Für die ca. 2 Millionen Menschen mit bipolaren Störungen ist ein geregeltes Leben nur schwer möglich. Doch es sind nicht nur die Hochs und Tiefs, die den Betroffenen und ihren Angehörigen zu schaffen machen. In diesem Buch beschreibt eine Betroffene warum sich ein Graben zwischen der eigenen inneren Realität und der äußeren Realität der anderen auftut. Der direkte Stil mit kurzen Textpassagen und die eingängige Alltagssprache kombiniert mit Comic-artigen Zeichnungen, liefern Aha-Erlebnisse und machen die oft nicht nachvollziehbaren Verhaltensweisen verständlich. Die Checklisten helfen, den Umgang mit manisch-depressiven Familienangehörigen und Freunden positiv zu gestalten.
Ich bin selbst eine Betroffene und ich finde das Buch genial. Es zeigt auf simple und leicht verständliche Weise, wie ein bipolares Hirn funktioniert und hilft dabei, mit dieser höchst komplexen Krankheit umzugehen. Das Buch ist aus der Perspektive der Betroffenen Donna Reynolds geschrieben und kann den Angehörigen und Freund*innen helfen, die Beziehungen mit bipolaren Menschen harmonischer zu gestalten.
Besonders gefallen mir die Illustrationen, welche aus meiner Sicht die schwer auszusprechenden Gedanken und Gefühle während den auftretenden bipolaren Episoden schön visualisieren. Zudem thematisiert dieses Buch auch die Unterschiede von Bipolar I (Depression vs. Manie) und Bipolar II (Depression vs. Hypomanie). Mir persönlich hat es extrem geholfen, diese Krankheit als einen Teil von mir und meiner Persönlichkeit zu akzeptieren und es dient auch als Nachschlagewerk für die Menschen in meinem Umfeld.