Niklas Luhmann was a German sociologist, and a prominent thinker in systems theory, who is increasingly recognized as one of the most important social theorists of the 20th century.
Luhmann wrote prolifically, with more than 70 books and nearly 400 scholarly articles published on a variety of subjects, including law, economy, politics, art, religion, ecology, mass media, and love. While his theories have yet to make a major mark in American sociology, his theory is currently well known and popular in German sociology and has also been rather intensively received in Japan and Eastern Europe, including Russia. His relatively low profile elsewhere is partly due to the fact that translating his work is a difficult task, since his writing presents a challenge even to readers of German, including many sociologists. (p. xxvii Social System 1995)
Much of Luhmann's work directly deals with the operations of the legal system and his autopoietic theory of law is regarded as one of the more influential contributions to the sociology of law and socio-legal studies.
Luhmann is probably best known to North Americans for his debate with the critical theorist Jürgen Habermas over the potential of social systems theory. Like his one-time mentor Talcott Parsons, Luhmann is an advocate of "grand theory," although neither in the sense of philosophical foundationalism nor in the sense of "meta-narrative" as often invoked in the critical works of post-modernist writers. Rather, Luhmann's work tracks closer to complexity theory broadly speaking, in that it aims to address any aspect of social life within a universal theoretical framework - of which the diversity of subjects he wrote about is an indication. Luhmann's theory is sometimes dismissed as highly abstract and complex, particularly within the Anglophone world, whereas his work has had a more lasting influence on scholars from German-speaking countries, Scandinavia and Italy.
Luhmann himself described his theory as "labyrinth-like" or "non-linear" and claimed he was deliberately keeping his prose enigmatic to prevent it from being understood "too quickly", which would only produce simplistic misunderstandings.
Religion als Funktionssystem In diesem Text analysiert Niklas Luhmann Religion konsequent aus der Perspektive seiner Systemtheorie. Religion erscheint dabei nicht als Weltanschauung oder Moralinstanz, sondern als spezialisiertes Funktionssystem, dessen zentrale Aufgabe darin besteht, unbestimmbare Komplexität in sinnfähige Orientierung zu transformieren. Im Zuge der gesellschaftlichen Evolution führt die zunehmende funktionale Differenzierung dazu, dass sich Religion von Politik und Wirtschaft ablöst und eigene Kontingenzformeln ausbildet – paradigmatisch verkörpert im Gottesbegriff. Während in frühen Gesellschaften Rituale vor allem der Stabilisierung sozialer Ordnung dienten, verschiebt sich diese Funktion in der Moderne auf die Ebene der religiösen Dogmatik. Sie übernimmt nun die Aufgabe, Enttäuschungsrisiken, Zufälligkeit und existentielle Kontingenz kommunikativ zu verarbeiten. Zugleich beschreibt Luhmann die Säkularisierung nicht als Verschwinden der Religion, sondern als Verlust ihres exklusiven Deutungsanspruchs: Religion wird zu einem Teilsystem unter anderen in einer hochkomplexen Weltgesellschaft. Die Kirche erscheint dabei als Organisation im Spannungsfeld zwischen interner Glaubenskommunikation und externen gesellschaftlichen Erwartungen. Systemtheoretische Kritik am Marxismus Die marxismuskritischen Passagen der Quellen lassen sich auf mehrere systematische Einwände zuspitzen: 1. Verkürzung auf Ideologie Der Marxismus reduziert Religion primär auf ein Ideologieproblem und verfehlt damit deren funktionale Eigenleistung. Religion wird als bloßer Überbau interpretiert, nicht als eigenständige Antwort auf Kontingenz. 2. Eingeschränkte Systemperspektive Diese Verkürzung resultiert aus der Fixierung auf das Gesellschaftssystem. Andere systemtheoretisch relevante Ebenen – insbesondere das Verhältnis von psychischen und sozialen Systemen – bleiben unterbelichtet, obwohl sie für das Verständnis religiöser Sinnproduktion zentral sind. 3. Gescheiterter Funktionsersatz Der Marxismus kann als Versuch gelesen werden, die Funktionsstelle der Religion – die Bestimmung des Unbestimmbaren – selbst zu besetzen. Solche Ersatzangebote, zumal in Verbindung mit kollektivem Rausch oder Heilsversprechen, erweisen sich jedoch als funktional wenig überzeugend. 4. Begrenzter Krisenumgang Der sogenannte „Jugend-Marxismus“ wird als Ausnahme angeführt, der in ökonomischen Krisen zeitweise nicht-ökonomische Deutungsangebote mobilisiert. Doch auch hier bleibt der Zugriff oberflächlich: Die Religion ist heute durch die bloße Komplexitätssteigerung des Wirtschaftssystems nicht mehr direkt herausgefordert, sondern operiert auf einer anderen funktionalen Ebene. Bildliche Zuspitzung Die marxistische Religionskritik gleicht damit einem Schwarz-Weiß-Foto einer farbigen Landschaft: Sie erfasst Umrisse und Machtstrukturen präzise, verliert jedoch die Farbtiefe der Sinnfragen. Gerade diese Mehrdimensionalität aber bildet den eigentlichen Kern dessen, was Religion als Funktionssystem gesellschaftlich leistet.