Klar, es läuft nicht so optimal mit der Betreuung von Kleinkindern in Deutschland. Davon hatten Daniel und Anna Wiedemann schon mal gehört. Doch das wahre Leben ist krasser als jede Horrorgeschichte. Als sie endlich einen der heißbegehrten Plätze ergattern, beginnt der Kita-Spaß erst Eltern fordern vegane Ernährung und Tai Chi. Ausgebrannte Erzieher pflegen preußische Erziehungsmethoden.Scharlach und Läuse legen Familien über Wochen lahm. Und wer kann schon bei endlosen Diskussionen auf Kinderstühlen Haltung wahren? Der alltägliche Kita-Wahnsinn – authentisch und ganz schön lustig.
I found this book on a free exchange bookshelf. I probably would have bought it based on the title alone and having a now 3-year-old child in Kindergarten. It is not very provocative or deep or insightful when it comes to the different versions of Kitas here in Germany. That being said it was a fast read and I enjoyed the short chapters. It's funny in parts and comes across as an honest and fun read. Don't expect exceptional writing or the big fuck you to Kitas. I can recommend this book if you have kids or are planning to live in a bigger German city than anywhere else almost nothing of that would apply to you and that leaves some interesting albeit mundane stories of the life of middle-class-working-people-with-children in a 100k-plus city in Germany.
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich etwas enttäuscht (oder eher erleichtert?) bin. Wenn man sich den Buchrücken und die im Inneren abgedruckte Inhaltsangabe durchliest, erwartet man tatsächlich Horrorgeschichten über deutsche Kindergärten, gerade weil das Buch den Titel "Fuck you, Kita!" trägt. Man geht also mit einer negativen Erwartungshaltung an die Lektüre und erwartet 'bahnbrechende' Erzählungen über Missstände an Kindergärten. Nun war zwar die Suche tatsächlich sehr aufreibend, vor allem, wenn ich mir überlege, auf wie vielen Wartelisten die beiden standen und welche Anstrengungen sie unternehmen mussten. Das muss wirklich nicht sein, ist ganz klar ein Missstand und sollte behoben werden. Ob der gesetzlich garantierte Platz helfen wird, darf dabei ruhig angezweifelt werden. Anna und Daniel ergattern den Platz für ihren Sohn Gustav tatsächlich nur durch reines Glück und einen mehr oder weniger großen Zufall. Als sie den Platz jedoch haben, geht es keineswegs weiter, wie die Inhaltsangabe vermuten lässt. Von "preußischen Erziehungsmethoden" ist die Rede und von Eltern, die im Öko- und Sportwahn zu sein scheinen und dies mit aller Macht ihren Kindern aufzwingen wollen. Ich als Leser habe also erwartet, Berichte darüber vorzufinden, was heute an Kindergärten alles schief läuft, nicht nur von Seiten der Erzieher, sondern auch dank Eltern, die den Gesundheitswahn zu eng sehen. Bekommen habe ich etwas anderes. Tatsächlich fordern die Eltern bei einer Gelegenheit Tai Chi und eine vegane Ernährung, dass diese Eltern aber eher die Ausnahme darstellen, betonen die beiden Autoren durchaus. Und preußische Erziehungsmethoden? Zumindest im Kindergarten, den die Autoren erwischt haben, spürt man davon nichts. Die beiden schildern zwar, dass die beiden Kindergärtnerinnen auf sie nicht den herzlichsten Eindruck machen, aber ihr Sohn Gustav liebt sie und sie scheinen gut mit den Kindern klar zu kommen. Ich verstehe, wenn bemängelt wird, dass man kaum Informationen erhält außer "Es war alles in Ordnung", dennoch hat dies aber nichts mit einer außerordentlich strengen Erziehung zu tun. Kindergärtner mit Kommandoton werden zwar erwähnt, die Autoren haben aber keine direkte Berührung mit ihnen - zumindest wird keine geschildert. Enttäuscht war ich also deshalb, weil der Klappentext mit seiner (irgendwie etwas reißerisch wirkenden) Inhaltsangabe falsche Erwartungen in mir geweckt hat, erleichtert, weil die Zustände in den Kindergärten - sobald man einen Platz hat - wohl nicht ganz so schlimm zu sein scheinen.
Wer zudem glaubt, dass das Buch sich nur um Erlebnisse dreht, die mit dem Kindergarten zu tun haben, irrt sich. Wie bereits erwähnt, schildern Anna und Daniel Wiedemann auch Szenen aus dem normalen Alltag ihrer Familie. Sie erzählen von Krankheit, Frust, sogar der gelegentlichen Sehnsucht auszubrechen - aber auch von der unendlichen Liebe, die sie füreinander und für ihren Sohn empfinden, von den Freuden des Elternseins. Dies ist keineswegs negativ, da man so ein runderes Bild bekommt und die Familie "näher kennen lernt", außerdem erfährt man so mehr von dem Leben mit einem Kleinkind als wenn es nur um den Kindergarten gegangen wären, in dem die Eltern meistens gar nicht dabei sind. Dennoch fehlte mir, gerade im letzten Teil des Buches, ein wenig der Bezug zum Titel und dem Kindergarten. Das Buch selbst lässt sich sehr schnell lesen, was auch dem einfachen, gut verständlichn Schreibstil geschuldet ist.
Die Autoren wirken beide sehr sympathisch und wie Menschen "wie du und ich". Sie gehen etwas naiv an die Kindergartenplatz-Suche, überwinden aber alle Hürden, die sich auftun. Dadurch, dass nicht nur die Sonnenseiten geschildert werden und dass sie auch von ihrem Frust und den Nöten, den Zweifeln, die sie haben, erzählen, wirkt die Geschichte echt und die beiden authentisch. Man kann ihre Probleme nachvollziehen, aber auch die Freuden - selbst wenn man keine eigenen Kinder hat. Da die Geschichte abwechselnd von den beiden aus der Ich-Perspektive erzählt wird, kann man zudem mit beiden mitfühlen, sieht zwei Seiten der Medaille und erkennt daran auch, dass man selbst (oder gerade) als Ehepaar mit Kind nicht immer einer Meinung sein muss und es trotzdem schaffen kann.
Positiv finde ich auch, dass ein wenig die Seite der Erzieher beleuchtet wurde. Es wird auf die sehr geringe Bezahlung eingegangen und auf die Probleme, die dieser Job mit sich bringt. Meiner Meinung nach hätte man diese Sichtweise ein wenig vertiefen können, da das Buch aber die Geschichte von Anna, Daniel und Gustav ist und keine Studie über die Arbeit der Erzieher, kann man darüber hinwegsehen.
Insgesamt ist "Fuck you, Kita!" ein kurzweiliges, aber recht gutes Buch. Es ist kein nüchterner Bericht, sondern eine Erzählung eines Ehepaares über eine wichtige Zeit ihres Lebens. Wenn man den Klappentext ein wenig ausblendet und keine Schilderungen, die "krasser als jede Horrorgeschichte" sind, dann wird man vermutlich auch nicht zu überrascht damit sein, dass es im Buch - bis auf Trotzanfälle des Kindes - recht unaufgeregt zugeht. Es ist kein Buch, das man unbedingt gelesen haben muss, aber es bietet eine sehr persönliche und deshalb interessante Sicht auf den Alltag mit einem Kleinkind, den Versuch, Arbeit und Kind zu vereinen und das Problem der Kindergartensuche. Ich habe mich recht gut unterhalten gefühlt, hatte aber irgendwie mehr erwartet, auch wenn ich nicht wirklich beschreiben kann, was. Von mir gibt es drei (eventuell auch dreieinhalb) Sterne.
Teacher and person doing "something with media" have a child, search for a place in one of the kindergartens, find out what a hassle that is and how crazy kindergartens can be these days, and recont episodes of their daily lives as new parents.
Even though I don't even have children yet it makes me want to save up for nappies as well as their university education and let our potential children who aren't even conceived yet be put on one of the waiting lists.
This book book, unlike Große Ärsche auf kleinen Stühlen", does have fathers doing parenting and who are involved in their childs childcare, too, and the father writes a lot about difficulties specific to the fathers in this country. His accounts match a lot of those I already know, that most bosses expect the mothers to bear the brunt of childcare and it still raises eyebrows if fathers want to be involved, too.
It also speaks volumes to me that with the second child, they decided to put it into childcare a lot later than their first child, whom they put in after 15months.
This book shows part of the reasons why Germans often decide against children and our birthrates are sinking. Jobs are often very unflexible and child unfriendly. Careers and children are not compatible at all. Parenting is mostly down to women, and our state supports mothers staying at home for as long as possible, jeopardizing their careers, though living on a single income is usually impossible these days, threatening families with poverty.
Since we're also on the road to becoming parents, I see this with worry. I don't want these expectations of what a mother should be thrust on me. I don't want to have other people dictate how much I should work and how much I should parent, because that's my decision and not someone else's. All in all, this book made me more worried about things that I was already worried about, but also entertained me.
Bei diesem doch eher provokanten Titel habe ich doch durchaus ein wenig mehr Provokantes in Hinblick auf Kitas erwartet, als am Ende durch das Buch auf mich zugekommen ist.
Ich kann nicht behaupten, dass ich das Buch schlecht fand oder ähnliches, denn die gesamte Geschichte um Gustav und seine Eltern, wie sie anfangen nach einem Kitaplatz für ihren Sohn zu suchen und was ihnen allein dabei schon alles wiederfährt, ist durchaus sehr amüsant. Es gibt also eindeutig die ein oder andere Stelle an der man Schmunzeln muss und das auch noch, als dann endlich ein Platz für Gustav gefunden ist und es darum geht, was man alles mitmachen muss, wenn man es denn endlich bis dahin geschafft hat.
Allgemein ist es natürlich so, dass es immer zwei Seiten der Medaille gibt und hier alles aus der Sicht der Eltern geschildert ist und würde mancher Erzieher aus einer Kita ein Buch schreiben, wäre das sicher ebenso amüsant, es würden nur die Eltern deutlich schlechter wegkommen und nicht zwingend die Erzieher. In diesem Buch sind es zwar grob irgendwie alle möglichen Parteien, zu denen auch mal eine amüsante Stelle kommt, sowohl Eltern, als auch Kinder, als auch Erzieher, aber man merkt schon, aus welcher Sicht das Buch geschrieben wurde.
Es ist eindeutig zwar nicht so, dass man wirklich etwas Neues lernt, denn die meisten Dinge sollten jedem, der auch nur mal im Ansatz über dieses Thema nachgedacht hat, in einem ähnlichen Umfang und einer ähnlichen Art bekannt sein, jedoch liest sich das Buch einfach gut und ist für Zwischendurch, wenn man etwas leicht amüsantes Lesen möchte einfach sehr gut geeignet. Eigentlich ist es wieder eins dieser Bücher, die ich gerne als Toilettenlektüre bezeichne. Angenehm kurze Kapitel für die man nicht lange braucht, es ist nicht so, dass es schadet, wenn zwischen den einzelnen Abschnitten mal eine längere Lesepause eingelegt wird und extrem konzentrieren muss man sich bei diesem Buch auch nicht.