Niemand lebt ewig, glücklich, wer seine letzten Jahre mit einem geliebten Menschen teilen kann. Stefan Schütz berichtet kraftvoll, poetisch und nicht ohne Humor und Sinn für Komik aus dieser letzten Zeit, die viele alleine zu verbringen gezwungen sind. Er erzählt aus dem Pflegeheim, das er täglich besucht, vom Greis und der Greisin, vom Alltag der Gebrechlichkeit und Demenz, er lässt uns Begleiter des letzten Weges sein, und schuf mit "Unser Leben" ein virtuoses und in seiner Relevanz tief berührendes Buch über das Alter und besonders über die Eiin Lobgesang auf die Liebe über das Greisenalter und den Tod hinaus von ungeheurer poetischer Wucht. Aber auch die Abrechnung mit der Gegenwart und der Welt, mit dem zärtlichen und doch desillusionierten Blick eines Abschiednehmenden. Ein aus der Zeit gefallenes Buch über unsere Zeit und eines seiner drängendsten Themen.
Stefan Schütz, Enfant terrible of the DDR, heir to Müller and Brecht, husband of the Brechtian director Ute Birnbaum, writes of aging, death and dementia, especially Ute's. Here is the portrait of one of the great dramatic minds of our time in its confusion and piercing clarity, its rage and enduring love and broken pity. The first two thirds of the book is very complex, and written straight out of an Alzheimerian nightmare. Then Schütz comes clean. The result is piercing. The German is difficult. Be prepared for a confusing ride interspersed with incredible insight and vision. I was shattered and yet uplifted. I've seen nothing like this book in English. Pity.
Ein Buch von den letzten Tagen zweier Greise, die sich in Pflege befinden. Anfangs bin ich überhaupt nicht rein gekommen, in die Sprache, in die Schreibwelt des Autors. Ich war kurz davor das Buch abzubrechen (bis etwa S. 20), und das habe ich bisher nur bei einem Buch getan. Aber dann stellt sich der Kopf, langsam und träge wie er manchmal ist, auf das Buch ein und wird belohnt mit einer traurigen Abfahrt der Spirale des Vergessens und Vergessenwerdens, der ewig währenden Liebe und dem Wunsch, dass es einfach bald vorbei ist.
Lieblingsstellen: "ein bißchen Dostojewski und van Gogh steckt in jedem von euch"
"in der Sinnlosigkeit liegt der Sinn des Daseins"
"ihr Gedächtnisspiegel lauter Bruchstücke, Erinnerungssteinchen, die sie einzufügen sucht ins fragmentarische Mosaik aus Zeit und Raum"