. Das müsst ihr selbst herausfinden.
Fazit: Tiefenwelt ist eine Dystopie, die ich jedem Fan des Genres ans Herzen legen kann. Sowohl jugendliche als auch ältere Leser werden ihren Spaß daran haben. Die Stadt ist wie dafür geschaffen, die Charaktere leiden zu lassen und es ist toll mitzuerleben, wie sie sich langsam aus dieser Trostlosigkeit herausarbeiten. Jugendliche Gefühlswallungen dürfen nicht fehlen und insgesamt hat die Autorin eine Geschichte erschaffen, die mich gefesselt und berührt hat. Eine Erfahrung, die ich jedem gönne, deshalb bleibt mir nur die Empfehlung, das Buch schnell auf die Wunschliste zu setzen.