Aufgewachsen in Baden bei Wien studierte Streeruwitz nach einem abgebrochenen Jusstudium Slawistik und Kunstgeschichte in Wien. Seit 1992 werden ihre Theaterstücke an zahlreichen Bühnen aufgeführt. 1996 erschien ihr erster Roman, Verführungen. 3 Folge. Frauenjahre, für den sie unter anderem mit dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet wurde. In schneller Folge sind seither Romane, Theaterstücke, Novellen und theoretische Schriften erschienen. Die feministisch orientierte Streeruwitz gilt als eine der politisch engagiertesten deutschsprachigen Gegenwartsautorinnen. Mit ungewöhnlicher Schärfe kommentierte sie die politischen Ereignisse in Österreich (ÖVP/FPÖ-Koalition) im Jahr 2000. Im November 2006 wehrt sich die österreichische Schriftstellerin öffentlich gegen die Inszenierung des neuen Stückes von Elfriede Jelinek, „Ulrike Maria Stuart“, im Hamburger Thalia Theater. In einer Szene des Stückes wird Streeruwitz in der Inszenierung von Nicolas Stemann als sprechende Vagina dargestellt. In einer Ausgabe des Spiegels kritisiert Streeruwitz, dass das Thalia Theater weiterhin das Stück in ungeänderter Form zur Aufführung bringt. „Ich will als handelndes und denkendes Subjekt nicht auf ein sprechendes Geschlechtsorgan reduziert werden.“, beklagt Streeruwitz im „Spiegel“. Dass es sich dabei um eine Satire handle, will Streeruwitz nicht gelten lassen: „Deutschsprachiger Humor war immer ein Mittel der Verächtlichmachung.“
96 Seiten, viel mehr als 1h braucht man dafür nicht. Streeruwitz könnte eine ziemlich interessante SF Autorin abgeben. Das kleine Büchlein strotzt vor Einfällen, nur leider angesichts der Kürze nicht so richtig ausgerollt. Der Plot ergibt eine recht abstruse Dystopie. Die Menschen bewegen sich unter Dauerbeobachtung. Trotzdem gelingt es der Hauptfigur Norma, 80 jähriges Sexobjekt, allerdings durch eine für ihren 400 jährig verstorbenen Ehemann bestimmten Medizin auf 17 Jahre verjüngt, die Flucht mit ihrem Liebhaber der nun Kleinkind ist. Zusammen mit ihrem Roboter Hugo führt sie ihre Flucht über Italien, die USA bis nach Japan.
First frantic morning read in one sitting: Extraordinary!
Second reading (after lunch): what insanely imaginative and fun world building. Yes, totally wacky, but IMHO very coherent, very logical and possibly even extremely rational (something the - briefly alluded to? - effective altruist crowd aspires to). Speaking of EA, let me introduce you to the character of Dr. Packer (a psycho-analyst) who, as you might expect in a novella of less than 100 pages, appears very briefly on pages 77/78 and his demise at the hands of a garden robot is gruesome yet hilarious:
"He was occupied with examining anxiety issues that the software had. Currently he treated user interfaces and worked on residual angst, which was still indirectly active within the downloaded conciousnesses. On their way to pure rationality [sic!!!] these remnants had to be removed. It was simply a matter of eliminating the last psychic remnants. To remove all obstacles to functioning. And to execute this challenging job, Dr. Packer had to be completely relaxed and lose. Therefore he needed to let all his desires run free so that he too could be freed from them. That's why - from time to time - he was given access to rejected materials with whom he could do what he wanted. Sometimes he would receive unregistereds. Like now."
So, here is a sci-fi novella from 2002 which has lost none of its impact in a world of Epstein and Trump and the counter revolution seemingly succeeding in rolling back women's rights and misogyny - in many sizeable communities - becoming a badge of honor of sorts and and.