»Ich kenne viele Erwachsene, die heimlich darin lesen.« Ulrich Wickert
Auch das zweite Semester an der Kinder-Uni verspricht spannend zu werden. Im neuen Vorlesungsverzeichnis sind folgende Themen angekündigt: Warum darf man Menschen nicht klonen? – Warum sind griechische Statuen immer nackt? – Warum träumen wir? – Warum haben wir einen kleinen Mann im Ohr? – Warum dürfen Erwachsene mehr als Kinder? – Warum wachsen Pflanzen? – Warum bin ich ich? – Warum fallen die Sterne nicht vom Himmel?
Kompakt und kinderleicht sind die Antworten der Wissenschaftler aus den acht unterschiedlichen Disziplinen. Den Stoff ihrer Vorlesungen haben Ulrich Janßen und Ulla Steuernagel für Wissensdurstige aller Semester in diesem Buch festgehalten. Und Klaus Ensikat erweckt mit seinen liebevollen Illustrationen den »Hörsaal daheim« zu farbigem Leben.
Ein Geheimtipp für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Meine Kinder haben als Einstieg stets eine wissenschaftliche Frage gewählt, die sie besonders interessierte, zum Beispiel: „Warum sind die Dinosaurier ausgestorben?“ Besonders in Erinnerung geblieben sind die Geschichten von Andrew Wiles mit seinem Beweis 1993 der Fermatschen Vermutung, von Carl Friedrich Gauß mit seiner gaußschen Summenformel und die Sonderausgabe Warum bin ich Ich? mit Ulrich Noethen als Sprecher. Hervorheben möchte ich auch die fesselnden Sprechqualitäten von ChrisTine Urspruch, die das Vorlesen zu einem Erlebnis machen. Wichtig ist dabei: Obwohl in allen Bänden der Kinder-Uni ständig über Wissenschaft und ihre Grundlagen gesprochen wird, bedeutet das keineswegs, dass automatisch Wissenschaft getrieben wird – vielmehr wird auf spielerische und anschauliche Weise zum Denken angeregt. Natürlich kann man über die Auswahl der Themen und die jeweilige Schwerpunktsetzung unterschiedlicher Meinung sein. Doch gerade diese Vielfalt macht den Reiz der Kinder-Uni aus: Sie erlaubt es, von Bananenrepubliken bis Darwin, von Witzen bis Vulkanausbrüchen, über das Denken selbst nachzudenken – und zwar gemeinsam mit den Kindern. Und selbst wenn nicht jede Frage gleich spannend ist, bleibt doch die Art, sie zu stellen, immer lehrreich – und manchmal sogar erfrischend unbequem.