Nichts steht so unmissverständlich für das Mittelalter wie die Burg. Wie unverrückbare Wächter der Vergangenheit lassen sich Burgen und ihre Ruinen noch heute aufsuchen und nach dem Leben im Mittelalter befragen " nach Alltag, Festlichkeiten, Krieg und Belagerung, nach Sagen und Legenden. Dieser Band versammelt in thematisch gegliederten Kapiteln Anekdoten und Geschichten zur Burg als Dreh- und Angelpunkt mittelalterlichen Lebens. Basierend auf historischen Quellen wird hier erzählt, wie, warum und von wem Burgen errichtet, bewohnt und erobert wurden.
Guter Einstieg ins Thema Leben im Mittelalter mit Fokus auf den Ritterstand. Die Sprache ist einfach und gut verständlich und die meisten Bereiche des Alltags der damaligen Zeit sind abgedeckt. Das Buch ist recht knapp gehalten, die meisten Aspekte werden daher nicht differenziert betrachtet, sondern eine mögliche Quellenlage als Faktum gegeben (Beispiel: die erste Partnerschaft Karls des Großen mit Himiltrud, Mutter von Pippin dem Buckeligen, wird als eine Friedelehe vorgestellt, auf Grund derer Der Sohn von der Erbfolge ausgeschlossen war, obwohl dies nur eine mögliche Erklärung ist und von vielen Wesentlichen Quellen so nicht unterstützt wird.) Aber es handelt sich wie gesagt, um ein Buch, dass einen Einstieg ins Thema bietet und daher ist diese Oberflächlichkeit zu erklären.
Schön sind die vielen Abbildungen, die ausschließlich aus Illustrationen mittelalterlicher Handschriften bestehen. Leider sind wir damit beim Großen Manko des Buches. Der Umgang mit den Quellen ist sehr dürftig. Zwar gibt es am Ende eine einseitige Quellenangabe, diese wird aber im gesamten Text nicht ein einziges Mal referenziert. Auch die Abbildungen sind nicht mit Ihrer Herkunft versehen.
Jeder Leser, der nach diesem Buch Interesse am Thema gefunden hat - was ich mir gut vorstellen kann - steht mit einer Bücherliste ohne Einordnung da. Das ist unzureichend.