Dies ist eine sehr gute und fundierte Darstellung der Fragmente der Philosophen der frühen griechischen Philosophie. Diese werden mit (ausführlichen) Einleitungen eingeführt und grob dargestellt, sodass man vorab schon einen Eindruck und eine grobe Zusammenfassung der Gedankengänge der behandelten Philosophen bekommt. Auch die Verweise auf fortlaufende Literatur zur Thematik am Ende des Werkes fand ich sehr hilfreich, um einen intensiveren Einblick in die Fragmente etc. zu bekommen.
Eine umfassende Fragmentsammlung der frühen griechischen Philosophen. Insgesamt sehr lehrreich, aber man muss sich klar sein, dass das Ziel dieser Ausgabe ist, einen ersten Überblick zu schaffen. Die Einführungen in die einzelnen Philosophen bzw. Zirkel sind konzise und informativ, wobei Mansfeld natürlich zum einen nicht alles gleich gut überblickt, zum anderen viele Annahmen durch die schlechte Überlieferung nur indirekt belegt werden können und man daher bei Manchem skeptisch bleiben muss. Die Einführungen zu Pythagoras, Zenon und Empedokles halte ich z.B. für sehr gelungen. In der zu Demokrit hingegen, obwohl insgesamt empfehlenswert, schreibt er:
Die überlieferten ethischen Aussagen Demokrits bilden kein geschlossenes System. Einerseits ist es unmöglich, seine ethischen Auffassungen aus seinen physikalischen herzuleiten [...]
In einem wichtigen Aufsatz von 1945 (Teil 1 und Teil 2) konnte Gregory Vlastos erste Hinweise auf plausible Verbindungen zwischen Demokrits physikalischer und seiner ethischen Theorie hinweisen. Dazu gehört zum Beispiel das objektiv feststellbare Ideal des "glücklich Seins" als bestimmte Konfiguration der Seelenatome. In den Fragmentauswahl fehlt zudem das für dieses Diskussion zentrale Fragment DK 68 (Demokrit) B69. Für eine tiefgehendere Auseinandersetzung mit den frühen griechischen Philosophen führt trotz allem kein Weg an der maßgeblichen Ausgabe von Diels/Kranz vorbei.
Das soll kein Vorwurf an Mansfeld sein - diese Detailtreue für alle Philosophen gleichmäßig zu bieten ist eine Aufgabe, die ein einzelner Mensch nicht bewerkstelligen kann. Diese Sammlung ist deutlich zugänglicher als Diels/Kranz und ist ein perfekter Startpunkt für die Beschäftigung mit den Anfängen der Philosophie, die auch durch die DK Konkordanz und das umfassende Literaturverzeichnis erleichtert wird.
die übersetzung war teilweise echt nicht so gut aber passt schon dafür dass alles in einem buch gebündelt ist inklusive einführungen und weiterführender literatur. außerdem ist ja der originaltext dabei lol